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Mund-zu Geste im DFB-Team umstritten: „Kleinster gemeinsamer Nenner“

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Von: Niklas Kirk

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Die deutschen Nationalspieler reagierten mit einer klaren Geste auf die Zensur der FIFA.
Die deutschen Nationalspieler reagierten mit einer klaren Geste auf die Zensur der FIFA. © ULMER/imago

Neben der sportlichen Enttäuschung wird vor allem der Umgang mit politischen Statements bei der deutsche Nationalmannschaft während der WM 2022 in Erinnerung bleiben.

Frankfurt – Der sportlichen Enttäuschung folgt die ungemütliche Nachbetrachtung. Während auf sportlicher Ebene die mangelnde Chancenverwertung und der Zustand der Viererkette als Gründe für das frühe Ausscheiden bei der WM 2022 in Betracht gezogen werden, geht auch der Umgang mit politischen Statements in die Analyse. Bereits seit Ankündigung des DFB im September, dass Manuel Neuer bei der WM die „One Love“-Binde tragen werde, wurde das Thema stellvertretend für die Umstände im Gastgeberland Katar breit diskutiert.

Neben dem Tragen der „One-Love“-Binde als notwendiges Zeichen für die vom DFB gelebten Werte, gehören auch das unverhoffte Verbot durch die FIFA und die daraus resultierende „Mund-zu“-Geste zu den politischen Begleiterscheinungen um das Team. Jene Geste, die nach der Niederlage gegen Japan teils in Verbindung mit der sportlichen Leistung gebracht wurde und bei Kritikern für Häme sorgte. Ein Bericht der Sportschau offenbart nun, dass Spieler sich von der Thematik teils „instrumentalisiert“ und „genervt“ fühlten.

DFB-Team bei der WM 2022: Wurde die „Mund-zu“-Geste von einem PR-Berater initiiert?

So solle die Geste nicht, wie zuvor kommuniziert, spontan aus der Mannschaft heraus bestimmt worden sein. Viel mehr waren der Verband, Kapitän Manuel Neuer und angeblich auch Ralph Brinkert – PR-Experte und Berater von Leon Goretzka – in die Debatte um ein alternatives Zeichen involviert gewesen. So soll die „Mund-zu“-Geste, trotz mangelnder Mehrheit in der Mannschaft, der kleinste gemeinsame Nenner als Zeichen gegen das Verbot der FIFA gewesen sein.

Am Tag nach der 1:2-Niederlage gegen Japan, soll es zu einer langen Aussprache innerhalb der Mannschaft gekommen sein. Wie Julian Brandt und Kai Havertz während einer Pressekonferenz zu erkennen gaben, ging es dabei auch um die eingeforderten Zeichen und Gesten, die von der Mannschaft im Rahmen der WM gesetzt werden sollten. Der Wille, sich fortan nur noch auf den Fußball konzentrieren zu wollen, deckte sich unter anderem mit den Aussagen von İlkay Gündoğan, der in einem Gespräch mit dem Athletic gegen weitere Statements vonseiten des Teams aussprach.

DFB-Team und „Mund-zu“-Geste bei der WM 2022 – Bierhoff will Einfluss nicht überbewerten

DFB-Direktor Oliver Bierhoff will indessen keinen Einfluss der Debatte auf das sportliche Abschneiden sehen. Zwar sei „die Sache nicht so gelaufen“, doch mit Blick auf die absolvierten Spiele bei der WM 2022 fasste Bierhoff in der ARD zusammen: „Glauben Sie wirklich, dass diese „One Love“-Binde eine so große Rolle gespielt hat? In den ersten 70 Minuten gegen Japan hatten wir den Gegner im Griff oder auch gegen Spanien. In der sportlichen Analyse ist das kein Aspekt.“

In der sportlichen Analyse wird es hingegen auch um die Zukunft von Oliver Bierhoff und Hansi Flick gehen. Präsident Neuendorf hat für die aktuelle Woche eine Krisensitzung mit Flick, Bierhoff und DFL-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke einberufen. (nki)

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