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Lässt ihre Torhüterin nicht fallen: Trainerin Martina Voss-Tecklenburg (rechts) und Torfrau Almuth Schult.
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Lässt ihre Torhüterin nicht fallen: Trainerin Martina Voss-Tecklenburg (rechts) und Torfrau Almuth Schult.

Nationalelf

Die Brückenbauerin

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg will Länderspiele bei minimiertem Risiko austragen - und Almuth Schult nicht verlieren.

Selten hat Martina Voss-Tecklenburg aus ihrem Wohnort in Straelen am Niederrhein so lange Gespräche geführt wie vor den ersten Länderspielen dieses Jahres. „Risikominimierung um jeden Preis“ nennt es die Bundestrainerin, trotz aller Erschwernisse durch Corona-Krise und Wintereinbruch demnächst ein Dreiländerturnier mit Belgien und den Niederlande – für die gemeinsam geplante Bewerbung um die Frauen-WM 2027 – durchzuführen. Jeder Teilnehmer verbleibt dafür in seinem Land, seiner Blase. Deutschland spielt zunächst in Aachen gegen Belgien (21. Februar/18 Uhr), dann in Venlo gegen Vizeweltmeister Niederlande (24. Februar/18.30 Uhr). Die in England beschäftigen Ann-Katrin Berger, Leonie Maier und Melanie Leupolz sind wegen der Virusvarianten ebenso nicht berufen wie Turid Knaak und Lena Petermann, die Flugreisen aus Spanien beziehungsweise Frankreich hätten unternehmen müssen.

Doch ganz auf Länderspiele soll nicht verzichtet werden: Immerhin elf sind in 2021 geplant, ein halbes Dutzend davon in der ersten Jahreshälfte, Gespräche für eine USA-Reise im Sommer laufen. Sich mit den Topnationen zu messen, ist für Voss-Tecklenburg elementar, um jene Akteure herauszufiltern, „die auf internationalem Niveau unter Druck Leistung bringen.“

Ihr Team war beim WM-Viertelfinale 2019 gegen Schweden (1:2) daran gescheitert, weshalb der amtierende Olympiasieger die Tokio-Spiele verpasst. Aus dem „Übergangsjahr“, wie es die Bundestrainerin bezeichnet, „machen wir eine Chance“. Schließlich geht es danach Schlag auf Schlag: EM 2022 in England, WM 2023 in Australien und Neuseeland (wofür im zweiten Halbjahr 2021 die Qualifikation beginnt), vielleicht dann Olympische Spiele 2024 und EM 2025. Es spricht für ein nachhaltiges Tun der bis 2023 gebundenen Trainerin, dass sie in diesen Langzeitdimensionen denkt.

Mit Weitblick gilt es auch, die pikante Personalie Almuth Schult zu behandeln. Nach der Geburt von Zwillingen im April vergangenen Jahres hatte sich die Torfrau des VfL Wolfsburg fürs Comeback gequält, um dann kürzlich vom Vereinstrainer Stephan Lerch zu erfahren, dass sie auf absehbare Zeit nur die Nummer drei wird.

DFB zahlt Pauschale

Die langjährige Stammtorhüterin der DFB-Frauen wird trotzdem zur Nationalmannschaft gebeten, weil sich Voss-Tecklenburg an mehreren Trainingstagen persönlich ein Bild vom Leistungsstand machen möchte. Allein das ist schon ein großes Entgegenkommen. Ausführliche Gespräche mit Schult, Vereinstrainer Lerch und DFB-Torwarttrainer Michael Fuchs gingen dieser Maßnahme voraus. Schließlich handelt es sich um eine Gemengelage, die größere gesellschaftliche Dimensionen besitzt. „Wir wollen alles so gut es geht zusammenbringen. Es wird nicht daran scheitern, dass Almuth Mutter ist“, versichert Voss-Tecklenburg,

Der Verband würde neuerdings finanzielle Unterstützung in Form einer Pauschale leisten, um vor Ort die Kinderbetreuung abzusichern. Wegen der Pandemielage reist die seit Dienstag 30-jährige Schult kinderlos zum Treffpunkt nach Düsseldorf. Unabhängig von den Trainingseindrücken: Ohne Einsätze im Verein dürfte es schwierig werden, das 65. Länderspiel zu bestreiten. Die Bundestrainerin stellte klar: „Almuth wird sich positionieren wollen und müssen. Sie ist die Erste, die weiß: Sie muss spielen und sich weiterentwickeln, wenn der Prozess Nationalmannschaft weitergehen soll.“

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