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Eintracht-Spieler Djibril Sow: „Ein Totalausfall von der ganzen Mannschaft“

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Von: Frank Hellmann

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Konnte es gegen Portugal auch nicht richten: Djibril Sow (links), hier gegen Bernardo Silva.
Konnte es gegen Portugal auch nicht richten: Djibril Sow (links), hier gegen Bernardo Silva. © afp

Der Schweizer Djibril Sow über die für ihn unerklärliche 1:6-Packung gegen Portugal.

Herr Sow, der Traum vom ersten Einzug ins Viertelfinale seit der WM 1954 ist geplatzt. Wie fällt ihre Erklärung für das 1:6 gegen Portugal aus?

Vorweg: Es war trotzdem kein schlechtes Turnier. Wir haben uns wieder für das Achtelfinale qualifiziert, aber umso bitterer ist dieses Spiel gewesen. Ein Totalausfall von der ganzen Mannschaft eigentlich. Wir haben oft genug bewiesen, dass wir viel besser spielen können. Es tut mir leid für alle Fans zu Hause. Wir sind alle sehr enttäuscht.

Die Umstellung auf eine ungewohnte Abwehrformation mit Dreierkette löst eine große Debatte aus. Einige Mitspieler haben sofort indirekte Kritik am Trainer geübt. Wie sehen Sie das?

Ich glaube, wir waren nicht auf dem Platz. Wenn man das System wechselt, ist der Nachteil, dass man sich nicht so sicher fühlt. Der Hauptgrund war, dass wir nicht in die Zweikämpfe gekommen sind, immer einen Schritt zu spät waren. Und wenn man dann immer einen Schritt zu spät kommt, wird es gegen einen Gegner wie Portugal schwierig.

Hat Trainer Murat Yakin denn solch eine gravierende Systemänderung nicht besprochen?

Na klar ist das besprochen worden, aber der Ausfall von Silvan Widmer ist sehr plötzlich gekommen. Es war lange nicht klar, ob er spielen kann. Wir haben das erst in der Matchbesprechung erfahren. Aber man muss doch mal sagen: Das müssen wir schon können. Ich habe Edi (Edimilson Fernandes; Anm. d. Red.) das Vertrauen geschenkt. Trotzdem ist das System zweitrangig: Wir dürfen nicht 1:6 verlieren. Wir sind nicht ‚ready‘ für ein Achtelfinale gewesen. Wir waren im Kopf nicht parat.

Zur Person

Djibril Sow hat eine insgesamt gute WM gespielt. Der Schweizer Mittelfeldspieler stand in jedem der vier Spiele in der Startformation, sein Stellenwert ist deutlich gestiegen. Direkt nach dem Aus gegen Portugal verabschiedete sich der 25-Jährige in den Urlaub. FR

Wo steht der Schweizer Fußball jetzt, wo man doch diesmal endlich unter die besten Acht der Welt kommen wollte?

Wenn wir als Einheit auftreten wie gegen Serbien, dann können wir viel erreichen. Wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass uns für dieses Extra eigentlich nur ganz wenig fehlt. Gerade mit Blick auf die EM 2024 in Deutschland haben wir immer noch eine junge Mannschaft mit viel Potenzial, Ich hoffe, dass wir es in knapp zwei Jahren dann besser machen.

Geht es für Sie direkt zurück nach Frankfurt?

Ich muss nicht zurück nach Frankfurt, ich habe jetzt Urlaub und dann geht es im Januar mit der Eintracht weiter.

Interview: Frank Hellmann

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