DFB-Pokal

Ein Sechser im Lotto

Der 1. FC Düren fordert den FC Bayern im DFB-Pokal nach dem Sieg gegen Aachen.

Hansi Flick und Leroy Sané verschickten Glückwunschnachrichten, die Fans zündeten bei der Rückkehr ein Feuerwerk und die Landespokalhelden stimmten sich mit einem Evergreen auf das Spiel ihres Lebens ein. „Zieht den Bayern die Lederhosen aus!“, schallte es mehr als nur einmal im Vereinsheim des 1. FC Düren bei der ausgelassen Siegesparty, auf der es nur ein Thema gab: Bayern München.

19 Tage nach ihrem Champions-League-Finale gegen Paris St. Germain müssen die Bayern in der ersten DFB-Pokalrunde nämlich gegen Düren antreten. Der erst 2017 gegründete Fünftligist erkämpfte sich mit einem überraschenden 1:0 im Finale des Mittelrhein-Pokals gegen die klassenhöhere Alemannia aus Aachen das Startrecht gegen die Bayern – und feierte diesen Coup am Samstag bis in die Morgenstunden.

„Wir fahren jetzt nach Düren, und dann hauen wir da einen raus“, hatte Siegtorschütze Adis Omerbasic schon nach dem Abpfiff im Bonner Sportpark Nord angekündigt. Der 25-Jährige, der erst am Freitag verpflichtet worden war, freute sich wie alle auf das ungleiche Duell gegen den Branchenprimus: „Es ist geil, gegen eine der besten Mannschaften der Welt zu spielen. Das wird ein einmaliges Erlebnis.“

Zu zwei Testspielen waren die Bayern in der Vergangenheit schon nach Düren gereist, doch ein Pflichtspiel, das dazu noch live im Fernsehen übertragen wird (11. September/Sport1) – „das ist einfach ein Sechser im Lotto“, sagte Klubpräsident Wolfgang Spelthahn, seit 52 Jahren glühender Bayern-Fan: „Der ganze Verein ist euphorisiert.“

Diese Euphorie wurde von den Münchnern am Finaltag der Amateure nochmals befeuert. Bayern-Trainer Flick verschickte aus Lissabon eine Whatsapp-Nachricht an ein Vereinsmitglied („Herzlichen Glückwunsch zum großen Erfolg. Wir freuen uns auf das Spiel“). Auch Nationalspieler Sané textete Mark Brasnic, mit dem er in Leverkusen in der Jugend gespielt hat, der jetzt in Düren kickt.

„Das Spiel sei ein „Traum“ und werde für alle ein „unvergessliches Erlebnis“, sagte Klubpräsident Spelthahn. Dass der Kracher allerdings in der 92 000-Einwohner-Stadt Düren stattfindet, ist unwahrscheinlich. Die heimische Westkampfbahn ist derzeit eine Baustelle, ein Umzug zum unterlegenen Finalgegner Aachen wäre „eine Provokation“, so Spelthahn. Alles deutet darauf hin, dass der Klub mit den Bayern das Heimrecht tauscht, was auch das Einhalten der Corona-Auflagen erleichtern würde. (sid)

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