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Freudenspringer: Karim Adeyemi legt traumhaftes Tor im DFB-Spiel gegen Armenien hin.
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Freudenspringer: Karim Adeyemi legt traumhaftes Tor im DFB-Spiel gegen Armenien hin.

DFB-Torschütze

DFB-Team: Das Traumdebüt für Karim Adeyemi

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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  • Jan Christian Müller
    Jan Christian Müller
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Die Freude ist groß – Der einst beim FC Bayern aussortierter Karim Adeyemi legt ein Traumdebüt im Nationalteam hin. Mit einem besonderen Tor konnte er überzeugen.

Stuttgart / Frankfurt – Dass mit dem Abstand halten in Corona-Zeiten ist für Heranwachsende nicht ganz einfach. Thomas Behesti aus dem Management der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wirkte am Sonntagabend kurzfristig so ohnmächtig wie Polizistinnen und Polizisten im Umgang mit Halbwüchsigen auf dem Stuttgarter Schlossplatz, nachdem sich Karim Adeyemi seine ganz eigenen Laufwege nach Schlusspfiff gesucht hatte. Denn den 19-Jährigen zog es dringlich zur Tribüne, wo sehnsüchtig Mama Alexandra und Vater Abbey, sie aus Rumänien und er aus Nigeria stammend, warteten, die beide nicht nur ihr Glück mit dem Sohn teilen, sondern auch das Trikot mit der Nummer 13 wollten.

Vor Anpfiff hatte eben ein solches Jersey zu Gedenken an den kürzlich verstorbenen Gerd Müller auf dem Rasen gelegen. Dass nun ihr Spross nach Hackenablage und Doppelpass mit dem ebenfalls eingewechselten Teenager Florian Wirtz den Schlusspunkt unter die 6:0-Gala gegen Armenien setzte, war an Symbolwirkung kaum zu überbieten. Ein in München geborener Mittelstürmer mit multikultureller Vita benötigte keine 20 Minuten Anlaufzeit, um sein Talent einem Millionenpublikum vorzuführen.

Karim Adeyemi nach Aufstieg zum DFB-Torschützen: „Ich bin immer noch geflasht“

Mit Adeyemi, Wirtz und Jamal Musiala spielten am Ende drei junge Kerle der Jahrgänge 2003 und 2002 für das deutsche A-Team. Die Botschaft: Das Füllhorn ist zwar kleiner geworden, aber es ist noch nicht versiegt. Der Bundestrainer Hansi Flick hat es im Blick. „Ich bin immer noch geflasht“, sagte Novize Adeyemi später am Abend. Der DFB hatte den Jungen fix in die digitale Pressekonferenz in den Bauch der Arena bugsiert, wo er trotz einer gewissen Nervosität keine Scheu verspürte, seine Vorzüge zu benennen: „Meine Geschwindigkeit. Und meine Torgefährlichkeit, so würde ich mich beschreiben.“

Nun ist es gewiss zu früh, den Lausbub zur neuen Mittelstürmer-Hoffnung zu verklären, zumal er kein klassischer Strafraumstürmer ist. Aber dass da einer mit Tempo und Instinkt im letzten Drittel unterwegs ist, wissen internationale Scouts schon länger. Der DFB hat Karim Adeyemi vor fast genau zwei Jahren in Hamburg mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold für den besten U-17-Spieler seines Jahrgangs ausgezeichnet, zur launigen Laudatio gehörte damals auch, seine Verfehlungen nicht zu verschweigen. Mehrere Disziplinlosigkeiten führten dazu, dass Ademeyi schon mit zarten zehn Jahren den FC Bayern verlassen musste, obwohl er sich ins Kinderzimmer das Poster von Arjen Robben gehängt hatte.

Glücklicherweise kam bald der ehemalige Bayern-Profi Manfred Schwabl um die Ecke, der sich als Präsident der SpVgg Unterhaching recht fürsorglich um den „Hallodri“ kümmerte – und als Mentor und Berater nun auch in Stuttgart vor Ort war. Adeyemi erwähnte das ausdrücklich und dankbar. Das soziale Miteinander sei mit Adeyemi zuerst schwierig gewesen, erzählte Schwabl einmal, der eine wichtige Abmachung traf: Macht Karim keine Hausaufgaben oder lernt in der Schule nicht, darf er nicht trainieren.

Karim Adeyemi: Hohe Ablöse beim Wechsel von Salzburg zur Nationalmannschaft

Die Zuckerbrot-und-Peitsche-Erziehung schlug an. Mit 16 war sein Zögling bereits so gut, dass ihn die Talentspäher aus der Salzburger Red-Bull-Schule vom österreichischen Bildungsweg überzeugten. Angeblich flossen für den Wechsel über die Grenze sogar drei Millionen Euro Ablöse, aber die Investition scheint sich jetzt auszuzahlen.

In allen sechs Ligaspielen der Salzburger hat Karim Adeyemi getroffen und wird als eine der heißesten Aktien der österreichischen Bundesliga gehandelt. „Karim hat gezeigt, dass er im Strafraum ein guter Vollstrecker ist und sehr selbstbewusst agiert“, lobte Bundestrainer Hansi Flick seinen Debütanten, den er vor der Nominierung eigens noch von Hermann Gerland hat beobachten lassen. Sicher ist sicher bei jungen Leuten, die auch mal auf Abwege geraten. (Frank Hellmann und Jan Christian Müller)

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