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Herr der Slogans: DFB-Direktor Oliver Bierhoff.
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Herr der Slogans: DFB-Direktor Oliver Bierhoff.

Nationalmannschaft

DFB-Team: Ist das „Die Mannschaft“ oder kann das weg?

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Die deutsche Fußball-Nationalelf ist unter Oliver Bierhoff zu einem pseudocoolen PR-Monstrum verkommen. Ein Kommentar.

Es gibt vermutlich beim DFB und der Nationalelf das eine oder andere Problem, das vordringlicher einer Lösung harrt, aber dass inzwischen an oberster Stelle ernsthaft darüber nachgedacht wird, den unsäglichen Kunstbegriff „Die Mannschaft“ abzuschaffen, ist allemal zu loben. Dieser aus dem Setzbaukasten gängigen PR-Sprechs entliehenen Kampagnenbegriff, 2015 von der Kölner Designagentur Milk im Auftrag des Marketingstrategen Oliver Bierhoff kreiert, ist ja nie wirklich von der - wenig - verehrten Anhängerschaft angenommen worden.

Er wirkte immer wie eine schale Kopie von Spitznamen anderer Nationen, die Les Bleus heißen oder Selecão, Nati oder Albiceleste, ein Abziehbild ohne jede Authentizität, Tradition oder Tiefe.

Nationalmannschaft: Mehr Nähe vonnöten

In erster Linie stand dieser verkorkste Name stellvertretend für die Überkommerzialisierung von DFB und seinem Nationalteam in den letzten Jahren – einhergehend mit überhöhten Ticketpreisen, immer schlechteren Leistungen und dem steten Ausgrenzen von Fans bei Trainingseinheiten - selbst jetzt, bei der EM-Vorbereitung in Seefeld, hielt es der DFB für eine gute Idee, einen halben Berg blickdicht abzusperren.

DFB und Nationalelf waren von ihre Anhängerschaft noch nie so weit entfernt wie in der Zeit nach dem Aus bei der WM 2018. Die Stadien waren bei den Auftritten von Jogi Löws Jungs selten gut gefüllt, das Interesse an der DFB-Elf sank rapide. Die Entfremdung von den Edelkickern war enorm, die zwischen den Spielen gefühlt so viele PR-Termine und Mode-Shootings (auf denen manche ausrutschten) wie Trainingseinheiten absolvierten.

DFB-Team und die Vermarktung: Aus dem Fan wird Kundschaft

Der Fan musste sich zuweilen vorkommen wie Kundschaft, der mittels smarter Kampagnen etwas verkauft werden soll. Gerade die Nationalmannschafts-Sponsoren warben mächtig mit „der Mannschaft“ oder den verballhornten PR-Begriffen „#ZSMMN“ oder „BestNeverRest“. Fans sehen sich aber als aktiven Teil des Ganzen, sie wollen den Fußball und nicht das Unternehmen.

Mit der Abschaffung von „Die Mannschaft“ allein entkommen DFB und Nationalelf natürlich nicht dem Imagedesaster. Dazu sind weichere Faktoren vonnöten, mehr Nähe zum Beispiel, um einen entscheidenden Aspekt zu nennen. Und bessere Leistungen auf dem Rasen, mit einem Team, das sympathisch rüberkommt, Identifikation bietet. Es braucht wieder eine echte Mannschaft - und keine coole Marke. (Thomas Kilchenstein)

In den vergangenen Wochen gab es viele Meinungen über die DFB-Elf. So auch die von Jupp Heynckes.

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