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Bei ihm läuft es gerade nicht: Simon Terodde vom FC Schalke 04.
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Bei ihm läuft es gerade nicht: Simon Terodde vom FC Schalke 04.

Zweite Fußball-Bundesliga

Die Liga der Mäuseschritte

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Mehr Tradition geht nicht: Im zweitklassigen Topspiel trifft Werder Bremen vor ausverkauftem Haus auf Schalke 04

Ein Blick auf die Tabelle der Zweiten Fußball-Bundesliga fördert Erstaunliches zutage: Von Rang eins (FC St. Pauli) bis Platz zehn (Karlsruher SC gemeinsam mit Hansa Rostock) liegt immer nur genau ein einziges Pünktchen zwischen dem nächsten Tabellenplatz. Und auch nach unten hin (mit Ausnahme des Letzten FC Ingolstadt) bricht die drängende Enge keinesfalls ab. Der 17. Erzgebirge Aue hat nur sechs Punkte weniger auf dem Konto als der Zehnte Karlsruhe.

Mitten drin im Gewühl befinden sich Werder Bremen (8.) und Schalke 04 (5.). Der Dritte und Siebte der Ewigen Bundesligatabelle treffen am Samstagabend um 20.30 Uhr zum überregional mutmaßlich am meisten beachteten Spiel des Wochenendes aus erster und zweiter Liga aufeinander. Die übertragenden Sender Sky und Sport1 blicken Topquoten entgegen, die manche Erstligabegegnung komplett in den Schatten stellen.

Denn in der zweiten Liga mischt sich die Popularität vergilbter Marken wie Werder und Schalke mit der Hochspannung, die sich aus der Tabelle ablesen lässt. Gewisse Abstriche in der Spielqualität toleriert das in den beiden letzten Bundesligaspielzeiten gerade bei Heimpartien auf eine harte Probe gestellte Bremer Publikum ohne Murren. Beim 3:0-Heimsieg neulich gegen Heidenheim lagen sich die Menschen in den Armen, als wären die alten Zeiten zurück. Doch die Spieltagsposter aus der Champions League gegen Real Madrid, dem FC Barcelona oder Juventus Turin, die in mancher Loge in Rahmen hängen, stammen aus einer längst vergangenen Zeit.

Die Gegenwart sieht so aus: Bei einem Bremer Sieg mit drei Toren Differenz gegen die Knappen wären beide gleichauf. Der Trend ist gerade Werders friend. Die letzten drei Spiele gingen nicht verloren, zuletzt bogen die Bremer ein 0:1 in Nürnberg noch zu einem 2:1 um. Schalke dagegen schied erst ruhmlos aus dem DFB-Pokal bei Drittligist 1860 München aus und verlor danach in Heidenheim und gegen Darmstadt 98, jeweils verdient.

Werders teure Doppelspitze

Die Grün-Weißen profitieren bei ihrer Miniserie in Mäuseschritten davon, dass Trainer Markus Anfang die zentralen Stürmer Niklas Füllkrug und Marvin Ducksch endlich gemeinsam auflaufen lässt. Die zehn Millionen Euro Ablöse, die Werder für die teuersten Angreifer der zweiten Liga berappte, könnten sich so noch amortisieren. Ohnehin sind die im Mittelfeld nur mittelmäßigen Bremer vorn und hinten topbesetzt. Zu Füllkrug und Ducksch gesellt sich der wiedergenesene Offensivmann Leonardo Bittencourt. Hinten sind Torwart Jiri Pavlenka, Marco Friedl und Milos Veljkovic (allesamt Nationalspieler ihrer Länder) sowie Kapitän Ömer Toprak allemal gut genug für Zweitliga-Spitzenfußball. Friedl (gesperrt) und Veljkovic (verletzt) fallen allerdings Samstag aus.

Bei den Schalkern haben Sportvorstand Peter Knäbel, der nach seinem freiwilligen Aus bei Mainz 05 verpflichtete Sportdirektor Rouven Schröder und Finanzchefin Christina Rühl-Hamers ein beispielloses Kommen und Gehen tapfer gemanagt, dabei einen Überschuss von fast 40 Millionen Euro erwirtschaftet und drei Klasse-Verpflichtungen getätigt. Die Stürmer Simon Terodde (vom HSV) und Marius Bülter (zuvor Union Berlin) haben ebenso prächtig eingeschlagen wie der niederländische Vorlagengeber Thomas Ouwejan (sechs Assists), Terodde tut sich allerdings gerade schwer. Nach elf Treffern in den ersten neun Spielen blieb der 33-Jährige zuletzt fünfmal ohne persönliches Erfolgserlebnis. Völlig ungewohnt für ihn und sein Team.

Von Desinteresse beim Publikum kann in Bremen trotz Abstieg, trotz Corona und trotz des mittelmäßigen Saisonstarts keine Rede sein. Das Weserstadion darf wie schon beim Heimspiel gegen den FC St. Pauli (1:1) vollständig unter G-2-Bedingungen ausgelastet werden und ist mit etwas mehr als 40 000 verkauften Karten zum zweiten Mal in dieser Saison restlos ausverkauft. Davon kann mancher Erstligist nur träumen. Das kleinste Bundesland Bremen ist nicht nur Vorbild in Sachen Durchimpfung der Bevölkerung, sondern auch Werder (gemeinsam mit dem 1. FC Köln und dem FC St. Pauli) in der frühen konsequenten Umsetzung eines G-2-Konzepts.

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