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Er ist dann mal weg: Horst Heldt wurde in Köln freigestellt – keiner weiß, warum.
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Er ist dann mal weg: Horst Heldt wurde in Köln freigestellt – keiner weiß, warum.

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Eigentümliche Kölner

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Die Kölner Führung hat sich durch den Rauswurf von Horst Heldt disqualifiziert: Man liegt sicher nicht daneben, dem chronisch unruhigen Effzeh eine schwere Saison zu prognostizieren.

Dass es ihn überraschen würde, wenn ihn in Köln noch etwas überraschen würde - dieses Bonmot hat Horst Heldt in den Tagen vor dem glücklichen Saisonende zum Besten gegeben. Er kennt ja seine Pappenheimer rund ums Geißbockheim, dort, wo eine etwas andere Klubführung sitzt, die es beispielsweise nicht für nötig erachtete, sich mit dem auf den allerletzten Drücker geholten Trainer Friedhelm Funkel in den fünf Wochen seiner erfolgreichen Rettungsmission auch nur einmal persönlich auszutauschen - außer einem einzigen Telefonat gab es keinen Kontakt.

Insofern passt es in die eigentümliche Art, einen Klub zu führen, die Sportliche Leitung just dann sofort zu entlassen, wenn das große Ziel erreicht ist. Außerhalb Kölns versteht die Entlassung des Sport-Geschäftsführers Horst Heldt kein Mensch, der im Sommer seinen Vertrag noch bis 2023 verlängert bekam. Heldt hatte im November 2019 beim FC angefangen, konnte sich trotz großer finanzieller Engpässe gutschreiben lassen, zwei Nicht-Abstiege geschafft zu haben. Es ging in dieser - durch die Pandemie zusätzlich schwieriger gewordenen - Saison für die Kölner einzig und allein um den Klassenerhalt, allen Fachleuten war das klar. Und dieser Ligaverbleib ist, unter Mühen zwar, gelungen. In der kompliziert strukturierten Klubspitze wirft man dem 51-Jährigen vor, zu viele personelle Fehlentscheidungen getroffen zu haben. Er habe zu lange am erfolglosen Trainer Markus Gisdol festgehalten, habe zugelassen, dass der FC zeitweise ohne einen etatmäßigen Angreifer auskommen musste.

Zum eigenen Trainer zu stehen, von dessen Qualitäten man überzeugt ist, ihm den Rücken zu stärken, ist eigentlich nichts, was einem negativ ausgelegt werden sollte. Zudem hat Heldt, als es darauf ankam, ja durchaus gehandelt, anders als etwa in Bremen, rechtzeitig - und er hat den Richtigen zum Feuerwehrmann gemacht: Friedhelm „Ich muss nur schnell den FC retten“ Funkel. Und war es nicht der von Heldt geholte Stürmer Sebastian Andersen, der - wochenlang kniegeplagt auf Eis - im letzten Spiel per Doppelpack die Kölner in der Klasse hielt? Auch die Verpflichtung von Trainer Steffen Baumgart für die neue Runde klingt nicht nach Fehlgriff, Baumgart selbst zeigte sich überrascht über den Rauswurf, er hätte sehr gerne mit Heldt zusammengearbeitet.

Man liegt sicher nicht daneben, dem chronisch unruhigen, ja bisweilen chaotischen Effzeh erneut eine schwere Saison zu prognostizieren. Und dass das kölsche Grundgesetz „et hätt noch immer jot jejange“ leicht ausgehebelt wird, kennen sie angesichts von sechs Abstiegen nur zu gut.

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