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WM-Aus für Karim Benzema: Die Tragik um den Besten

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Von: Daniel Schmitt

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Traurig für Benzema, für Frankreich, für die WM: Der Beste spielt nicht mit. Foto: AFP.
Traurig für Benzema, für Frankreich, für die WM: Der Beste spielt nicht mit. Foto: AFP. © afp

Titelverteidiger Frankreich muss auf den verletzten Karim Benzema verzichten - und ein neues Teamgefüge finden.

Das WM-Aus des Karim Benzema, des derzeit wohl besten Fußballers, hat mehrere Dimensionen, zeitlich gesehen, zum einen die Aktualität, in der sich der Star des französischen Nationalteams aufgrund einer Oberschenkelblessur für das Turnier in Katar abmelden muss, zum anderen auch die jüngere und eine fernere Vergangenheit.

Angefangen mit der jüngeren: Da ahnte der Stürmer von Real Madrid offenbar schon, dass es eng werden könnte mit Einsätzen in der Wüste, er tat dies zwar nicht öffentlich kund, doch er kickte nicht mehr. Benzema spüre eine Muskelermüdung im Oberschenkel, hieß es von Real-Coach Carlo Ancelotti im Oktober, weshalb der Ballon-d’Or-Gewinner einige Partien der Königlichen ausließ. Die gingen prompt in die Hose, Benzema bekam von nicht wenigen Fans die Schuld dafür zugesprochen, auch eine Real-Legende keilte aus. „Um ehrlich zu sein: Ich verstehe das nicht“, sagte der einstige Mittelfeldmann Guti: „Ich sehe Messi bei Paris spielen, Lewandowski bei Barcelona spielen. Du kannst dein Team nicht hängen lassen. Kein Spieler will die WM verpassen, aber an erster Stelle steht deine Mannschaft.“ Guti erhielt erstaunlich viel Zuspruch, im Nachhinein aber bleibt: Benzema kennt seinen Körper wohl doch am besten.

Der 34-Jährige war jüngst in Doha erst wieder ins Training eingestiegen, um gleich festzustellen: Geht einfach nicht, mindestens drei Wochen Pause, eher länger. „Ich habe in meinem Leben noch nie aufgegeben, aber nun muss ich an die Mannschaft denken, wie ich es immer getan habe“, so Benzema: „Die Vernunft sagt mir, meinen Platz jemandem zu überlassen, der unserer Mannschaft helfen kann, eine gute WM zu spielen.“

Für die Franzosen ist der Ausfall ihres Angreifers ein harter Hieb, wenngleich die Offensive weiterhin weltmeisterlich besetzt wirkt: Mbappé, Griezmann, Giroud, Dembele, Coman, dazu die nachberufenen Bundesligaprofis Marcus Thuram (Mönchengladbach) und Randal Kolo Muani (Frankfurt). „Trotz dieses erneuten Rückschlags habe ich volles Vertrauen in meine Mannschaft. Wir werden alles tun, um die immense Herausforderung zu meistern“, sagt Nationaltrainer Didier Deschamps.

Mit Benzema fehlt aber nicht nur der Torjäger, sondern auch ein Anführer, das vielleicht größere Dilemma, müssen die Franzosen ohnehin Führungskräfte wie Paul Pogba, N‘Golo Kante und Presnel Kimpembe ersetzen. Das Teamgefüge ist aufgebrochen, ob sich binnen kürzester Zeit ein neues finden lässt? Einerseits. Andererseits, und das ist die anfangs benannte Dimension in fernerer Vergangenheit: Auch 2018 beim WM-Titel in Russland war Benzema nicht dabei, selbstverschuldet: Infolge eines Sextape-Skandals wurde er nicht nominiert. So werden in der Vita des Weltstars letztlich nur fünf WM-Partien stehen, 2014 in Brasilien, lange her.

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