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Wichtiger Bestandteil des Weltmeisterteams von 2014: Sami Khedira.
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Wichtiger Bestandteil des Weltmeisterteams von 2014: Sami Khedira.

Karriereende

Sami Khedira: Ein Großer der Goldenen Generation

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Sami Khedira hört mehr auf den Körper als auf den Ehrgeiz und zieht die Konsequenzen mit dem Karriereende. Vor allem mit einem Spiel wird der Weltmeister immer verbunden werden.

Als er mit seinem Bruder Rani im vergangenen Spätherbst im ZDF-Sportstudio saß, sah Sami Khedira noch wie ein Fußballprofi aus, der es der Welt zeigen will. Der Auftritt wurde zur öffentlichen Bewerbung eines „elder statesman“, der bei seinem Klub Juventus Turin nicht mehr benötigt wurde. Er sei topfit, die Premier League reize ihn. Keine Spur von Zweifeln in seiner Stimme.

Es wurden dann noch neun Spiele im Mittelfeld von Hertha BSC, nie über die gesamte Spielzeit, aber immerhin – das letzte als nach der Auswechslung gefeierter Kapitän, es flossen ein paar Tränen. Sami Khedira ist jetzt 34, da darf sich der Körper schon mal melden und sagen: Es ist genug. Der Kreuzbandriss im November 2013 in Italien, der ihm dank seiner Disziplin und seines Ehrgeizes dennoch nicht die WM 2014 kostete, später immer mal wieder zwickende Muskeln, dazu vor gar nicht allzu langer Zeit eine Herzoperation, Sami Khedira hat gespürt, dass er nicht mehr das leisten kann, was er von sich selbst verlangt.

Er freut sich auf die neue Freiheit, aber er sagt auch: „Ich werde definitiv zurückkommen, denn der Fußball ist mein Leben.“ Er ist intelligent genug, Karriere zu machen, als Trainer oder Manager. Seine erste war die eines Großen: Blutjunger Meisterspieler mit dem VfB Stuttgart 2007 (er machte das entscheidende Tor per Kopf), 77-mal für Deutschland, 2014 mit Real Madrid Champions League-Sieger, fünf Titel mit Juventus Turin. Und ganz oben: Weltmeister! Verletzt an der Wade beim Aufwärmen zwar kurz vor dem Finale, aber bester Spieler auf dem Platz im epochalen Halbfinale beim 7:1 gegen Brasilien. Ein Spiel, das für immer ein Mythos und mit seinem Namen verbunden bleiben wird.

Nach der verpatzten WM 2018 ging Khedira durch die Hintertür. Er war nicht mehr gut genug gewesen in Russland. Aber gehörte zu den Lieblingsspielern von Joachim Löw, dessen Treue er sich stets gewiss sein konnte. Beim Vorrunden-Aus gegen Südkorea wurde er nach 58 Minuten ausgewechselt. Sein letztes Spiel für Deutschland. Zu spät, wie zwei Jahre zuvor schon der Abschied von Bastian Schweinsteiger beim EM-Halbfinal-Aus gegen Frankreich.

Sami Khedira hat sich öfter mal beschwert über respektlose Berichterstattung, er fühlte seinen Beitrag zum großen Ganzen nicht immer ausreichend gewürdigt und sah dann ziemlich beleidigt aus. Die Kritiker haben ihn unterschätzt, was auch an seiner planierraupenartiger Schrittfrequenz gelegen haben mag. Löw wusste, was er an ihm hatte. Nach Michael Ballacks schwerer Verletzung vor der WM 2010 war für den Bundestrainer schnell klar, wer die Lücke füllen würde. Khedira gelang das eindrucksvoll, seine Führungsqualitäten waren Zeit seiner Laufbahn unumstritten.

Er war nicht der Schnellste, aber oft der Klügste auf dem Platz, ein Großer einer Goldenen Generation. Er war ein klassischer Trainer-Spieler, der Aufgaben exakt umsetzte. Das Angebot von Pal Dardai, Hertha BSC noch als Standby-Profi zur Verfügung zu stehen, lehnte Sami Khedira aber lieber ab. Er ist keiner für halbe Sachen.

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