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Der erste Titel der Saison: Marco Reus stemmt den Supercup.

Kommentar

Borussia Dortmund endlich im Attackemodus

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Der Supercup mag wenig bedeutsam sein, aber er zeigt: Bei Borussia Dortmund scheint sich das Selbstverständnis geändert zu haben. Gut so! Der Kommentar.

Als Marco Reus am Samstagabend von Reinhard Rauball, dem DFL- und BVB-Boss in einer Person, die Supercuptrophäe überreicht bekam, da glänzten die Augen des Dortmunder Kapitäns mit dem silbernen Pokal um die Wette. Reus stemmte den wenig bedeutsamen Pott in die Höhe, präsentierte ihn seinen Teamkollegen voller Stolz und hüpfte im künstlichen Konfettiregen auf der Bühne herum. Da war jemand richtig zufrieden und glücklich. 

Nun könnten Spötter einwenden: ‚Soll er halt, der Marco. Titel zu gewinnen, das kennt er halt nicht‘. Denn tatsächlich war das 2:0 der Borussia gegen Bayern München zwar gleichbedeutend mit dem dritten Gewinn des Supercups für Reus, ansonsten aber gesellt sich nur noch ein DFB-Pokalerfolg in die Titelsammlung des 30-Jährigen. Seltsam wenig, bedenkt man die Klasse des Ausnahmekickers. Und doch erklärbar.

Zum einen natürlich dadurch, dass er nie für den Ligaprimus aus München spielte, zum anderen, weil er einen Haufen an bitteren Verletzungen in seiner Karriere hatte hinnehmen müssen. Und nicht unerheblich auch deshalb, weil Reus und seine Klubs immer ein wenig die nötige Gier nach Titeln vermissen ließen. Bestes Beispiel ist die vergangene Saison. Da lag der BVB weit vorne in der Tabelle, trug die Meisterschale gefühlt schon torkelnd über den Borsigplatz, ehe sie am Ende doch wieder am Münchner Marienplatz der Hauptact einer routinierten Fete war. 

„Das tat weh“, sagte Reus hinterher: „Aber wir müssen uns das selbst zuschreiben.“ Er meinte damit vor allem die in den entscheidenden Momenten versagenden Nerven. Immer dann, wenn es darauf ankam, patzte die Borussia. Weil sie nicht selbst vom großen Coup überzeugt war? So würde es Reus zwar nicht sagen, aber doch andeuten. In der „Welt“ sagte er jetzt: „Wir haben gemerkt, dass wir das Zeug dazu haben, uns ganz oben bei den wirklich großen Vereinen etablieren zu können. Wir können auch weltweit eine große Rolle spielen. Ich glaube, dass wir uns nicht länger kleiner machen sollten, als wir es tatsächlich sind.“

Natürlich haben sie in der Sommerpause beim BVB auch auf dem Transfermarkt kräftig hingelangt, mit Profis wie Julian Brandt, Thorgan Hazard, Nico Schulz und allen voran Mats Hummels die vielversprechenden Grundlage für einen Großangriff auf die Bayern geschaffen, darüber hinaus aber scheint sich das Selbstverständnis geändert zu haben. „Meister zu werden, muss unser Ziel sein“, fordert Reus deutlich und selbstbewusst. Borussia Dortmund im Attackemodus. Endlich!

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