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Die schwarz-gelbe Fußballwelt sieht gerade eher trist aus.

BVB

Dortmunder Debatten

Borussia Dortmund steht in Champions League und Liga vor wegweisenden Spielen.

Die dunklen Regenwolken über Dortmund beim Abflug der Mannschaft passten zur gedrückten Stimmung. Mit reichlich Frust im Gepäck starteten die BVB-Profis zum zweiten Gruppenspiel in der Champions League am Mittwoch bei Slavia Prag (18.55 Uhr). Nach dem schlechtesten Saisonstart seit fünf Jahren und einer viel beachteten Mentalitätsdebatte geht die Angst vor weiteren Rückschlägen um. „Die Gemengelage ist schwierig“, gestand Michael Zorc. Der Sportdirektor sieht das Team vor den beiden kniffligen Partien in der tschechischen Hauptstadt und drei Tage später beim SC Freiburg in der Bringschuld: „Das sind zwei richtungsweisende Spiele.“

Die jüngste Bilanz mit nur einem Sieg aus fünf Partien hat die noch beim Saisonstart vorherrschende Zuversicht vertrieben. Nur ein Erfolg im 250. Europapokalspiel der Vereinshistorie beim angeblich leichtesten Gruppengegner kann helfen, weitere negativen Schlagzeilen abzuwenden. Deutliche Kritik gab es selbst aus den eigenen Reihen. So warf Torhüter Roman Bürki seinen Mitstreitern nach dem 2:2 gegen Bremen vor, nicht „wie Männer zu spielen.“ Kapitän Marco Reus sah es ähnlich, wählte vor der Partie in Prag aber moderatere Töne: „Wir müssen die Köpfe oben behalten und Ruhe bewahren. Denn es geht weiter.“

Auch gegen den nach seinem Amtsantritt im Juli 2018 als „Bessermacher“ gefeierten Lucien Favre regt sich Kritik. Die fehlende Bereitschaft des BVB-Trainers zu mehr Variabilität bei der taktischen Grundausrichtung, die hohe Anfälligkeit bei Standards und der fehlende Punch seiner oftmals überlegenen Mannschaft kosteten schon in der vergangenen Rückrunde den möglichen Meistertitel.

Dass sich diese Probleme trotz namhafter Verstärkungen auch in dieser Saison fortsetzen, werten viele Beobachter als Stillstand. Dennoch genießt Favre weiterhin das Vertrauen der Vereinsführung. „Wir führen keine Trainerdiskussion“, sagte Zorc den „Ruhr Nachrichten“. Auch Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl sagte am Dienstag: „Die Diskussion ist doch lächerlich.“

Die Unruhe der vergangenen Tage schärft bei allen Beteiligten die Sinne. Zumal das als Außenseiter eingestufte Team aus Prag stärker als erwartet zu sein scheint. „Das wird ein richtig schwerer Brocken“, warnte Reus mit Verweis auf den guten Auftritt des tschechischen Double-Gewinners bei Inter Mailand, der erst in der Nachspielzeit den Gegentreffer zum 1:1 hinnehmen musste. Geht der BVB am Mittwoch mit seinen Chancen ähnlich verschwenderisch um wie vor zwei Wochen beim 0:0 gegen den FC Barcelona könnte er auch in der Champions League ähnlich früh wie in der Bundesliga ins Hintertreffen geraten.

„Es ist ein anderer Wettbewerb und auch die Möglichkeit für uns, wieder Selbstvertrauen zu tanken und an unserer Performance zu arbeiten. Und auch wieder eine andere Stimmung in die Mannschaft zu bekommen“, meinte Kehl.

Größere Probleme bereitet derzeit jedoch die Defensive. Bei der Suche nach mehr Stabilität könnte ein Comeback von Mats Hummels hilfreich sein. Der Dortmunder Abwehrchef, der im Spiel gegen Bremen wegen Rückenproblemen gefehlt hatte, bestieg am Dienstagmittag zusammen mit seinen Teamgefährten den Flieger Richtung Prag. Dagegen musste Torjäger Paco Alcacer wegen einer Achillessehnenreizung in Dortmund bleiben. Auch der am Fuß verletzte Neuzugang Nico Schulz ist noch keine Option für die Partie. Dafür sind die beiden zuletzt in der U23 eingesetzten Mateu Morey und Leonardo Balerdi im Kader. (dpa)

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