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Ein Joker kehrt zurück: Leroy Sané trainiert wieder

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Von: Jan Christian Müller

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Vor der Partie gegen Spanien steht Bundestrainer Hansi Flick personell vor einigen Fragen. Die Viererkette soll bleiben, wenn auch mit neuem Personal.

Doha – Fußballmannschaften sind sensible Gebilde. Erst recht bei großen Turnieren, wenn die Spieler über Wochen aufeinanderhängen. Die Personalauswahl, die ein Trainer trifft, strahlt aus auf die Stimmung. Vor allem dann, wenn das Ergebnis danach nicht stimmt. Gegen Japan hat es nicht gestimmt. Die Atmosphäre im Teamquartier ist deshalb belastet. Auch aus der Heimat melden sich zahlreiche der einst von Teamchef Rudi Völler entnervt als „Gurus und Obergurus“ bezeichneten Experten und schlagen Rochaden vor. Das gehört zur Folklore bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Flick wird Änderungen vornehmen, obwohl er ein Trainer ist, der Rotation gern auf ein Minimum beschränkt.

Deshalb gilt es als unwahrscheinlich, dass der Bundestrainer komplett Lothar Matthäus folgt und dessen in Bild-TV unterbreiteten Vorschlägen, die mit vier Wechseln verbunden wären: Thilo Kehrer rechts hinten rein für Niklas Süle, der nach innen rückt, Matthias Ginter für David Raum links hinten, Leon Goretzka ins Mittelfeld neben Joshua Kimmich, Ilkay Gündogan auf die Zehn für Thomas Müller, Niklas Füllkrug in der Sturmmitte für Kai Havertz.

Zumindest als Joker ein Kandidat für die DFB-Auswahl: Leroy Sané.
Zumindest als Joker ein Kandidat für die DFB-Auswahl: Leroy Sané. © Christian Charisius/dpa

Vor der Partie gegen Spanien – Kimmich zurück auf die ungeliebte Verteidigerposition?

Flick stellte bereits klar, dass seine taktische Formation hinten nicht geändert wird. Es bleibt bei der Viererkette. Nicht ganz so deutlich äußerte er sich zu einer möglichen Verschiebung von Kimmich aus dem defensiven Mittelfeld auf die Rechtsverteidigerposition. Beim erfolgreichen Finalturnier der Champions League hatte das 2020 bestens funktioniert. Jetzt in Katar würde Flick damit sowohl das offenkundige Problem rechts hinten lösen und zudem dafür Sorge tragen, dass ein Platz für den sichtlich Frust schiebenden Goretzka neben Gündogan freigeräumt würde. Begeistert von dieser Idee scheinen weder der Bundestrainer noch Kimmich, von dem allerdings in der Crunchtime gegen Japan ebenso wenig stabilisierende Wirkung ausging wie vom eingewechselten Goretzka.

Am wahrscheinlichsten erscheinen Konsequenzen für Nico Schlotterbeck, der seinen Platz in der Innenverteidigung verlieren dürfte. Entweder an Süle oder an den zuletzt beim SC Freiburg formstarken Ginter. Der 28-Jährige wartet bei seinem dritten WM-Endrundenturnier noch immer auf seinen ersten Einsatz.

In der Offensive wird viel davon abhängen, ob Leroy Sané einsatzfähig ist. Im Teamtraining am Freitag mischte er in Teilen wieder mit und kann vielleicht als Joker eingesetzt werden – voll belastet wurde er aber noch nicht. Gibt Flick Havertz eine neuerliche Chance in der Sturmmitte oder verschiebt er ihn auf die Spielmacherposition oder auf die Bank? Havertz sagt: „Die Positionsfrage nervt mich langsam echt. Jeder weiß, dass ich 9 spielen kann, 10 spielen kann, rechts oder links.“ (Jan Christian Müller)

Die allgemeine Anspannung vor dem frühzeitigen Endspiel gegen Spanien ist allseits zu spüren. Deutliche Aussprachen von Trainer und Spielern sollen den Fokus richten.

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