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Teurer Assistent: Dass Oliver Bierhoff (links) Benedikt Höwedes auf die Payroll des DFB hievte, wird von Landesverbänden kritisch gesehen.
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Teurer Assistent: Dass Oliver Bierhoff (links) Benedikt Höwedes auf die Payroll des DFB hievte, wird von Landesverbänden kritisch gesehen.

Verbände

DFB & DFL: Tiefe Gräben und Streit ums Geld im deutschen Fußball

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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DFL, DFB, Landesverbände und Vereine streiten mit Leidenschaft ums liebe Geld - das hat auch Auswirkungen auf die kommende DFB-Präsidentenwahl.

Frankfurt - Oliver Bierhoff ist gerade wieder zwölf Tage lang mit der Nationalmannschaft unterwegs. Ankunft aus Island am Donnerstag. Der seit drei Jahren als „DFB-Direktor Nationalmannschaften und Akademie“ firmierende 53-Jährige hat in seiner übergangsweise in Frankfurt-Niederrad untergebrachten Direktion inzwischen 190 Mitarbeiter:innen, die ihn selten sehen. Zuletzt rückte Ex-Nationalspieler Benedikt Höwedes als prominenter Lehrling in den Stab. Bierhoff hat gemerkt, dass er sich in seiner Doppelfunktion als Manager der A-Nationalmannschaft sowie Chef in Niederrad ein bisschen viel zugemutet hat, zumal er fern der Frankfurter DFB-Heimat am Starnberger See wohnt. Höwedes, der ein Management-Seminar bei der Uefa absolviert, soll ihm zeitnah Arbeit abnehmen.

DFB & DFL: Streitereien um Geld

Die Personalie Höwedes (und auch die des neuen Scouts Hermann Gerland) stieß zunächst auf Widerstand im DFB-Präsidium. Dort, wo die 21 Landesverbände mitzureden haben, hätte man lieber mehr Geld Richtung Amateurlager verschoben, als weitere Personalkosten beim Eliteteam zu verursachen. Zumal ja auch das Trainerteam von Hansi Flick durch den neuen Assistenten Danny Röhl und Standardcoach Mads Buttgereit um zwei Stellen aufgestockt wurde.

Oben, im „Team Bierhoff“, schütteln sie den Kopf über die Amateure, unten an der Basis haben sie das Gefühl, die da oben machten ohnehin, was sie wollten. Auch die von Tobias Haupt seit drei Jahren mit großem Engagement und Fachwissen angeführte DFB-Akademie mit 60 Angestellten wird latent verdächtigt, mit zu viel Geld zu wenig zu bewegen. Wahr ist aber auch, dass Haupt und seine Leute mit Volldampf daran gegangen sind, wissenschaftlich fundiert und hochprofessionell Top-Bedingungen dafür zu schaffen, dass der deutsche Fußball wieder zurück an die Weltspitze findet. In der Deutschen Fußball-Liga (DFL) findet Haupt dabei mehr Unterstützung als aus den Landesverbänden.

DFB & DFL: Gräben sind tief

Die Beispiele zeigen, dass Amateure und Profis von einem gegenseitigen Vertrauensverhältnis weit entfernt sind. Die Gräben sind tief. DFL-Aufsichtsratschef Peter Peters ist Favorit auf das Amt des DFB-Präsidenten bei der Wahl im kommenden März. Aber um bei den Amateuren nicht nur in seiner nordrhein-westfälischen Heimat zu punkten, muss der 59-Jährige noch viel Überzeugungsarbeit leisten. Sein Auftritt im Fußballstammtisch „Doppelpass“ bei Sport 1 am Sonntag hat dazu nicht beigetragen. Peters redete viel und sagte wenig. An der Basis, die bei der Wahl über eine breite Mehrheit verfügt, ist bekannt: Der ehemalige Schalker Finanzchef ist nah am Profilager. Derzeit noch zu nah, um gewählt zu werden.

Fifa-Regierungsmitglied Peters, der sein Fähnchen in den Wind zu hängen versteht, müsste zur Vertrauensbildung im Amateurlager deutlich bekunden, dass er den im Sommer 2023 auslaufenden Grundlagenvertrag zwischen DFB und DFL so neu austariert, dass bei den Landesverbänden mehr als aktuell pro Jahr sechs Millionen Euro ankommen. Das Zehnfache, also 60 Millionen Euro von oben nach unten, fordert Gerd Thomas vom FC Internationale in Berlin: „Dafür könnte man die Trainerausbildung optimieren, das Riesenproblem Schiedsrichter angehen und das Ehrenamt stärken.“ Dazu müsste ein Verfahren gefunden werden, welches verhindert, dass Klubs frisches Geld für überhöhte Zahlungen an Amateurspieler verwenden. Bierhoff sagte dieser Tage, er glaube, „dass es möglich ist, die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bekommen“. So viel sei vorhergesagt: Das wird schwieriger, als 2022 Weltmeister zu werden.

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