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Überzeugt bei der EM: Luca Waldschmidt.

Kommentar U21

Durchstarter Waldschmidt und Richter: Ab geht die wilde Fahrt

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In Monheim freuen sie sich über die ansprechenden Leistungen der deutschen U21-Nationalmannschaft bei der EM in Italien. Ein Kommentar.

Nicht weit weg von Düsseldorf gelegen, einige Kilometer südlich den Rhein entlang, da werden dieser Tage wohl schon wiederholt Jubelschreie zu vernehmen gewesen sein. Dort, im beschaulichen 40.000-Einwohner-Städtchen Monheim, hat eine Spielerberaterfirma ihren Sitz, die nicht nur Starfußballer wie Marco Reus und Toni Kroos zu ihrem Portfolio zählen kann, sondern auch solche Profis, die in Zukunft noch zu eben jenen Hochglanzkickern werden wollen. In Monheim also freuen sie sich aktuell gewiss über die ansprechenden Leistungen der deutschen U21-Nationalmannschaft bei der EM in Italien, denn zu den Klienten der Beraterfirma zählen unter anderem Luca Waldschmidt und Marco Richter.

Der 23 Jahre alte Waldschmidt vom SC Freiburg und der 21-jährige Richter vom FC Augsburg sind zweifelsohne die bisher größten Überraschungen aus deutscher Sicht bei der EM. Angereist waren sie als leistungsmäßig ziemlich schwankende Talente, die sich vergangenen Saison bei ihren Klubs an der Schwelle zwischen Bank und Startelf bewegten. Zweieinhalb gute EM-Spiele sowie zusammengerechnet acht Tore und zwei Vorlagen später können sie mit finanziell lukrativen Angeboten anderer Vereinen noch in diesem Sommer rechnen. Und ab geht die wilde Fahrt.

Schnelles Geld oder langfristige Spielpraxis

Schon vor zwei Jahren bei der EM verhalf der Titelgewinn gleich acht Spielern aus dem deutschen Kader zu einem Karrieresprung. Ein paar Beispiele: Dortmund verpflichtete Mo Dahoud aus Gladbach, Maximilian Philipp aus Freiburg und Jeremy Toljan aus Hoffenheim für insgesamt 40 Millionen Euro. Und die Bayern banden den Bremer Serge Gnabry an sich. Nicht schlecht. Und doch nicht immer gut.

Während Gnabry wohl nur wegen des sinnvollen Zwischenstopps im Kraichgau bei der TSG Hoffenheim mittlerweile sowohl bei den Bayern als auch bei der A-Nationalmannschaft durchgestartet ist, sind die Karrieren von Dahoud sowie vor allem von Toljan und Philipp doch arg ins Stottern geraten. Ihr Hauptproblem: Bei allem vorhandenen Potenzial stehen sie wegen der höheren klubinternen Konkurrenz zu selten auf dem Rasen.

Insofern wird es für die deutschen Durchstartern Waldschmidt und Richter entscheidend sein, genau abzuwägen zwischen dem schnellen Geld und der langfristigen Spielpraxis. Ein weiteres Jahr in Freiburg und Augsburg mutet da gewiss als schlauere Lösung an, um die vielversprechenden Ansätze auf einem konstant guten Niveau in der Bundesliga zu bestätigen. Mal sehen, ob sie das in Monheim am Rhein genauso einschätzen.

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