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Überglückliche Ukrainer. Foto: AFP
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Überglückliche Ukrainer.

Ukrainischer Coup

Die vierte Wahl entscheidet

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Dank eines späten Jokertores des Frischlings Artem Dowbyk fordert die Ukraine jetzt England

Natürlich wusste Artem Dowbyk danach nicht, wohin mit all seinen Gefühlen, viel zu groß waren sie für den weithin unbekannten Stürmer, der in der letzten Minute der Verlängerung seine Ukraine ins Viertelfinale geköpft hatte. Er riss sich das Trikot vom Laib, er schwenkte es über dem Kopf, er rannte irgendwohin, Freude pur, das Adrenalin rann nur so durch seine Adern. Dann endlich wurde der vor ein paar Tagen 24 Jahre alt gewordene Joker, der so aussieht wie ein großer, lieber Junge, eingefangen von seinen Kameraden und begraben unter einem Haufen blau-gelber glücklicher Ukrainer.

Trainer Andrej Schewtschenko, der einzige Weltstar der Auswahl, hatte ihn 14 Minuten vorher eingewechselt, seinen letzten Trumpf sozusagen. Bis dahin verlief die internationale Karriere von Artem Dowbyk eher überschaubar, es war erst sein dritter Einsatz für die Ukraine insgesamt, zuvor hatte er neun Minuten gegen Kasachstan gespielt und 45 gegen Bahrain. Auch seine Vereinskarriere ist jenseits der ukrainischen Grenzen unbemerkt verlaufen: Er spielt in Dnipropetrowsk, zu Sowjetzeiten ein Zentrum der Kernenergie-, Waffen- und Raumfahrtindustrie, dort beim FC Dnipro, sechs Tore in 24 Spielen in der Premier Liga, sind alles andere als außergewöhnlich. Oft wurde er ausgeliehen, nach Dänemark, zu FC Midtjylland und nach Sönderjyske, seit 2014 ist er Profi. Transfererlöse insgesamt: 450 000 Euro.

Artjem Dowbyk war jetzt nicht Schewtschenkos erste Wahl, auch nicht die zweite oder dritte. Doch nach dem Platzverweis des Schweden Marcus Danielson (99.), der Artjom Bessedin schwer am Knie verletzte, setzte er auf den Jungen und gewann alles. Die Ukraine steht nach dem 2:1 (1:1)-Erfolg nach Verlängerung über Schweden am Samstag im Viertelfinale in Rom gegen den Deutschland-Bezwinger England. Und jetzt fühlen sich Ukrainer nach dem Coup in letzter Sekunde wie Nationalhelden. „Das war unglaublich cool. Jungs, Respekt“, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Reise nach Rom

Auch Trainer Schewtschenko platzte nach dem Schweden-Happen mit Happy End in allerletzter Sekunde fast vor Stolz. „Mit dieser Leistung und Einstellung verdient unser Team die Liebe der ganzen Nation“, befand der einstige Weltklassestürmer. Für den 44-Jährigen persönlich ist das nächste Kapitel in Rom eine Reise in die glorreiche Vergangenheit. In Italien, in Diensten des AC Mailand, feierte Schewtschenko seine erfolgreichsten Jahre bis hin zur Auszeichnung als Europas Fußballer des Jahres. Die Euphorie soll den unermüdlich kämpfenden Underdog, der sich mit drei Punkten gerade so in die K.o.-Runde gezittert hatte, zur Riesensensation gegen England tragen. „Ihre Ersatzbank kostet wahrscheinlich so viel wie drei ukrainische Teams“, sagte Alexander Sintschenko. Der Linksverteidiger, der die Führung erzielte und die brillante Flanke zum Lucky Punch schlug, weiß wovon er spricht: Er verdient sein Geld bei Manchester City..

Auch Kapitän Andrej Jarmolenko von West Ham United dürfte bis in die Haarspitzen motiviert sein. Der 31-Jährige spielt ein starkes Turnier: An vier der bisher sechs ukrainischen Treffer war der Ex-Dortmunder beteiligt. Diesmal indirekt: Er machte in der Verlängerung Platz für Einwcehselspieler Artem Dowbyk. mit sid

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