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Dortmunds Trainer Lucien Favre (2.v.r.) freut sich mit der Mannschaft nach dem Spiel über den Sieg.

Bundesliga am Freitag

Echte Maloche beim letzten Glückauf: BVB besteht Stresstest

Die Antwort des BVB auf die erste Saisonniederlage war herbstmeisterlich. Drei Tage nach dem 1:2 in Düsseldorf gelang dem Spitzenreiter im Ligagipfel gegen Mönchengladbach ein standesgemäßer Abschluss einer famosen Hinserie.

Von Vom Heinz Büse und Thomas Eßer, dpa

Beim letzten Glückauf im Ruhrgebiet zollten die Herbstmeister aus Dortmund den Bergleuten auf ihre Art Respekt. Zum Ende des Steinkohlebergbaus in der Region trugen sie Trikots mit der Aufschrift „Danke Kumpel!“.

Diese Botschaft erfüllte der Tabellenführer im Bundesliga-Gipfel gegen Borussia Mönchengladbach mit Leben. Beim 2:1 (1:1) über den Verfolger gab es zwar nur selten filigrane Angriffskunst, aber immer echte Maloche zu sehen. Mit Stolz zog Vereinschef Hans-Joachim Watze anschließend ein Hinrunden-Fazit: „Wir haben 42 Punkte. Wenn wir das im August gesagt hätten, hätten alle gesagt, ihr seid geistesgestört.“

Aus dem noch in der vorigen Saison wankenden Revierclub ist unter der Regie von Trainer Lucien Favre der größte Titelaspirant geworden. Die Hoffnungen der Konkurrenz, dass der BVB nach der überraschenden ersten Saisonniederlage drei Tage zuvor bei Fortuna Düsseldorf (1:2) ins Wanken geraten könnte, erfüllten sich nicht. Trotz großer Personalnöte in der Abwehr meisterte der Spitzenreiter den Stresstest und baute seinen Vorsprung auf die andere Borussia wieder auf neun Punkte aus. „Heute war es wichtig, nach der Niederlage in Düsseldorf zurückzukommen. Nun können wir zufrieden in die Weihnachtspause gehen“, kommentierte Sportdirektor Michael Zorc.

Selbst der Ärger über den zwischenzeitlichen Ausgleich der Gäste durch Christoph Kramer (45.+1), dessen Handspiel sowohl von Schiedsrichter Felix Zwayer als auch vom Videoassistenten zur allgemeinen Verwunderung als regelkonform eingestuft worden war, brachte die Dortmunder nicht aus der Ruhe. Dank der Tore von Jadon Sancho (42.) und Marco Reus (54.) konnten sie sich über die zweitbeste Hinserie der Vereinsgeschichte freuen. „Für den Kopf war das extrem wichtig. Das gibt noch mal zusätzliche Körner und mehr Zufriedenheit“, sagte Kapitän Reus.

Zum wiederholten Mal erwies sich die Ersatzbank der Borussia als echtes Plus. Denn der in der 34. Minute für den verletzten Torjäger Paco Alcácer eingewechselte Mario Götze zeigte seine bisher beste Saisonleistung und bereite beide BVB-Treffer vor. „Mario hat das Spiel mit entschieden“, lobte Zorc. Zudem gelang dem nach dem Ausfall von gleich drei Innenverteidigern im Abwehrzentrum aufgebotenen Mittelfeldspieler Julian Weigl eine beeindruckende Vorstellung. „Er war ruhig am Ball und clever im Spielaufbau“, befand Favre.

Nicht nur das komfortable Punktepolster, sondern auch die makellose Bilanz in den Spitzenspielen gegen Gladbach (2:1), München (3:2), Leipzig (4:1) und Frankfurt (3:1) taugt als Indiz für die Titelreife des BVB. Sebastian Kehl ist zuversichtlich, dass die Mannschaft in der Rückrunde an die famose Hinserie anknüpfen kann. „Wir bleiben gierig, werden wieder angreifen und diese gewisse Art von Demut beibehalten. Das hat uns stark gemacht“, sagte der Leiter der Lizenzspielerabteilung. Mit dem Start ins Trainingslager von Marbella am 4. Januar nimmt der Tabellenführer die Vorbereitung auf.

Der Frust der Gäste über die vergebene Chance, den Kampf um die Meisterschaft wieder spannender zu machen, hielt sich in Grenzen. „Wir können sehr zufrieden sein mit den ersten 17 Spielen. Wir haben im Sommer einige Stellschrauben verändert. Es kam etwas raus, was wir so nicht erahnt haben. 33 Punkte sind sensationell“, kommentierte Trainer Dieter Hecking.

(Vom Heinz Büse und Thomas Eßer, dpa)

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