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Gemeinsam stark: Die Nationalspieler Gnabry, Hofmann, Goretzka, Werner, Sané, Süle und Rüdiger (von links). Imago Images
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Gemeinsam stark: Die Nationalspieler Gnabry, Hofmann, Goretzka, Werner, Sané, Süle und Rüdiger (von links). Imago Images

Torfestival

Ein Lichtblick für Hansi Flick: DFB-Elf überzeugt gegen Armenien

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Aus der Wundertüte Nationalmannschaft kommt zur Abwechslung mal wieder viel Süßes zum Genießen. Die DFB-Elf überzeugte gegen Armenien. Ein neuer Lichtblick für Hansi Flick.

Stuttgart / Frankfurt – Mads Buttgereit ist ein lustiger Vogel. Das Spiel war schon lange vorbei, die 18 000 Zuschauer hatten die Arena in Stuttgart mehrheitlich längst verlassen, sehr zufrieden mit dem 6:0 der deutschen Fußballer gegen Armenien, als der neue Standardtrainer Buttgereit seine Kollegen zum Jubelhüpfen im geschlossenen Kreis aufforderte.

Doch mit seiner dänischen Lockerheit im Vergleich zur gestrengen deutschen Mentalität musste Buttgereit scheitern. Zu mehr als ein, zwei, drei kleinen Sprüngen reichte es nicht. Dann hatten die anderen keine rechte Lust mehr, der ganzen Welt vorzutanzen. Aber immerhin: Ein Hauch von Ausgelassenheit war dort unten an der Trainerbank sogar oben von der Pressetribüne erkennbar gewesen. Ausbaufähig natürlich. Aber ein Anfang ist gemacht.

DFB-Team: Neustart für Hansi Flick mit Torgala gegen Armenien

Als ausbaufähig war auch der Fußball angesehen worden, den das neue Deutschland unter Hansi Flick dem Stuttgarter Publikum nach dem recht verkorksten Bundestrainer-Auftakt gegen Liechtenstein präsentieren sollte. Und siehe da: Ganz ähnlich wie die Nationalmannschaft beim zweiten EM-Spiel gegen Portugal – damals, in einer längst vergangenen Zeit unter Joachim Löw – präsentierten sich die deutschen Spieler in einer „Jetzt-zeigen-wir-es-dem-Land“-Stimmung. Wie viel von dieser Herangehensweise konserviert werden kann, wird sich schon am Mittwochabend (20.45 Uhr/RTL) in Reykjavik gegen Island zeigen. Flick erwartet nicht weniger als das gegen Armenien Gezeigte: „Das ist jetzt der Maßstab.“ Das Wetter dort allerdings weniger. Aus 25 Grad am Degerloch in Stuttgart runter auf elf Grad und Nieselregen.

Wie dem auch sei: Es ist ja nun nicht so, dass es solche Begebenheiten wie jene vom Sonntagabend in der deutschen Länderspielstatistik noch nie gegeben hätte. Was Stuttgart in der WM-Qualifikation Anfang September 2021 erlebte, hatte Frankfurt in der EM-Qualifikation im November 2019 ganz ähnlich gesehen. Damals, als es Covid-19 noch nicht gab. Da gewann das DFB-Team 6:1 gegen Nordirland, einen Gegner der Kragenweite Armenien also, und wildfremde Menschen lagen sich in den Armen.

DFB-Elf: Sechs begeisternde Tore aus Offensivpower

Es war also gewiss nicht alles schlecht unter Flicks-Vorgänger Löw, aber es war auch vieles zum Ende hin nicht mehr verlässlich genug. Das ist nun die große Aufgabe, die vor dem neuen Bundes-Hansi liegt. Er muss dafür sorgen, dass seine Mannschaft dieses Wundertütige loswird, es müssen ja nicht Spiel für Spiel fortwährend jene Gänsehautmomente präsentiert werden, die Flick laut Selbstauskunft in der Stuttgarter Arena erlebt hatte. Was neben der Top-Leistung seiner Eleven vor allem daran lag, dass 18 000 dankbare Fans vor Ort waren.

Die wurden reichlich beschenkt, nicht nur mit den zuvor verlosten Freikarten, sondern auch mit einem sehr ansehnlichen halben Dutzend Tore, resultierend aus einer Offensivpower, die der bei der Europameisterschaft noch so enttäuschende Serge Gnabry mit zwei Treffern anführte. Kaum minder positiv in Erscheinung traten Leroy Sané und Timo Werner, zwei Männer, die in den vergangenen Monaten reichlich Saures bekommen hatten und nun am süßen Duft der Anerkennung schnuppern durften. Beide taten sich wie verlangt auch in den ständigen Pressingsituationen mit hervor, die Flick ultimativ von seinen Spielern verlangt.

Leon Goretzka über die Fans in Stuttgart: „Das war Balsam für die Seele“

Sehr gut sah auch Marco Reus in den Zwischenräumen hinter den Spitzen aus. Dass der Altmeister ein Klassekicker sein kann, wenn er gesund und munter ist, war ja bekannt. Aber auch für den 32-Jährigen gilt: Er muss verlässlich liefern, nicht nur hin und wieder und ohne dafür eine stabile Vorhersage liefern zu können. Als Alternative zum verletzten Thomas Müller taugt Reus in dieser Form natürlich allemal.

Sein abwechslungsreiches Zusammenspiel mit Leon Goretzka schaffte Räume, die die überforderten Armenier nicht zu schließen vermochten. Sowohl Reus als auch Goretzka zeigten ihre Fähigkeiten als technisch versierte, dynamische Vorbereiter. Der Münchner empfand die Unterstützung von den Rängen als „Balsam für die Seele“, vergaß aber auch nicht, den eigenen Anspruch klar und deutlich zu formulieren: „Konstant auf einem so hohen Level performen.“ Und daran zu erinnern, trotz ein bisschen Licht schön auf dem Boden zu bleiben: „Wir waren die vergangenen Jahre zu düster, dass wir jetzt nach einem Spiel abheben.“

DFB-Spiel: Rüdiger, Kimmich und Co überzeugen mit Glanzleistung

Auf hohem Level und Verlust der Bodenhaftung hatte es auch Antonio Rüdiger nach dessen herausragender Rückrunde für den FC Chelsea nicht über die EM geschafft. Dort war der hünenhafte Verteidiger regelmäßig desorientiert auf dem Platz angetroffen worden. In Stuttgart, der alten Heimat, wurde sein Abwehrspiel zu einer Art Triumphzug. Irgendwann fingen ein paar Leute auf der Tribüne an, bei jeder Ballberührung Rüdigers „Tooni“ zu brüllen, bald taten es ein paar Tausend nach. Rüdiger schien es zu genießen.

Und noch ein paar verlorene Söhne der Stadt erlebten nicht nur auf dem Sportplatz einen schönen Abend. Joshua Kimmich, Ersatztorwart Bernd Leno und Serge Gnabry fanden bald nach Spielschluss alte Bekannte auf der Tribüne und erlaubten sich ein kleines Bad am Rande der Menge. Vollbäder dürfen es ja noch nicht wieder sein. Wegen Corona und weil eine Eintagsfliege gegen Armenien noch keinen schönen Herbst macht. (Jan Christian Müller)

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