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Ein Clasico für Kinder

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Von: Hanna Raif

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Haben die BVB-Profis Moukoko und Adeyemi auch nach dem Spiel gegen Bayern Grund zur Freude? Foto: AFP
Haben die BVB-Profis Moukoko und Adeyemi auch nach dem Spiel gegen Bayern Grund zur Freude? Foto: AFP © AFP

Das Topspiel zwischen Borussia Dortmund und FC Bayern wird im Bezahlsender Sky erstmals auch altersgerecht aufbereitet. Üblicherweise knickte der BVB in diesen Spielen ein.

Die Reichweite wird zwei Mal im Jahr aufs Neue hervorgehoben. In knapp 200 Ländern können Menschen das Topspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern verfolgen, manche zur Primetime, manche in den Morgenstunden, andere mitten in der Nacht. Es ist nichts Neues, dass die DFL da weit über die Grenzen hinaus denkt, vielmehr aber lohnt sich an diesem Samstag der Blick ins deutsche Fernsehen. Dorthin also, wo der Pay-TV-Sender Sky erstmals - zusätzlich zur normalen Übertragung - eine kindgerechte Live-Sport-Übertragung produziert, inklusive coolen Moderatoren, Kinderreporter, altersgerechter Aufarbeitung und grafischen Elementen. Das Spiel, so hofft man, ist Werbung für den Sport. Wenn nicht dieses, welches dann?

Der Gedankengang ist logisch, und tatsächlich, es kribbelt ja auch bei allen Beteiligten, Fans und Beobachtern etwas mehr als an einem normalen Bundesliga-Samstag. Der „Clasico“, wie man ja seit ein paar Jahren sagt, interessiert und polarisiert, das ist unabhängig von der Tabellenkonstellation. Wenn sich die beiden vermeintlich besten deutschen Teams dann noch – wie dieses Mal – punktgleich begegnen: umso schöner. Außerhalb der Bayern-Fangemeinde drückt Fußball-Deutschland dem BVB die Daumen. Irgendwie traut man den Dortmundern doch mehr zu als Union und Freiburg. Warum eigentlich?

Überzeugungsarbeit hat der BVB im Spiel gegen die Bayern schon lange nicht mehr geleistet, weder für sich noch für den deutschen Fußball. Die letzten acht Liga-Partien gegen den Serienmeister gingen verloren, auch jene, in denen Dortmund im Formhoch antrat. Besonders bitter: Die 0:6-0:5-0:4-Serie zwischen 2018 und 2019. Fußball-Romantikern blieb an diesen so herbeigesehnten Abenden in der Allianz Arena schon in der Halbzeit kaum etwas anderes übrig, als die Sache mit Galgenhumor (und dem einen oder anderen Becher Bier) zu nehmen – und dem Meister beim Zaubern zuzuschauen.

Den Vorwurf, in den großen Spielen lange nicht da gewesen zu sein, muss der BVB sich gefallen lassen. Er steht sinnbildlich für diese Mannschaft, die aus gutem Grund große Ambitionen hat, in regelmäßigen Abständen aber in sich zusammenfällt. Der Samstagabend wäre mal wieder eine gute Gelegenheit, diesen Eindruck zu revidieren. In Zeiten, in denen es in der Liga vor lauter Langeweile keine Denkverbote mehr gibt und sogar Playoffs im Raum stehen, wäre mit einem Spiel auf Augenhöhe allen geholfen. Es schaut die ganze Welt zu – aber vor allem unsere Jugend. Die Zukunft dieses Sports.

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