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Der VfB Stuttgart sieht sich derzeit starken Winden ausgesetzt.
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Der VfB Stuttgart sieht sich derzeit starken Winden ausgesetzt.

Querelen auf der Führungsebene

Datenaffäre beim VfB Stuttgart: Die Nächsten müssen gehen

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Beim schwäbischen Bundesligisten stürzen zwei weitere Führungsleute über die Datenaffäre. Der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger empfiehlt derweil den Journalisten, „über Fußball zu reden“.

Beim VfB Stuttgart gibt es weitere Konsequenzen der Datenaffäre aus den Jahren 2016 bis 2018, als Unmengen vertraulicher Informationen über Mitglieder rechtswidrig an einen externen Dienstleister herausgegeben wurden. Zwei Mitarbeitern, unter anderem dem Medienchef Oliver Schraft, wurde am Donnerstag gekündigt. Dessen Nachfolger wird der beim 1. FC Köln im vergangenen Jahr beurlaubte Tobias Kaufmann. Das teilte der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger am Freitag auf eine Video-Pressekonferenz mit.

Damit sind bei den derzeit nur sportlich erfolgreichen Schwaben zwei weitere leitende Figuren nicht mehr da, zudem traten mehrere Beiratsmitglieder sowie zwei von drei Präsidiumsmitgliedern zurück, zwei Vorstände mussten gehen. „Weitere arbeitsrechtliche Verantwortlichkeiten von Mitarbeitern gibt es nicht“, so Hitzlsperger, der „nach vorne blicken“ will.

Hitzlspergers Vertrag läuft bis 2022

Dabei blieb der Ex-Nationalspieler jedoch die Antwort auf die konkrete Frage schuldig, wie er sich eine weitere Zusammenarbeit mit dem Präsidenten Claus Vogt vorstellt, den er eigentlich in Doppelfunktion als Vorstand und Präsident hatte beerben wollen, ehe er diese Volte nach erheblicher Kritik der Fanbasis wieder aufgab. Der Graben scheint unüberwindbar. Vogt bewirbt sich bei der Mitgliederversammlung im Sommer für eine weitere Amtszeit, Hitzlsperger stellte klar, dass auch er weiter im Amt zu bleiben gedenke. Sein Vertrag läuft bis 2022. „Ich mag den Job echt gerne.“

Er habe natürlich registriert, dass „manche mich nicht mehr sehen wollen“, habe aber die sportliche Entwicklung maßgeblich beeinflusst. Den Medienvertretern riet er, „über Fußball zu reden“. Dafür, dass das in den vergangenen Monaten trotz oft hervorragender Leistungen des VfB reichlich untergegangen ist, machte Hitzlsperger auch „Menschen“ verantwortlich, „die sich bemüßigt fühlen, uns zu schaden“.

100 000 Datensätze

Vor allem aber hat der Traditionsklub sich selbst geschadet, indem er Daten verriet, die Außenstehende nichts angehen. Ursprünglich war von mehreren zehntausend Mitgliederdateien die Rede gewesen, inzwischen sind nach Informationen der Landesdatenschutzbehörde sogar rund 100 000 Datensätze betroffen. Eine entsprechende E-Mail mit geschwärzter Empfängeradresse war den Datenschützern anonym zugegangen. Die Mail war intern im VfB von den beauftragten Ermittlern nicht mehr aufzufinden, offenbar ist sie gelöscht worden. Insgesamt habe es vier illegale Datenübermittlungen in den Jahren 2016, 2017 und 2018 gegeben.

Der VfB überlegt nun laut Hitzlsperger, die Ergebnisse der Ermittlungen im Klubhaus zur Einsicht auszulegen. Manche Stellen müssten mit Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte - Ironie der Geschichte - den Datenschutz geschwärzt werden. Von einer Veröffentlichung im Internet, wie es etwa der Deutsche Fußball-Bund vorbildlich mit dem Freshfields-Bericht zur Sommermärchenaffäre vor vier Jahren getan hatte, ist in Stuttgart keine Rede.

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