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Spielt da, wo er aufgestellt wird: Emre Can ist ein Bewunderer von Cristiano Ronaldo. dpa
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Spielt da, wo er aufgestellt wird: Emre Can ist ein Bewunderer von Cristiano Ronaldo. dpa

EM 2021

EM 2021: Deutschland gegen Portugal - DFB-Team lässt Frust hinter sich

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Die deutschen Nationalfußballer Emre Can und Matthias Ginter fühlen sich bereit für Cristiano Ronaldo und dessen portugiesische Kollegen.

Die Versuchsanordnung im Adi-Dassler-Stadion war durchaus komplex an diesem brütend heißen Donnerstagmorgen, 11.10 Uhr, 27 Grad im Schatten, Sonnencremewetter, und gleich zum Start in den gestrigen Trainingstag ein ausgeklügelter Technik- und Intelligenztest, begutachtet vor Ort von der seit einem furchtbaren Trainingsunfall querschnittsgelähmten zweifachen Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel: Sieben deutsche Fußball-Nationalspieler pro Gruppe, fünf Bälle am Startpunkt, von denen einer nach dem anderen über einen Parcours geführt, von jedem Gruppenmitglied mindestens einmal am Boden und einmal in der Luft berührt werden musste, ehe er dann in einem Eimer zu landen hatte.

Alles im Eimer? Ganz so groß ist das Ungemach wahrlich noch nicht für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nach dem 0:1 gegen Frankreich zum Auftakt der EM 2021 und vor dem bedeutenden Spiel am Samstag (18 Uhr live in der ARD) gegen Portugal.

EM 2021: Deutschland will gegen Portugal zurück in die Erfolgsspur

Matthias Ginter, kluger Mann, war an diesem Morgen einer aus der Schlaui-Gruppe, zu der unter anderem auch Joshua Kimmich und Mats Hummels gehörten. Die Gescheiten gewannen wenig überraschend dank ausgefeilter Strategie alle drei Durchgänge, Emre Can und Toni Kroos waren mit ihrem Team genauso chancenlos wie die Nachzüglertruppe um Leroy Sané und Timo Werner.

Aber immerhin ein Erfolgserlebnis für ein ausgesuchtes Drittel des DFB-Teams. Die Jubelorgie geriet entsprechend ausgelassen, Freudentaumel muss ja in DFB-Kreisen erst noch wieder angelernt werden. Mühsame Sache.

Cristiano Ronaldo ist der Star der EM 2021

Auf Matthias Ginter, wahlweise auch auf Multifunktionsprofi Emre Can, dürfte gegen den Europameister auf der rechten Abwehrseite eine knifflige Aufgabe zukommen. Denn der berühmteste EM-Teilnehmer stößt gern über links nach vorn: Cristiano Ronaldo mag ein klein wenig seiner Hochgeschwindigkeit eingebüßt haben, schwer zu fassen ist der 36-Jährige dennoch.

„Matse“ Ginter kann sich erinnern, den mehrfachen Weltfußballer schon einprägsam auf dem Platz angetroffen zu haben, damals, als Ginter noch bei Borussia Dortmund unterwegs war und Ronaldo für Real Madrid stürmte. „Wir müssen höllisch aufpassen, er ist noch immer einer der besten Stürmer der Welt.“ Aber bei aller Wertschätzung: „Es wäre ein Fehler, sich nur auf Ronaldo zu konzentrieren, die Portugiesen haben viele hervorragende Offensivspieler.“

Deutschland gegen Portugal: Emre Cran ist die Ausgeburt des Mannschaftsspielers

Emre Can, der Frankfurter Bub in Diensten des BVB, hat für Deutschland schon viele Positionen ausgefüllt: rechter Verteidiger beim Debüt damals in seiner Heimatstadt gegen Polen (3:1), rechts in der Dreierkette, links in der Viererkette, zentral im defensiven Mittelfeld. Dienstag gegen Frankreich brachte Joachim Löw den 27-Jährigen als das, was im Fußballjargon als „Brechstange“ bezeichnet wird, in der Schlussphase. „Gar nicht einfach, sich auf so viele Positionen einzustellen“, sagt Can, „aber ich versuche immer, der Mannschaft zu helfen, egal wo.“

Das tut auch Ginter, die Ausgeburt eines Mannschaftsspielers. Zwei WM-Turniere hat der Mönchengladbacher klaglos ohne Einsatz auf der Bank erlebt, inzwischen ist er zur Stammkraft gereift. Dreierkette rechts, Viererkette innen oder rechts, Ginter verrichtet seinen Dienst zur Zufriedenheit des Bundestrainers, wenngleich er sich dabei nach Ansicht seines DFB-Vorgesetzten etwas mehr Gehör verschaffen könnte.

Deutschland gegen Portugal: Emre Can trifft auf Ex-Teamkollegen Ronaldo

„Ich bringe Einstellung, Herz und Siegeswillen mit“, sagt der 27 Jahre alte Defensivmann. Das könnte Emre Can genauso ausformulieren, auch er ist ein ausgesprochener Mentalitätsspieler, ein bisschen wilder als Ginter, aber ebenso dynamisch und körperlich robust unterwegs. „Die Trainer“, sagt Can, „wissen, dass ich brenne zu spielen.“

Er hat Ronaldo von Sommer 2018 bis Winter 2020 bei Juventus Turin persönlich erlebt und dabei größten Respekt vor dem (gemeinsam mit Lionel Messi) Ausnahmespieler eines kompletten Jahrzehnts entwickelt: „Er lebt extrem professionell. Zu einhundert Prozent. Deswegen ist er so erfolgreich. So stark gegen sich selbst zu sein, das gibt es nur einmal – das ist Ronaldo. Deshalb ist er da, wo er ist. Wie er arbeitet, hat mich mit geprägt.“

EM 2021: DFB-Scouts zeigen Ronaldo-Szenen

Ginter und Can haben sich von den DFB-Scouts ein paar typische Ronaldo-Szenen aufs Tablet laden lassen. Zur besseren Vorbereitung. „Aber nicht nur die ,Best of Ronaldo‘“, witzelt Ginter. Man will den Kerl nicht noch größer machen, als er ohnehin schon ist.

Die Stimmung im deutschen Camp, da sind sich Can und Ginter komplett einig, sei inzwischen wieder freudig erregt. Ginter hat gar ein „Jetzt-erst-recht-Gefühl“ registriert, nachdem am Vortag Väterchen Frust regierte. Mit dieser „geilen Mannschaft“ (Can) würden sie nun „voll auf Sieg“ (Ginter) spielen. Das ist mal ein Versprechen. Was nun noch zu beweisen wäre.

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