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Durchgeschüttelte Darmstädter

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Von: Daniel Schmitt

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Haben viel zu besprechen: Darmstädter und Schalker Fußballer.
Haben viel zu besprechen: Darmstädter und Schalker Fußballer. © dpa

Lilien verlieren wieder gegen ein Topteam, Schalke 04 zieht mit dem 5:2-Sieg auf und davon. Hattrick von Marius Bülter, Doppelpack von Simon Terodde.

Nach intensiven 100 Fußballminuten durften beide Mannschaften noch ein wohliges Gefühl erleben. Die einen, Schalke 04, jenes als 5:2-Sieger eines Zweitligaspiels auf fremder Wiese. Die anderen, Darmstadt 98, als von ihren Fans gefeierte Verlierer. Gerackert hatten sie ja vortrefflich, die Kicker vom Bölle, sie waren drin im Spiel gegen den Tabellenführer, führten 1:0, glichen zum 2:2 aus, schossen ein Abseitstor zum vermeintlichen 3:2, ehe doch sportlicher Frust übrig blieb - und der Applaus der Anhängerschaft.

„Im Namen meiner Mannschaft ein extrem großes Dankeschön für diese Stimmung. Da war enorm viel Emotionalität drin. Es war ein gigantisches Erlebnis“, sagte Torsten Lieberknecht, der „massiv stolz“ sei, Trainer der Lilien zu sein. Seine Spieler sprachen ähnlich. Kapitän Fabian Holland erlebte „Gänsehautmomente“ nach dem Abpfiff, Doppeltorschütze Phillip Tietz (11., 34.) empfand die Reaktion der Fans „einfach Hammer“.

Die Darmstädter schafften es am Ostersonntag vor ausverkauften Rängen wieder nicht, in der Rückrunde ein Spitzenteam zu bezwingen. An die Niederlagen gegen den Hamburger SV, Bremen und Nürnberg schloss sich nun eine gegen Schalke 04 an, eine verdiente. Nicht etwa, weil die Gastgeber besonders schlecht gespielt hätten, sie waren in den ersten 45 Minuten sogar die etwas bessere Elf. Vermeidbare Abwehrschnitzer, individuelle Fehler, die in dieser Häufigkeit sicher auch etwas über die Grundqualität manch verteidigenden Profis verraten, aber kosteten einen möglichen Punktgewinn. Zudem traten die Gäste äußerst effektiv auf, trafen ihre ersten drei Versuche alle ins gegnerische Netz, waren abgezockter, cleverer, bereits ein Stück weit mehr bundesligatauglich. Simon Terodde (14., 29.) und sein an diesem Tage den Dauerknipser noch überragender Sturmpartner Marius Bülter (43., 48., 62.) erzielten die Schalker Tore. Das Team von Übergangstrainer Maik Büskens baute aufgrund der an diesem Spieltag sieglosen Bremer, Nürnberger und Sankt Paulianer den Vorsprung an der Tabellenspitze aus. Der direkte Wiederaufstieg scheint nah, der Chef aber warnt. „Wir müssen klar bleiben in der Birne“, so der Schalker Manager Rouven Schröder.

Sperre für Lieberknecht

Und Darmstadt 98? War’s das etwa mit dem Aufstieg? Geht es beim Überraschungsteam der Liga so langsam dahin? Manch einer wird dies unken, die Lilien, verständlich, halten verbal dagegen. „Wir werden uns schütteln und weiter stabil bleiben“, sagt Trainer Lieberknecht. Kommenden Samstag steht für die Darmstädter beim FC St. Pauli, aktuell Dritter und nur zwei Punkte besser, das nächste Topspiel an. Es ist für die Südhessen das letzte Duell gegen einen direkten Aufstiegskonkurrenten an den verbleibenden vier Spieltagen, selbstredend ein wichtiges. Eine weitere Niederlage und der Aufstieg würde wohl in unerreichbare Sphären steigen, ein Sieg und die Lilien hätten beste Chance. Sehr blöd also, dass einer der wichtigsten Akteure, der Trainer, fehlen wird am Hamburger Millerntor. Lieberknecht kassierte wegen Meckerns seine vierte Gelbe Karte der Saison, er fehlt gesperrt und vermutete gar grundsätzliches ihm angetanes Übel. „Bei mir bereiten sich die Schiedsrichter darauf vor, dass ich bei der ersten Situation, in der ich mich berechtigt aufrege, eine Gelbe Karte kriege.“ Er sei „null einverstanden“ mit der Entscheidung von Tobias Reichel.

Der Schiedsrichter hatte ein vermeintliches Foul an Holland nicht geahndet, in dessen Folge das Schalker 1:1 fiel. Keine glasklare Fehlentscheidung, aber doch eine Situation, in der ein Freistoßpfiff für die Lilien besser gewesen wäre. Die menschlich nachvollziehbare Reaktion des Trainers, das impulsive Beschweren, aber gehört dem Regelwerk nach nun mal mit Gelb bestraft.

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