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Ein klitzekleines Gipfelduell

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Von: Thomas Kilchenstein

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Ein Gewinner dieser Saison bei der TSG Hoffenheim: Diadie Samassekou.
Ein Gewinner dieser Saison bei der TSG Hoffenheim: Diadie Samassekou. © dpa

Beim SC Freiburg steigt das Spitzenspiel gegen die TSG Hoffenheim - wie konnte es dazu kommen?

Die Musik wummerte aus der Kabine der TSG Hoffenheim, noch ein bisschen lauter als sonst, weil die Partie gegen Eintracht Frankfurt 3:2 gewonnen war, und da ist Sebastian Hoeneß gefragt worden, ob er denn auch mitfeiere bei diesem Radau. Nein, sagte der Chefcoach, er sei in seine Trainerkabine gegangen, und habe „ein Bier getrunken“. Das war natürlich ein Scherz, er habe das gerade zu Ende gegangene Spiel analysiert.

Der Hoffenheimer Coach Hoeneß steht nicht in erster Linie für Spektakuläres, Aufregendes oder Außergewöhnliches, eigentlich steht er im Zweifelsfall im Schatten seiner berühmten Verwandtschaft. Wer Sebastian Hoeneß als Trainer verpflichtet, so geht ein Bonmot, kriegt Sebastian-Hoeneß-Fußball, und der ist meist eher dröge, bieder, vielleicht sogar langweilig, nicht am Reißbrett entworfen, dafür im Laptop. Seit 2020 leitet der 39 Jahre alte Filius des Ex-Bundesligaprofis und -managers Dieter die Fußballer der TSG Hoffenheim an, solide halt, mal gewinnt die TSG, mal nicht, im ersten Jahr trainierte er die Kraichgauer auf Platz elf, 43 Punkte, unteres Mittelfeld, allerdings konnte er mit Fug und Recht eine Reihe von coronabedingten Ausfällen als Entschuldigung anführen. Der Daumen blieb dennoch eher unten: langweilig, Zuschauer kamen auch immer weniger.

Das hat sich zuletzt nicht dramatisch geändert. Was sich geändert hat: Die TSG Hoffenheim hat sich auf leisen Sohlen nach oben geschoben, bis auf Platz fünf, 23 Zähler, hat in dieser Runde siebenmal gewonnen und gastiert am Samstag beim SC Freiburg. Es ist, man glaubt es kaum, das Spitzenspiel am 15. Spieltag, Vierter trifft auf Fünften.

Die neu gewonnene und von Hoeneß ausgegrabene Hoffenheimer Stärke ist ihre Geschlossenheit. Da steht eine echte Mannschaft kompakt auf dem Rasen, die weiß, was sie will, was jeder einzelne im Kollektiv zum Erfolg beisteuern kann. Da ist kein Überflieger im Team, der das Spiel allein entscheidet. Und der, der es könnte und nicht nur in der letzten Saison war, nämlich Andrej Kramaric, kommt nach Verletzungen nur ganz schwer in Tritt und allenfalls von der Ersatzbank. Dazu legen die Sinsheimer eine erstaunliche spielerische Sicherheit im Umgang mit dem Ball an den Tag. Und es ist eine gewisse Kontinuität und Stabilität eingekehrt. Drei Siege in Folge lassen zudem die Brust schwellen. Und: Es haben sich andere Profis in den Vordergrund gespielt: Georgino Rutter zum Beispiel, ein 19 Jahre alter französischer Wirbelwind, oder Diadie Samassekou, oder der pfeilschnelle Ihlas Bebou oder der zum zweiten Mal von den Bayern ausgeliehene Chris Richards, der hinten viel wegräumt.

Das macht die Nordbadener nicht automatisch zum Favoriten gegen die Südbadener, noch dazu nach deren nun wirklich spektakulären 6:0-Kantersieg bei Borussia Mönchengladbach. Aber für ein klitzekleines Gipfelduell reicht es aus.

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