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Kriegt bisher auch noch keine wirkliche Verbesserung hin: Trainer Edin Terzic.
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Kriegt bisher auch noch keine wirkliche Verbesserung hin: Trainer Edin Terzic.

Kein Titelkandidat

Dortmunder Realitäten

  • Jakob Böllhoff
    vonJakob Böllhoff
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Bei Borussia Dortmund ist der mitunter sich selbst lähmende Kontrollfußball von Lucien Favre unter Edin Terzic einem komischen Durcheinander-Dingens gewichen. Ein Kommentar.

Was Lucien Favre wohl gerade macht, der feingliedrige wie feinsinnige Schweizer? Gut könnte man sich zum Beispiel vorstellen, dass er gerade in einem Häuschen in den Bergen sitzt und traurig aus dem Fenster schaut, und hin und wieder seufzt er, immer noch damit hadernd, dass sie ihn in Dortmund nicht mehr haben wollten. Wenn die Bundesliga kommt, begibt Favre sich bestimmt vor den Fernseher, gucken, wie die Dortmunder Rauswerfer ohne ihn zurechtkommen. Dann muss dieser nette Mann sogar aufpassen, dass er nicht kurzzeitig vom hämischen Gefühl der Genugtuung angesprungen wird. Die Dortmunder kommen ohne ihn nämlich nicht wesentlich besser zurecht als mit ihm.

Favre ist kein hämischer Typ. Es wird ihm nicht gefallen, dass diese Mannschaft, die nach wie vor auch noch seine Mannschaft ist, irgendwie, auch mit dem jung-dynamischen Trainer Edin Terzic, 38, ihr Phlegma nicht loswird, nicht ihre Probleme. Das 1:1 am vergangenen Wochenende gegen Mainz 05 und nun, am Dienstagabend, die 1:2-Niederlage bei Bayer Leverkusen verdeutlichen Borussia Dortmunds bestehende Dysbalancen, die den Klub als Meisterschaftsanwärter untauglich machen. Favres sich mitunter selbst lähmender Kontrollfußball mit Risikominimierung ist unter Terzic einem komischen Durcheinander-Dingens gewichen, mit dem der BVB auch nicht besser dasteht. Mehr Tempo, mehr Dynamik, schärferes Pressing – ja, ja, ja. All das will Terzic sehen. So wie jeder. Allein: Man sieht es nicht.

Form- und Sinnkrisen

Man sieht dafür andere Dinge. Man sieht, wie die Spieler nach Rückschlägen die Köpfe hängen lassen. Man sieht, wie der 20-jährige Superstar Erling Haaland eine toxische, divenmäßige Körpersprache an den Tag legt, wenn es mal nicht läuft, er nicht die Zuspiele bekommt, die er gerne bekommen würde. Dann schimpft er und wirft frustriert die langen Armen in die Luft. Man sieht, wie Kapitän Marco Reus zurzeit zwar einen gesunden Körper über den Platz führt, gleichzeitig aber zerbrechlicher wirkt denn je; es fehlt dem 31-Jährigen mittlerweile die Endgeschwindigkeit, um die Eins-gegen-eins-Duelle für sich entscheiden zu können. Hier mal ein Häkchen, da mal ein Pässchen – genug ist das nicht. Nicht für die Ansprüche von Borussia Dortmund.

Die Macher um Sportdirektor Michael Zorc haben einen spannenden Kader zusammengestellt, der in der Theorie absolut Sinn macht: Um ein stabiles Gerüst herum mit erfahrenen Kräften wie Reus, Hummels, Can und Witsel sollen die Hochbegabten ihr Potenzial lustvoll ausspielen, Haaland, Reyna, Bellingham, Moukoko. Doch eine Realität aus Verletzungen und Form- und Sinnkrisen hat den BVB längst eingeholt und stellt vieles in Frage. Wie es aussieht, haben die Dortmunder Schwierigkeiten, die sich nicht einfach damit beheben lassen, dass jetzt einer Trainer ist, der sein will wie Jürgen Klopp.

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