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Gut gespielt, doch ausgeschieden. Martin HInteregger. Foto: AFP
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Gut gespielt, doch ausgeschieden. Martin HInteregger.

Austria vergießt Tränen und darf stolz sein

Ein Spiel fürs Geschichtsbuch

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Österreich scheidet erhobenen Hauptes bei der EM aus - Teamchef Franco Foda ist gestärkt.

Einfach zur Tagesordnung wollte der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) nach der verhinderten Heldentat nicht übergehen: Kurzfristig setzte der Verband noch eine Pressekonferenz an, um aus dem Basiscamp in Seefeld den tapferen Auftritt seiner Nationalmannschaft am Samstagabend im Londoner Wembleystadion zu würdigen. Die ÖFB-Auswahl hatte sich erst in der Verlängerung eines EM-Thrillers mit 1:2 dem Topfavoriten Italien geschlagen gegeben. „Wir haben das Land toll vertreten. Ganz Österreich kann stolz auf dieses Team sein“, sagte Teamchef Franco Foda am Sonntag, der deutlich gestärkt aus diesem Turnier hervorgeht. Sichtlich gerührt nahm der 55-Jährige den Zuspruch der Fans bei der Rückreise nach Tirol entgegen. „Diese Mannschaft hat nicht nur den Trainer beeindruckt, sondern ganz Österreich. Dieses Turnier muss uns noch mehr Hunger geben.“ Es fehlten aus Fodas Sicht nur „kleine Momente“ an dem Coup fürs Geschichtsbuch: Ein EM-Sieg 2021 gegen Italien hätte ansonsten das glorifizierte 3:2 gegen Deutschland bei der WM 1978 in Argentinien abgelöst.

Die Ansammlung von Bundesliga-Profis bot eine fast schon verblüffende Leistung. Reif, abgeklärt, selbstbewusst. Sasa Kalajdzic, der hochbegabte Angreifer vom VfB Stuttgart, schaffte es, den Italienern nach sagenhaften 1168 Minuten wieder ein Gegentor zuzufügen. Doch letztlich kam der Anschlusstreffer (114.) zu spät, richtig freuen konnte sich der 23-Jährige jedenfalls nicht: „Ich glaube, das ist nicht nur das grausamste Spiel in meiner Karriere, sondern auch in der gesamten österreichischen Fußball-Geschichte.“ Der gebürtige Wiener empfand den Ausgang ungerecht, und war mit diesem Gefühl nicht alleine. Beinahe hätte Kapitän David Alaba ein Abschiedsspiel in München mit dem Viertelfinale bekommen, wovon der 29-Jährige im Vorfeld nicht zu träumen gewagt hatte. „Wir haben Mut und Willen bewiesen“, sagte der künftig für Real Madrid spielende Kapitän, der diesmal wieder als Linksverteidiger auflief.

Arnautovic ist nahe dran

Auch Österreichs Kanzler Sebastian Kurz äußerte sich: „Danke für dieses großartige Turnier, ein sensationelles Spiel“, twitterte der 34-Jährige und fügte an: „Wir sind stolz auf euch!“ Selbst die kühnsten Optimisten hätten nicht erwartet, dass sich das Team Austria nach einer teils passiven Darbietung in Halbzeit eins noch so mutig zeigen würde. Einmal mehr bewies Teamchef Foda, dass viel Sachverstand in ihm steckt.

Schade nur, dass so wenige Österreicher vor Ort sein durfte. Viele machten aus der Not eine Tugend. Zahlreiche Anhänger setzten sich am Samstag spontan in einen Zug von Wien nach Budapest, um in den offenen Public-Viewing-Bereichen das Spiel zu erleben. Viele kippten fast von den Stühlen, als Marko Arnautovic auf Alaba-Vorlage den Ball ins Tor köpfte. Doch die Freude hielt nicht lange: Hauchdünn hatte der 32-Jährige im Abseits gestanden, der VAR blieb gnadenlos. Nichts hatte den schmalen Grat zwischen Triumph und Tragik besser verdeutlichen können.

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