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Diagnose Hodentumor: Der Kampf des Lebens für Sebastien Haller

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Von: Ingo Durstewitz

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Sebastien Haller.
Sebastien Haller im Training bei Borussia Dortmund. © Marco Steinbrenner/dpa

Sebastien Haller ist ein Kämpfer, ein positiver Typ. Er selbst nennt die Krankheit eine Prüfung, er wird sie voller Kraft angehen. Ein Kommentar.

Dortmund/Frankfurt - Natürlich ist die schockierende Diagnose für Sebastien Haller sportlich ein Schlag ins Kontor für Borussia Dortmund, das sollte man nüchtern festhalten dürfen, ohne als gefühllos oder unsensibel abgekanzelt zu werden. Der BVB hat den begehrten Mittelstürmer für ganz viel Zaster aus seinem Vertrag in Amsterdam herausgekauft, alles in allem so 35 Millionen Euro.

Der Ex-Frankfurter sollte nicht weniger als Megastar Erling Haaland ersetzen, das Spiel auf den Torjäger ausgerichtet werden. Daraus wird erst einmal nichts. Das ist denkbar unglücklich für den westfälischen Topklub, weil er ja doch irgendwie darauf spekuliert hat, die ein Jahrzehnt andauernde Bayern-Dominanz zu durchbrechen. Könnte schwer werden. Andererseits ist es völlig egal.

Sebastien Haller: Prioritäten verschieben sich

Die Gesundheit ist nun mal das höchste Gut – das hat die seit fast zweieinhalb Jahren wütende Pandemie und das leider an vielen Stellen nicht mehr so ernstgenommene Virus noch einmal deutlich vor Augen geführt. Unerträglich sind vor diesem Hintergrund übrigens querdenkende Hohlköpfe, die die drei jüngsten Fälle von Hodenkrebs im deutschen Profifußball mit den Corona-Schutzimpfungen in Zusammenhang bringen. Vielleicht einfach mal zum Arzt gehen und sich das Oberstübchen durchchecken lassen. Wäre angeraten.

Klar ist, dass eine derart schwere Erkrankung mit ungewissem Ausgang alles verblassen lässt – auch im Spitzenfußball, der zwar ein knallhartes Geschäft mit Milliarden-Umsätzen geworden ist, aber eben doch in erster Linie Unterhaltung bieten soll. In diese Welt passen Tumore und Krebsgeschwüre schlecht hinein.

Sebastien Haller ist ein Kämpfer

Sie sorgen aber dafür, dass sich Prioritäten verschieben, vieles, was vorher vorgeblich so unheimlich bedeutend und wichtig war, relativiert sich: ein Vereinswechsel, eine Leistenzerrung, eine Abseitsentscheidung, ein Siegtor, eine Niederlage, ein Abstieg – na und? Das Leben geht weiter.

Und das Leben wird auch für Sebastien Haller weitergehen, er ist ein Kämpfer, ein positiver Typ mit einer guten, gesunden Ausstrahlung. Er selbst nennt die Krankheit eine Prüfung, er wird sie voller Kraft angehen. So wie einst sein Eintracht-Mitspieler und Kumpel Marco Russ um sein Leben rang und gegen den Hodenkrebs antrat - und ihn besiegte. Ein leuchtendes Vorbild für Sebastien Haller, für den nun der größte Kampf seines Lebens ansteht. Er ist fest entschlossen, ihn zu gewinnen. (Ingo Durstewitz)

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