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Die Tränen der Tormaschine

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Von: Thomas Kilchenstein

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Erstes Tor für Robert Lewandowski bei einer WM, emotional. Foto: AFP
Erstes Tor für Robert Lewandowski bei einer WM, emotional. Foto: AFP © AFP

Gruppe C Erstes Tor für Robert Lewandowski bei einer WM -im fünften Anlauf

Er hat dann tatsächlich geweint. Man glaubt es kaum. Man hat es gesehen, als er nach einer Ewigkeit endlich aufgetaucht war aus der Jubeltraube polnischer Fußballspieler, die sich stapelten über den bäuchlings auf dem Rasen Liegenden. Rot verweint war das Gesicht, als Robert Lewandowski zurück zur Mittellinie trabte, endlich befreit von einer schier unmenschlichen Last.

Was muss dieser Robert Lewandowski für einen tonnenschweren Rucksack auf dem Rücken getragen haben in all den Jahren. Was muss das für ein Ballast gewesen sein - noch nie hatte der 34-Jährige einen Treffer bei einer WM erzielt, auch das mag man kaum glauben. Diesem Ausnahmestürmer, der jeden nur erdenklichen Torrekord pulverisiert hat, selbst die 40-Tore-Marke eines Gerd Müller, der in seiner sehr langen Karriere in bald 700 Pflichtspielen 527 Treffer etwa für Lech Posen, Borussia Dortmund, Bayern München, FC Barcelona erzielt hat, rinnen die Tränen herunter, weil er gegen Saudi-Arabien ein geschenktes Tor macht. Im fünften WM-Anlauf nach 442 Minuten sein erstes Tor. Wie sehr muss sich dieser Angreifer selbst unter Druck gesetzt haben. Aber nur so, nur mit einem solche niemals nachlassendem Ehrgeiz kommt man an die absolute Spitze, schafft es in der Phalanx der Tormaschinen, die immer treffen und niemals zweifeln.

Obwohl: Vielleicht hat sogar Robert Lewandowski zuletzt ein winziges bisschen gezweifelt, am letzten Spieltag hat er einen Elfmeter verschossen, gegen Mexiko im Auftaktspiel. Dabei war der Strafstoß richtig gut geschossen, doch Torhüter Ochoa flog reaktionsschnell ins bedrohte Eck. Es war wie verhext, bei Weltmeisterschaften war das Tor für ihn wie vernagelt, dabei hat er in 136 Länderspielen auch 77-mal getroffen. „Ich hatte diesen Traum in mir, von Kindheit an. Dieser Traum ist wahr geworden“, sagte er „so stolz“. Dabei war der Matchwinner Torwart Wojciech Szczesny, der bei 0:0 einen Elfmeter und auch sonst sensationell parierte.

Dieser schmeichelhafte 2:0 (0:0)-Erfolg über ein erstaunlich starkes Saudi-Arabien bietet den Polen weiter alle Möglichkeiten. Jetzt da Lewandowski sogar bei Weltmeisterschaften trifft. kil

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