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Der Boss der DFL: Christian Seifert.
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Der Boss der DFL: Christian Seifert.

Bundesliga

DFL-Wirtschaftsreport: Der Sturm tobt schon

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Der Umsatzrückgang im Profifußball von knapp sechs Prozent aus 2019/2020 ist nur ein Vorgeschmack für die laufende Spielzeit.

Die ökonomische Situation im deutschen Lizenzfußball stellt die Deutsche Fußball-Liga (DFL) Jahr für Jahr in schönen Schaubildern dar. Lange kommentierte Christian Seifert persönlich aus der Zentrale im Frankfurter Westend das Zahlenwerk, das zumindest wirtschaftlich über anderthalb Jahrzehnte eine anhaltende Erfolgsgeschichte war – bis Corona kam. Ein Jahr nach der erstmaligen Unterbrechung des Spielbetriebs durch das tückische Virus weist der DFL-Wirtschaftsreport 2021 detailliert aus, welche Furchen Covid-19 in den Bilanzen des deutschen Profifußballs gezogen hat.

Nach all den Rekordjahren sackte der Gesamtumsatz von Erster und Zweiter Bundesliga erstmals wieder ab – um 5,7 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. „Wegfallende Erlöse – vor allem beim Ticketabsatz aufgrund von Spielen ohne Stadionbesucher – und die Herausforderung einer kurzfristigen Senkung der oftmals vertraglich fixierten Kosten spiegeln sich in den wirtschaftlichen Kennzahlen wider“, schrieb Seifert in seinem Vorwort und schob den entscheidenden Satz hinterher: „Und dies ist erst der Anfang.“ Die Einbrüche in der laufenden Spielzeit spielen sich in anderen Dimensionen ab.

Meisten Klubs im Minus

Als der Bundesliga-CEO Anfang Dezember die Ergebnisse der „Taskforce Zukunft Profifußball“ vorstellte, sagte Seifert bereits voraus: „Vergangene Saison war bestenfalls ein laues Lüftchen, jetzt aber kommt der Sturm.“ Bis 2022 könnten sich Fehlbeträge von zwei Milliarden angesammelt haben, zumal wenn in Deutschland bis Sommer kein rascher Fortschritt beim Impfen auftritt und deshalb nächste Saison – anders als vermutlich in England – die Stadien nicht ausgelastet werden können.

Bundesligabilanz.

Die Einbußen der von neun Geisterspieltagen betroffenen Saison 2019/2020 beliefen sich für die 18 Erstligisten auf 217 Millionen Euro. Jedes Wehklagen bei immer noch 3,8 Milliarden Umsatz verbietet sich, zumal „die Corona-Krise mit gewaltigen Ausmaße alle Lebensbereiche weltweit unvorbereitet getroffen hat“, wie Seifert festhielt. Der Ligachef mahnte, dass „die enormen Auswirkungen der Pandemie für alle Klubs weiterhin ein diszipliniertes und weitsichtiges wirtschaftliche Handeln zwingend erforderlich machen.“

Die größte Schrumpfkur entfiel dabei wenig überraschend auf die Spielerträge, also die Zuschauer-Erlöse, die von 520 auf 363 Millionen Euro absackten und nur noch ein Zehntel der Gesamteinnahmen ausmachten. Die Folgen der Einschnitte: Statt 14 Bundesligisten konnten nur noch acht schwarze Zahlen schreiben. Von den Zweitligisten gar nur sieben. Ursache sind die teils absurd hohen Personalkosten, die in der Bundesliga auf 1,446 Milliarden Euro ganz leicht stiegen. Inwieweit hier bereits Gehaltsabstriche einwirkten, verriet die DFL nicht. Fakt ist, dass dieser Kostenblock abgeschmolzen werden muss. Am besten schnell und merklich.

Mehrere Klubs hatten bei der Unterbrechung im vergangenen Frühjahr so ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten, dass ohne die Finanzspritze der TV-Anstalten die Lichter ausgegangen wären. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn DFB-Mediziner Tim Meyer nicht das vielgerühmte Hygienekonzept entwickelt hätte, mit denen die Bundesliga – auch dank guter Verbindungen in die Politik – den Spielbetrieb als erste Profiliga weltweit ins Laufen gebracht hatte. Zurückgegangen ist die Zahl der Beschäftigten: von 56 081 auf 52 786. Fast 3300 Arbeitsplätze konnten also im Umfeld des Profifußballs nicht erhalten werden, der aber immerhin noch 1,4 Milliarden Euro an Steuern entrichtete.

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