1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball

Die Bundesliga liebt Europa

Erstellt:

Von: Thomas Kilchenstein

Kommentare

Der Freiburger Lukas Kübler jubelt nach dem Tor zu 1:1 gegen Piräus.
Der Freiburger Lukas Kübler jubelt nach dem Tor zu 1:1 gegen Piräus. © dpa

In allen drei internationalen Ligen schlagen sich die Klubs achtbar, der SC Freiburg und Union Berlin ziehen in der Europa League nach.

Es gab eine Zeit, da waren Auftritte auf internationaler Bühne bisweilen zwar keine lästige Pflicht, aber sie hatten längst nicht die Bedeutung, die sie heute genießen, zu Recht genießen. Ein großer Ex-Fußballer hat den Wettbewerb mal den „Cup der Verlierer“ genannt, ehe er ihn dann selbst gewonnen hat, aber das ist lange her. Heute nehmen die Bundesligisten Europa League und/oder Conference League richtig ernst, nicht nur die Champions League, weil es Meriten bringt und, wichtiger, eine schöne Stange Geld. Und weil es im Grunde absurd ist, sich 34 Spieltage abzuhecheln, freudetrunken die Qualifikation zu schaffen, nur um dann mit halbem Tank Kräfte zu sparen für die hiesige Liga.

Klar, das alles hat entscheidend mit dem sportlichen Status Quo zu tun, und wer im Herbst tief im Bundesliga-Keller steckt, überlegt es sich womöglich zweimal, die allererste Elf in Partien gegen, sagen wir, AEK Larnaka oder Ludogorez Rasgrad zu schicken, wenn drei Tage später bereits die nächste zum „Schicksalsspiel“ hochgejazzte Begegnung ansteht. Das Brot- und Buttergeschäft ist immer die Bundesliga.

In dieser Saison schlagen sich die deutschen Vertreter in den jeweiligen Ligen sehr wacker, Borussia Dortmund und Bayern München stehen sicher im Achtelfinale der Champions, RB Leipzig so gut wie. Eintracht Frankfurt hat noch alle Möglichkeiten, nur Bayer Leverkusen benötigt fremde Schützenhilfe, um in der Europa League weitermachen zu dürfen, wo der SC Freiburg schon weiter ist, Union Berlin und der 1. FC Köln (in der Conference League) auf einem guten Weg sind - zumindest ist vor dem letzten Gruppenspieltag kein Bundesligist bereits ausgeschieden. Alle haben Chancen auf ein Weiterkommen. Das war früher schon mal anders.

Und um die berühmte Fünf-Jahreswertung, die einst als bedrohliches Damoklesschwert über der Liga schwebte, braucht sich augenblicklich ebenfalls keiner Sorgen machen, Deutschland liegt stabil auf Rang drei. Die Startplätze in den drei internationalen Wettbewerben sind nicht in Gefahr.

Das bislang gute Abschneiden deutscher Klubs in Europa hat natürlich mit einem Qualitätssprung zu tun. Der SC Freiburg, sogar Gruppenerster in der Europa League, oder Union Berlin spielen in der Bundesliga nicht nur aktuell eine außergewöhnlich gute Saison, liegen stabil unter den ersten Fünf und verfügen inzwischen über einen deutlich breiter aufgestellten Kader, der eine vernünftige Rotation möglich macht. Das sind mittlerweile gestandene Bundesligisten, deren kontinuierlich gute Arbeit belohnt wird.

Allein Bayer Leverkusen hat seine sportliche Krise mit in die Liga der Könige genommen. Vielleicht ist es ja ein Fingerzeig, sich ganz auf den Kampf um den Klassenerhalt zu konzentrieren. Europa muss man sich, bei aller Reputation, auch leisten können.

Auch interessant

Kommentare