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Löw schätzt seinen Charakter: Jonas Hector.

Nationalmannschaft

Toni Kroos darf sich ausruhen

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Joachim Löw nominiert Kader ohne Mario Götze, aber mit Zweitligaspieler Jonas Hector.

Wer in einem Zug die drei WM-Helden von 2014, Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng, aus der Nationalmannschaft verabschiedet, kann im nächsten Zug schwerlich den WM-Superhelden Mario Götze zurückholen. In entsprechender Konsequenz hat Bundestrainer Joachim Löw trotz der zuletzt ansprechenden Leistungen des Finaltorschützen von Rio auf eine Nominierung Götzes für die beiden anstehenden EM-Qualifikationsspiele am 8. Juni in Weißrussland und am 11. Juni in Mainz gegen Estland (beide 20.45 Uhr/RTL) verzichtet. Der Blick geht nach vorn, nicht zurück. Entsprechend hat sich Löw laut DFB-Kommuniqué bei seiner Nominierung eng mit U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz abgestimmt. Denn Kuntz hat in diesem Sommer die ungleich schwierigere Aufgabe vor sich und zur bevorstehenden U21-EM in Italien und San Marino (16. bis 30. Juni) 27 Männer in seinen vorläufigen Kader berufen, den er bis zum 6. Juni noch auf 23 reduzieren muss.

Aufgrund ihres jungen Alters spielberechtigt für die U21 wären Thilo Kehrer, Lukas Klostermann, Jonathan Tah, Julian Brandt, Kai Havertz, Leroy Sané und Timo Werner. Aber lediglich U21-Kapitän Tah und dessen Stellvertreter Klostermann stoßen nach den beiden A-Länderspielen zur U21. Die anderen sollen geschont werden.

Das gilt auch für die bereits etwas älteren Toni Kroos und Marc-André ter Stegen, denen eine DFB-Einladung und somit eine Verlängerung der Saison um zwei weitere Wochen erspart bleibt. Bei Kroos war das die Voraussetzung dafür gewesen, dass der Mittelfeldspieler von Real Madrid seine Nationalmannschaftskarriere nach dem Frusterlebnis 2018 überhaupt fortsetzt. So ist das jetzt: Die einen (Hummels, Müller, Boateng) wollen gern, aber dürfen nicht mehr, der andere (Kroos) will nicht mehr so unbedingt und muss gelockt werden.

Zurück in Löws Kader kehren Julian Draxler sowie Bundesligaaufsteiger Jonas Hector vom 1. FC Köln, für den Löw – anders als bei den bei den Bayern auf höchstem Niveau geforderten Müller, Hummels, Boateng – das Leistungsprinzip umgekehrt ausgesetzt hat. Hector habe „Charakter und Mentalität bewiesen“, findet Löw, „er gehörte beim FC in dieser Aufstiegssaison konstant zu den Leistungsträgern“. Offenbar reicht für diese Einschätzung gehobener Zweitligafußball, was trotz des Neu-Dortmunders Nico Schulz einiges über die Probleme auf der Position des linken Verteidigers aussagt.

Der Bundestrainer, zuletzt mit einem 3:2 in den Niederlanden reich beschenkt, erwartet gegen Weißrussland und Estland rechtschaffene Arbeit seiner Recken: „Alles andere als sechs Punkte aus diesen beiden Spielen wären eine Enttäuschung. Deshalb werden wir uns sehr gut und seriös vorbereiten, auch wenn die Spieler am Ende einer langen Saison körperlich und mental müde sein werden.“

Das A-Team trifft sich am 2. Juni im niederländischen Venlo und absolviert am 5. Juni ein bereits ausverkauftes Showtraining auf dem Aachener Tivoli. Die U21 geht Anfang Juni für zehn Tage ins Bootcamp nach Südtirol und dann als Titelverteidiger zur EM nach Italien.

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