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Dem BVB droht ein Kräftemessen mit Manchester City, Real Madrid oder womöglich auch Paris St. Germain

Champions League

Dortmunds ärgerlicher Hänger

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Das 0:0 gegen den FC Brügge könnte Borussia Dortmund noch verdammt weh tun. Auch der Rivale aus dem Revier zeigte eine gefährliche Selbstzufriedenheit. Ein Kommentar.

Hauptsache weiter. Wer die Kommentare der in der Bundesliga noch unbesiegten Protagonisten von Borussia Dortmund am Mittwochabend vernahm, der konnte glauben, die Nullnummer gegen den FC Brügge in der Champions League sei der nächste Fortschritt im schwarz-gelben Entwicklungsprozess. Natürlich dürfen die Westfalen stolz sein, dass sie vorzeitig das Achtelfinale erreicht haben - und selbstverständlich auch ihr Fußballlehrer Lucien Favre. Und doch könnte dieses 0:0 noch verdammt weh tun. Wenn nämlich bald die K.o.-Runde der Königsklasse ausgelost wird.

Es spricht wenig dafür, dass sich Atletico Madrid – dessen neues Stadion-Schmuckästchen Schauplatz des Finals sein wird – den Gruppensieg noch nehmen lassen wird, wo doch Borussia Dortmund im direkten Vergleich wegen eines berauschendes 4:0-Heimsieges die Nase vorne hatte. Nun aber ist dieser Vorteil dahin. Auf überflüssige und auch ein bisschen leichtfertige Art. Nach dem allemal ärgerlichen Hänger droht dem BVB im Februar und März 2019 nun ein Kräftemessen mit Manchester City, Real Madrid oder womöglich auch Paris St. Germain mit dem Dortmunder Ex-Trainer Thomas Tuchel. Niemand muss davor bange ein, aber hätte es die Borussia nicht auch einfacher haben können?

Der Eindruck, dass sich eine gefährliche Selbstzufriedenheit in dieser fünften Spielrunde der Gruppenphase eingeschlichen hat, erweckte auch der Rivale aus dem Revier: Beim FC Schalke 04 war das Erreichen des Achtelfinals kurioserweise wegen des zuvor terminierten Parallelspiels in Moskau perfekt. Und so traten die Königsblauen auch auf: merkwürdig mau und matt. Die Talente des FC Porto konnten ihre Ballfertigkeit oft ungehindert ausleben, weil die Schalker in den direkten Duellen fast immer den Kürzeren zogen. So etwas ist eine Haltungsfrage.

Nun fließen in die Kassen der Knappen zwar fast zehn Millionen Euro fürs Überwintern auf dieser Bühne, aber dann wird nach menschlichem Ermessen Endstation sein. Dafür fehlt dem Ensemble von Trainer Domenico Tedesco schlicht die Qualität.

Einen ganz besonderen Fall gibt noch die TSG Hoffenheim ab. Es will nicht einleuchten, warum der Fußballlehrer Julian Nagelsmann nicht einsehen will, dass er sich am Dienstagabend eine Harakiri-Taktik geleistet hat, die fast zwangsläufig schiefgehen musste. Warum in Unterzahl ins blinde Verderben stürmen, wo doch ein Remis gegen Schachtar Donezk zumindest ausgereicht hätte, um sich eine gute Ausgangsposition für den Verbleib in der Europa League zu sichern?

Wenn solche Fragen aufkommen, sollte ein Trainer nicht aus einer fast schon ideologisch anmutenden Ich-will-immer-gewinnen-Position argumentieren. Der 31-Jährige sollte ja nicht das eigene Tor verbarrikadieren, jedoch alle Sicherungssysteme nach einem Platzverweis auszustellen, ist vielleicht auch nicht der richtige Weg. Es bleibt zu hoffen, dass der künftige Coach von RB Leipzig sich gegen äußere Einflüsse nicht immun macht. Immerhin bekommt er an neuer Wirkungsstätte mit Ralf Rangnick einen Vorgesetzten, der sich durchaus als Korrektiv für noch nicht ausgereifte Trainer begreift.

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