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Hat beim FSV Mainz 05 das Sagen: Trainer Bo Svensson (rechts). Hübner
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Hat beim FSV Mainz 05 das Sagen: Trainer Bo Svensson (rechts). Hübner

FR-Bundesliga-Tipptabelle (1)

FSV Mainz 05: Echte Kerle

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Teil 1: FSV Mainz 05 Mit konsequentem Powerfußball soll es eine Saison ohne Zittern werden

Es war ein beispielloser Kraftakt, mit dem sich Mainz 05 in der vergangenen Saison aus schier auswegloser Lage den Klassenerhalt sicherte. In der Sommerpause wurde geräuschlos der Vorstandschef Stefan Hofmann (58) für drei weitere Jahre gewählt und in Volker Baas (66) ein neuer Aufsichtsratsboss gefunden. Ein unsägliches Hickhack auf dieser Ebene hatte zuvor sogar den sportlichen Aufschwung begleitet. Doch insgesamt gilt: Seit Christian Heidel (58) wieder da ist und die Fäden in der Hand hält, läuft der Laden.

Wie stark ist der Kader?

Nicht so stark, wie es in der fulminanten Rückrunde (32 Punkte, Platz fünf) aussah, und nicht so schlecht, wie es nach der miesen Vorrunde (sechs Punkte, Platz 17) schien. Die Nullfünfer haben mit dem besten Zweitligaspieler, dem Südkoreaner Jae-Sung Lee (ablösefrei von Holstein Kiel), dem Schweizer Nationalspieler Silvan Widmer (2,5 Millionen Euro vom FC Basel) sowie Anderson Lucoqui (ablösefrei aus Bielefeld) drei echte Kerle geholt. Sollten allerdings für Verteidiger Jeremiah St. Juste – den mit mehr als 35 km/h schnellsten Bundesligaspieler der Spielzeit 2020/21 – und/oder Moussa Niakhaté unmoralische Angebote eintrudeln, wären das kaum zu kompensierende Verluste. Ausgang offen.

Worauf steht der Trainer?

Bo Svenssons Credo lautet: „Spaß und Mut beim Fußballspielen!“ Der Däne überzeugt dabei mit einer klaren und konsequenten Kommunikation. Diejenigen Profis, denen er eine für Mainz typische intensive Spielweise zutraut, werden gefördert, diejenigen, die das nicht kapieren wollen, dürfen sich einen neuen Arbeitgeber suchen – oder müssen Svensson beweisen, dass sie lernfähig sein. Derzeit auf dem Prüfstand: Aaron Martin, mit zehn Millionen Euro teuerster Einkauf der Klubgeschichte, und Edimilson Fernandes, einst 7,5 Millionen Euro schwer. Beide spielerisch ganz gut, aber ohne Ball am Fuß oft nachlässig. Tendenz: Der Spanier und der Schweizer können für vergleichbar kleine Ablösen gerne gehen.

Wo hapert es noch?

Unter Christian Heidel will der Klub endlich wieder näher an die Menschen rücken. Schon weit vor Corona war Mainz 05 kein spürbarer Faktor in der Landeshauptstadt mehr gewesen. Mit dem Re-Opening und regelmäßigen Hoffesten für die Fans soll das besser werden. Zur neuen Identifikation passt die Führungstroika Heidel/Svensson und Sportchef Martin Schmidt perfekt – alles Männer mit Mainzer Vergangenheit. Und die sportlichen Leistungen der Rückrunde geben zur Hoffnung Anlass, dass die Anhänger sich wieder mitreißen lassen.

Zu- und Abgänge

Zugänge: Silvan Widmer (FC Basel), Jae-sung Lee (Holstein Kiel), Dominik Kohr (Eintracht Frankfurt, Leihe), Anderson Lucoqui (DSC Arminia Bielefeld), Ronael Pierre-Gabriel (Stade Brest, Leihe endet), Jonathan Meier (SG Dynamo Dresden, Leihe endet), Aaron Martin (Celta Vigo, Leihe endet), David Nemeth (eigene U23)

Abgänge: Dong-won Ji (FC Seoul, vorher an Eintracht Braunschweig verliehen), Abass Issah (HNK Rijeka, Leihe), Kunde Malong (Olympiakos Piräus), Florian Müller (VfB Stuttgart, zuvor an SC Freiburg verliehen), Erkan Eyibil (Antalyaspor), Marlon Mustapha (FC Flyeralarm Admira Wacker Mödling, Leihe), Philipp Mwene (PSV Eindhoven), Levin Öztunali (1. FC Union Berlin), Dimitri Lavalee (VV St. Truiden, Leihe, war bereits ausgeliehen), Danny Latza (FC Schalke 04), Robert Glatzel (Cardiff City, Leihe endet), Danny da Costa (Eintracht Frankfurt, Leihe endet)

Wer sticht heraus?

Zuallererst natürlich der Trainer. Was Bo Svensson bisher auf seiner ersten Station als Bundesliga-Chefcoach angestellt hat, gleicht einem Wunder. Der 41-Jährige geht lässig und locker mit dem vielen Lob um. Er hat Spieler stärker gemacht. Stefan Bell zum Beispiel, der eigentlich nur noch am Gnadenbrot nagen durfte und plötzlich in der Zentrale der Dreierkette oft klasse spielte. Oder Stürmer Adam Szalai, der längst weg sollte, aber von den netten Kollegen zurück ins Team gestreikt wurde. Oder Leandro Barreiro, der schmächtige Luxemburger, der vom Wackelkandidaten zur unerlässlichen Größe im Mittelfeld wurde.

Wie geht’s dem Schatzmeister?

Besser als vielen seiner Kollegen. Das Geschäftsjahr 2019/20 mit Geisterspielen am Ende der Saison wurde mit lediglich 2,2 Millionen Euro Verlust abgeschlossen – obendrauf kommt laut Finanzchef Jan Lehmann (51) für die Bilanz 2020/21 ein Verlust von rund zehn Millionen Euro. Das sind Peanuts im Vergleich etwa zu den Absteigern Werder Bremen und Schalke 04, die viel mehr Geld durch fehlende Zuschauereinnahmen verloren haben. Mainz 05 kommt in diesem Fall entgegen, dass die ausgefallenen Eintrittsgelder wegen der notorisch unterbesetzten Arena ausgesprochen milde ausfielen. Hinzu kommen Transfereinnahmen für Torwart Florian Müller (für fünf Millionen Euro zum VfB Stuttgart) und Mittelfeldmann Kunde Malong (für zwei Millionen zu Olympiakos Piräus). Ergo: Lehmann kann gut schlafen.

Der FR-Bundesligatipp

Eine Übersicht aller Texte finden Sie unter: fr.de/tipptabelle

Was ist drin?

Svensson vergaß nicht, am Saisonende darauf hinzuweisen: Neun Siege mit nur einem Tor Unterschied haben die Sensationsperformance erst möglich gemacht. Zur neuen Power gesellte sich also auch Spielglück. Ergo: Die fünftbeste Mannschaft, wie von Januar bis Mai, werden die Nullfünfer wohl kaum wieder werden. Aber alles andere als eine stabile Saison im Mittelfeld wäre eine Enttäuschung.

Fazit: Mainz 05 fährt auf einem zweistelligen, aber gesicherten Tabellenplatz ein.

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