Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hochbegabt, aber manchmal noch zu wild: Der Uruguyaer Rodrigo Zalazar (links), der im Sommer von St. Pauli zu Eintracht Frankfurt zurückkehrt.
+
Hochbegabt, aber manchmal noch zu wild: Der Uruguyaer Rodrigo Zalazar (links), der im Sommer von St. Pauli zu Eintracht Frankfurt zurückkehrt.

St. Pauli siegt im Derby

Ein Geniestreich schockt den Hamburger SV

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
    schließen

Der HSV geht als Tabellenführer ins Wochenende und kommt als Vierter aus dem Montag wieder raus – weil bei St. Pauli eine Frankfurter Leihgabe einen guten Einfall hat.

In einem seiner letzten Artikel vor der Pensionierung hat die Hamburger Fußballreporterlegende Buttje Rosenfeld den Uruguayer Rodrigo Zalazar als Spieler zwischen „Genie und Wahnsinn“ beschrieben. Wie viel Genie in dem 21-Jährigen steckt, der als Leihgabe von Eintracht Frankfurt beim FC St. Pauli vorspielt, hat der Hamburger SV am Montag zu später Stunde schmerzlich erlebt. Zalazars Vorarbeit aus vollem Lauf mit einem technisch anspruchsvoll getimten Chipball zum entscheidenden 1:0 in der 88. Minute zerlegte die HSV-Abwehr komplett und führte die beste Mannschaft der Rückrunde zum fünften Sieg in Folge.

Rodrigo Zalazar macht noch nicht alles richtig

Sein Trainer Timo Schultz mixte in das Lob für Zalazar die notwendige Dosis Kritik: „Er ist derjenige, der die meisten Kilometer abläuft. Ich sehe bei ihm aber auch noch viele zu risikoreiche Aktionen, weshalb er vielleicht Probleme hätte, bei seinem Stammverein Eintracht Frankfurt zu spielen. Deshalb ist er hier.“ Mit einiger Sicherheit aber nur bis Saisonende. Die Eintracht will den unausgereiften, hochbegabten Mittelfeldspieler dann zurück. Das Potenzial ist längst erkannt.

Der HSV hängt durch

Während die Jubelorgie von Zalazar und seinen Spielkameraden von einem Feuerwerk der Pauli-Fans außerhalb des Millerntors begleitet wurde, begann bei den Verlierern die Frustbewältigung. Genau genommen hatte die schon in der Nachspielzeit angefangen, als Tim Leibold sich eine Tätlichkeit gegen seinen ehemaligen Nürnberger Mitspieler Guido Burgstaller leistete und nach Eingriff des Videoassistenten von Schiedsrichter Deniz Aytekin vom Platz gestellt wurde. Der Kapitän wird somit beim Spitzenspiel kommenden Montag gegen Holstein Kiel fehlen.

Die Situation für den als Tabellenführer ins Wochenende gegangenen und als Vierter aus dem Montag gekommenen HSV ist unangenehm. In der Hinrunde läutete ein 2:2 gegen St. Pauli für den damaligen Tabellenführer fünf Partien ohne Sieg mit drei Niederlagen ein. Das sollte sich keinesfalls wiederholen, da die Rothosen ohnehin die letzten vier Spiele allesamt nicht gewinnen konnten (zwei Unentschieden, zwei Niederlagen) und als 14. der Rückrundentabelle nun drei Punkte zu den auf den beiden direkten Aufstiegsplätzen führenden nächsten Gegnern Kiel und Bochum haben.

Jonas Boldt bleibt cool

In den Vorjahren zeigte sich der Top-Aufstiegsfavorit dem Druck jeweils nicht gewachsen. Diesmal trägt Sportchef Jonas Boldt, bekannt für seine Coolness, Optimismus vor sich her: „Wir haben einen Prozess begonnen, der uns ganz gut gefällt. Ich bin überzeugt: Wenn wir da aufsetzen, wird sich die Tabelle von allein erklären.“ Auch Trainer Daniel Thioune lässt kein nervöses Zucken zu. Ja, „der Punch tut unheimlich weh“, aber: „Wir haben ein paar Straßenköter dabei und werden uns wehren.“ Dumm nur, dass die Hunde in dieser einen entscheidenden Szene nicht hungrig genug waren, sich dem genialen Zalazar bissig in den Weg zu stellen und so wenigstens den Punkt zu retten.

Offenbar gehört die Krisenanfälligkeit zum HSV wie die Alster zur stolzen Hansestadt. Kaum ist der Verein durch die Rücktritte von Präsident Marcell Jansen und seinen beiden heillos mit dem Vereinschef zerstrittenen Vizes aus den Schlagzeilen geraten, stimmt es sportlich nicht mehr. Es beginnt ganz hinten mit dem von Bayern München verpflichteten Torhüter Sven Ulreich, der sich gerade nicht auf der Höhe seiner Schaffenskraft präsentiert. Auch weitere begabte Spieler wie Marcel Kittel, Gideon Jung, Bakery Jatta, David Kinsombi oder Joshan Vagnoman schaffen es nicht, stabil Topform abzurufen. Der Ex-Frankfurter Kittel tauchte am Millerntor nach zwei fulminanten Freistößen aus der Anfangsphase zunehmend ab. Top-Torjäger Simon Terodde wurde von den aufmerksamen St.-Pauli-Verteidigern vom Spielfluss abgeschottet. Eine kluge Strategie, um dem HSV maximal wehzutun.

St. Pauli will auf dem Boden bleiben

Beim FC St. Pauli könnte in einer schwierigen Saison die Stimmung gerade nicht besser sein. Ein Derbysieg schmeckt immer noch besonders süß, die Tristesse der Jahreswende auf einem Abstiegsplatz ist längst überwunden. Am ganz späten Montagabend ist Timo Schultz dann noch gefragt worden, wie es mit der Perspektive Aufstiegsplatz aussieht. Da hat selbst Kumpeltyp Schultz die Antwort verweigert. Schön mit beiden Beinen am Boden bleiben. Wie es daheim in Ostfriesland üblich ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare