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In Topform;: Der Mainzer Stürmer Jonathan Burkardt zieht ab.
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In Topform: Der Mainzer Stürmer Jonathan Burkardt zieht ab.

Fußball-Nationalmannschaft

DFB: Gefahr für Timo Werner? Hansi Flick hat Bundesliga-Shootingstar im Visier

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Jonathan Burkardt, Doppeltorschütze von Mainz 05 gegen den FC Augsburg, könnte für die nächsten Länderspiele nominiert werden, denn Timo Werner ist verletzt.

Jonathan Burkardt ist ein disziplinierter Mensch. Das war nach den beiden Toren und dem Assist beim 4:1 von Mainz 05 gegen den FC Augsburg eine hilfreiche Charaktereigenschaft. Denn der 21-Jährige wurde von einer Kamera zur nächsten und von einem Mikrofon zum nächsten geschickt. So ist das halt in der Fußball-Bundesliga, wo die Verträge mit den TV- und Hörfunkanstalten von den Klubs eingehalten werden müssen. Denn sie werden dafür ja gut bezahlt. Ganz am Ende der Nahrungskette wartete dann noch das vereinseigene 05er-TV. Dann war endlich Feierabend für Burkardt. Es war schon nach 23 Uhr am Freitagabend.

Der Stürmer sprach vorher vor der schreibenden Presse von einem „sehr schönen Abend, weil wir alle als Team eine gute Leistung gezeigt haben“. Aber die Reporter wollten natürlich mehr von ihm persönlich wissen nach dem ersten Bundesliga-Doppelpack des jungen Mannes aus der eigenen Jugend. Der ist als überaus selbstkritisch bekannt, weshalb er sich ärgerte, „dass ich einmal keinen guten ersten Kontakt hatte und so eine gute Chance vergeben habe“. Daran konnte sich kein Journalist erinnern.

DFB-Team: Hansi Flick nimmt Jonathan Burkardt ins Visier

Weil die Profifußballbranche Zuspitzung mag und große Geschichten, war klar, dass Burkardt der Mann des Abends sein würde. Zumal auch noch Bundestrainer Hansi Flick im Stadion zugegen gewesen war und gesehen hatte, dass der blonde Burkardt kicken kann. Das wusste Flick natürlich auch schon vorher, nicht von ungefähr ist Burkardt Kapitän der deutschen U21-Nationalmannschaft. Flick ist ein Bundestrainer, der auch dieses Team im Blick hat.

Fast logisch, dass bereits die dritte Frage an Burkardt die war, ob er gewusst habe, dass Flick zugeschaut hatte. „Nee, das habe ich erst hinterher erfahren.“ Burkardt hatte ja schon ein paar TV-Stationen hinter sich. Mehr als eine „schöne Nebensache des Siegs“ sah er in der Beobachtung des Bundestrainers offiziell nicht. So ist er halt, dieser Jonny Burkardt. Bläst sich nicht auf. Gibt Lob lieber weiter. Seine komplexe Vorarbeit zum 2:0 auf Stefan Bell, „ja, die war schon gut, aber viel besser war es, wie Bello in bester Stürmermanier durch die Beine des Torwarts getroffen hat“.

Kapitän der U21: Jonathan Burkardt einer für Hansi Flick?

Dass er in der U21 die Mannschaft aufs Feld führe, habe ihn in seiner „Persönlichkeitsentwicklung enorm geholfen“, berichtete Burkardt. „Ich glaube, dass mich das menschlich weitergebracht hat.“ Vor drei Jahren hatte er als 18-Jähriger sein allererstes Bundesligaspiel absolviert, ebenfalls gegen den FC Augsburg. Was ist noch übrig vom Debütanten Jonny Burkardt zum aktuellen Jonny Burkardt? „Das ist ein großer Unterschied“, sagt er, „früher bin ich viel öfter ins Dribbling gegangen und habe ein bisschen Harakiri gespielt.“

Was die deutsche Nationalmannschaft angeht: Mit Flick habe er noch keinen Kontakt gehabt. Der kluge Burkardt weiß natürlich, dass es sich beim Bundestrainer um einen ausgewiesenen Timo-Werner-Fan handelt. Aber Werner fehlt dem FC Chelsea wegen einer Oberschenkelzerrung mindestens die beiden nächsten Spiele. Bis zu den WM-Qualifikationsspielen Mitte November gegen Liechtenstein und in Armenien wird es knapp für Werner. Vielleicht eine Chance für Mittelstürmer Burkardt, erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert zu werden?

Der Bursche musste erst Muskulatur draufpacken, um sich zu einem stabilen Bundesligaspieler zu entwickeln. Mittlerweile liegt sein Marktwert laut transfermarkt.de bei 6,5 Millionen Euro. Seit Freitagabend wahrscheinlich noch ein paar Millionen höher. Im Sommer hat der gebürtige Darmstädter, der bis zum 14. Lebensjahr bei den Lilien spielte, seinen Vertrag bis 2024 verlängert.

Holt Hansi Flick Jonathan Burkardt ins DFB-Team?

Mainz 05 war seinerzeit mal wieder schneller als Eintracht Frankfurt. Dabei ist Jonny Burkardt eigentlich immer Eintracht-Fan gewesen. Seine Eltern, der Vater ist Banker, haben stets darauf geachtet, dass dem Sohn keine Flausen in den Kopf gesetzt werden. Erst bei seinen ersten Profivertrag zogen sie die Agentur Pro Profil von Ex-Nationalspieler Thomas Kroth hinzu, für die auch der ehemalige hessische Zweitligatrainer Herbert Dörenberg als Talentscout und Berater junger Spieler gearbeitet hat.

Dörenberg lobt die Familie Burkardt in höchsten Tönen. Die habe gemeinsam mit der Mainzer Nachwuchsschmiede um deren Leiter Volker Kersting dazu beigetragen, dass Jonathan „charakterlich top und klar im Kopf“ geblieben ist. „Das sind sehr vernünftige Leute, denen es nie in erster Linie ums Geld ging, Jonny ist dazu ein hochintelligenter Bursche.“

Mit seinem Trainer Bo Svensson ist der flinke Angreifer sich einig, dass seine Effektivität im Torabschluss noch Raum nach oben lässt. Freitag war das anders. Freitag gegen Augsburg war Burkardt top-effektiv. Und außerdem ist er längst nicht mehr nur noch ein Stürmer, den seine Hinterleute nur steil schicken können. Er weiß sich auch mit dem Rücken zum Tor durchzusetzen. So wie vor der perfekten Vorlage, die er im Fallen auf Stefan Bell spielte. Die war noch schöner als die beiden Tore. Hansi Flick hat das sicher wahrgenommen.

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