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Und es hat Zoom gemacht: Moussa Diaby trifft für Bayer 04 Leverkusen, die Gladbacher sind konsterniert.
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Und es hat Zoom gemacht: Moussa Diaby trifft für Bayer 04 Leverkusen, die Gladbacher sind konsterniert.

Gladbach geht mit Hütter unter

„Ein fürchterlicher Tag“

  • VonAndreas Morbach
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Gladbach-Trainer Adi Hütter fügt seiner miesen Bilanz in Leverkusen ein weiteres Kapitel an – und Max Eberl zürnt, während Hradecky schwärmt.

Als Schiedsrichter Deniz Aytekin die Gladbacher von ihrem Leiden erlöste, kümmerte sich Yann Sommer gerade um den nächsten angeschlagenen Mitspieler. Zu Füßen von Borussias Torwart krümmte sich diesmal Linksverteidiger Ramy Bensebaini. Sommer tätschelte dem Algerier aufmunternd den Rücken. Und als währenddessen Aytekins Schlusspfiff ertönte, nahm der 32-jährige Schweizer den Ball wie bei einem Einwurf über den Kopf und schleuderte ihn lustlos Richtung Mittellinie.

Es war Sommers frustrierte Geste zum 0:4 der Niederrheinischen in Leverkusen, über das ihr neuer Cheftrainer Adi Hütter seufzte: „Es war ein sehr ernüchternder Tag, mit den Verletzungen sogar ein fürchterlicher Tag.“ So ähnlich waren auch Hütters Tage immer mit seinem alten Klub Eintracht Frankfurt unterm Bayer-Kreuz. Da setzte es für den Österreicher stets üble Klatschen, 1:6, 0:4, 1:4, 1:3 – so lautet Hütters Eintracht-Bilanz. Summiert man dieses 0:4 hinzu kommt er auf null Punkte und eine Tordifferenz von 3:21. Nach Lieblingsgegner klingt das nicht.

Zu allem Überfluss erwischte es Außenverteidiger Stefan Lainer schwer. Der Österreicher musste kurz vor der Pause nach einem rüden Tackling von Bayers Neuzugang Mitchel Bakker mit Verdacht auf Knöchelbruch vom Feld. Zudem beendeten die Angreifer Marcus Thuram und Alassane Plea mit Knieverletzungen und der kränkelnde Abwehrchef Matthias Ginter ihren Arbeitstag vorzeitig.

„Das war ein sehr böses Foul, wie ich finde. Ich hoffe, dass sich Mitchel wenigstens bei Stefan entschuldigt und ihm Genesungswünsche zukommen lässt“, knurrte Borussias Sportdirektor Max Eberl zu der Szene, die zum einen zu einem Strafstoß für die Gäste führte (den Kapitän Lars Stindl recht jämmerlich vergab) – und zum anderen symbolisch für die gesamte Partie stand. „Wir haben“, hielt Leverkusens Bank-Vorstand Gerardo Seoane fest, „die nötige Zweikampfhärte und -stärke aufgebracht.“

Die enorme Wucht und ausgeprägte Aggressivität der gesamten Werkself zeigte Bakker stellvertretend gleich zu Beginn: In der dritten Minute drosch der niederländische U21-Nationalspieler aus 25 Metern aufs Tor. Sein Schuss klatschte an den Pfosten, prallte zurück zu Sommer – und vom linken Knöchel des verdutzten Eidgenossen hoppelte der Ball über die Torlinie.

Ende des Sommer-Märchens

Diese Eigentorszene wollte so gar nicht zur Heldengeschichte passen, mit der Sommer Anfang Juli von der Europameisterschaft heimgekehrt war. Im Achtelfinale gegen Frankreich hatte er den entscheidenden Elfmeter von Kylian Mbappé pariert und den Weltmeister mit dieser Tat aus dem Turnier gekippt. Vor einer Woche knüpfte Sommer dann nahtlos an seine Leistungen von der EM an, zum Bundesligastart trieb er diesmal Bayerns Weltfußballer Robert Lewandowski zur Verzweiflung.

Doch nun folgte der Abschied vom Sommer-Märchen. Beim ebenfalls sehr frühen 2:0 für die Werkself brachte Sommer bei Patrik Schicks Schuss die Hand nur noch schwach an den Ball. Und beim letzten Treffer der Leverkusener – das 3:0 erzielte Diaby – patschte er den verdeckten Schuss von Nadiem Amiri nur seitlich nach hinten, so dass der Ball auch diesmal den Weg ins Tor fand.

„Das Glück war auf unserer Seite, das hat einigen Einfluss gehabt“, kommentierte Leverkusens neuer Chefcoach Seoane den Patzer seines Landsmanns Sommer beim ersten Tor. Bei den Leverkusenern herrscht eitel Sonnenschein. „Ich bin noch mal neu in mein Hobby verliebt“, teilte Keeper Lukas Hradecky mit. Übungsleiter Seoane lobte den „großen Teamspirit“ der Werkself, dann fügte er lächelnd hinzu: „Wir nehmen dieses Spiel als Messlatte, sind selbstverständlich ambitioniert und wollen das Maximum. Aber das Schwierigste im Fußball ist Konstanz – und das wird noch einige Zeit brauchen.“ In Leverkusen kennt man das nur zu gut.

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