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Bald Mitglied der Uefa-Exekutive: Karl-Heinz Rummenigge. Foto: dpa
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Bald Mitglied der Uefa-Exekutive: Karl-Heinz Rummenigge.

Kommentar

Plötzlich Freunde

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Es ist eine brüchige Bande in einer hochkomplexen Gemengelage, in der DFB und Bayern mit Blick auf den wackelnden EM-Standort München auch bei der Uefa punkten. Ein Kommentar.

Der neue Feind heißt Super League und hat den DFB, die DFL, die Uefa und den FC Bayern vereint gegen die Pläne der Superliga-Gründer zu freundschaftliche Bande verholfen. Es ist eine brüchige Bande in einer hochkomplexen Gemengelage, in der DFB und Bayern mit Blick auf den wackelnden EM-Standort München auch bei der Uefa punkten. Überraschend geht Karl-Heinz Rummenigge neben dem ihm in herzlicher Abneigung verbundenen bayerischen Landsmann Rainer Koch in die mächtige Uefa-Exekutive. Der scheidende Bayern-Boss hat damit nicht nur ein Statement gegen die Superliga-Pläne gesetzt, sondern gleich den ganzen Kalle mitsamt weit verzweigtem Netzwerk und internationaler Anerkennung. Es ist eine kluge Parade der unmoralischen Angriffe von Spitzenklubs aus England, Italien und Spanien, die Rummenigge in Deutschland sogar an der Basis Hochachtung einbringt. Wahr ist aber auch: Der FC Bayern gehört zu den Treibern dessen, was ab 2024 die grotesk aufgeplusterte Champions League ausmachen soll.

Bisher hat Rummenigge dem DFB-Amateurvertreter Koch, mit dem er nun in der Uefa-Regierung gemeinsame Sache machen soll, nicht über den Weg getraut. So weit ging die Geringschätzung, dass der Bayern-Boss dem DFB-Vize gar die Verantwortung für das frühe WM-Aus 2018 übertragen wollte. „Der DFB ist durchsetzt von Amateuren“, rüffelte der FCB-Vorstandsvorsitzende damals und nannte Koch namentlich. Der Angriff war leicht zu parieren. Kulissenschieber Koch mag eine Menge Mitverantwortung für das übel angekratzte Image des DFB haben - für das Scheitern der Nationalmannschaft in Russland waren dann aber doch eher die Herren Löw und Bierhoff mitsamt lahmenden Bayern-Profis verantwortlich.

An der Grenze zur Realsatire

Es ist interessant, welche Allianzen sich nun bilden. Dazu passt, dass es DFB und DFL tatsächlich geschafft haben, gemeinsam eine Mitteilung zu formulieren, um die Superliga-Pläne in die Tonne zu treten. Die DFB/DFL-Veröffentlichung endet mit dem Satz, der Fußball sollte „mit seinen Werten“ für „Solidarität statt Egoismus“ stehen: Wohlfeile Worte an der Grenze zur Realsatire, um ausnahmsweise mal Rücken an Rücken gegen die bösen Attacken der europäischen Fußball-Hochfinanz zu kämpfen. DFB und DFL wissen natürlich, genau wie Rummenigge und Uefa-Boss Aleksander Ceferin, dass sie mit Bausch-und-Bogen-Kritik an der Super League beim Publikum gerade nur positiv punkten können und dabei noch der eigenen Sache dienen: dem Schutz ihrer Verbandshoheit, dem Ligenfußball und der Königsklasse.

DFB-Präsident Fritz Keller hat es hübsch plakativ und populistisch auf den Punkt gebracht: „Der Fußball ist offen und für alle da. Eine geschlossene Super League dagegen nur für Superreiche und Superrücksichtslose.“ Wäre schön, wenn sie in den Verbänden auch dann konsequent danach handeln würden, wenn gerade kein Feind vor der Tür steht.

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