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Frenetischer Schlussjubel nach dem Sieg bei RB Leipzig.

DFB-Pokal

Leipzig nach Krimi im Halbfinale

Mit einem Last-Minute-Elfmeter kann sich RB Leipzig gegen Augsburg durchsetzen. Unterdessen wird Lasogga beim HSV zum Helden. 

Fußball-Bundesligist RB Leipzig und Zweitligist Hamburger SV sind als erste Mannschaften ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen. Die Sachsen setzten sich nach einem Krimi mit Last-Minute-Elfmeter 2:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung beim FC Augsburg durch und erreichten erstmals die Vorschlussrunde. Hamburg gewann dank eines Doppelpacks von Pierre-Michel Lasogga 2:0 (0:0) beim SC Paderborn und steht erstmals seit zehn Jahren wieder unter den letzten Vier.

Vor 25.263 Zuschauern in Augsburg erzielte Marcel Halstenberg in der Nachspielzeit der Verlängerung (120.+1) per Handelfmeter den Siegtreffer. Zuvor brachte Timo Werner (74.) Leipzig in Führung, Alfred Finnbogason (90.+4) rettete Augsburg in die Verlängerung. In Paderborn avancierte Lasogga 15 Jahre nach dem verschobenen Skandalspiel mit seinen Pokaltoren Nummer fünf und sechs (54./68.) in dieser Saison zum Hamburger Helden vor 15.000 Fans. Die Rothosen stehen damit zum 15. Mal in ihrer Vereinsgeschichte im Halbfinale. 

Schöner Pokalfight 

Von Beginn an entwickelte sich in Augsburg der erwartet intensive Pokalfight. Leipzig bestimmte dabei erst einmal das Geschehen. Der FCA machte seine spielerischen Defizite mit viel Einsatz wett und hatte auch die erste Möglichkeit der Partie: Ein Schuss von Philipp Max verfehlte aber knapp das Ziel (6.). Auf der anderen Seite klärte Rani Khedira nach einem Fehler von Marco Richter in höchster Not vor Bruma (14.).

Danach war Augsburg wieder an der Reihe. Peter Gulasci verhinderte aber gegen Richter und Max einen Rückstand. Auch bei einem Schuss von Michael Gregoritsch war der RB-Keeper auf dem Posten (32.). Die größte Chance vor der Pause hatte jedoch Leipzig: Nach einem kapitalen Fehlpass von Andre Hahn konnte Werner das Geschenk nicht ausnutzen (30.).

Nach dem Wechsel setzte sich der verbissene Kampf fort. Spielerische Elemente kamen oft zu kurz. Beide Teams, die sich zuletzt in der Liga zweimal 0:0 getrennt hatten, gingen auch kaum mehr ins Risiko, warteten stattdessen auf einen Fehler des Gegners. Den machte schließlich Teigl, doch die Leipziger Freude währte nur bis zur Nachspielzeit.

In der Verlängerung ging es hin und her, ein Tor wollte zunächst jedoch nicht fallen. Als alles auf ein Elfmeterschießen deutete, spielte Augsburgs Michael Gregoritsch den Ball klar mit der Hand, Halstenberg blieb vom Punkt cool. 

HSV lässt Hoyzers Wettbetrug vergessen 

In Paderborn kam es zum dritten Aufeinandertreffen beider Klubs im DFB-Pokal. Im letzten Duell 2004, damals noch im Hermann-Löns-Stadion, manipulierte der damalige Schiedsrichter Robert Hoyzer die Partie, in der sich der damalige Regionalligist Paderborn nach einem 0:2-Rückstand noch mit 4:2 gegen den Bundesligisten aus Hamburg durchgesetzt hatte.

Der von einem Magen-Darm-Virus geplagte HSV-Trainer Hannes Wolf sah vor allem zu Beginn des Spiels eine konterstarke Mannschaft aus Ostwestfalen. Die Abwehr der Hamburger um Rückkehrer Kyriakos Papadopoulos, der nach Knieverletzung und 325 Tagen Pause sein Comeback feierte, geriet immer wieder in Bedrängnis.

In der 39. Minute kamen die Gäste durch Sven Michel zu ihrer größten Chance, doch einen Kopfball aus nächster Nähe konnte HSV-Schlussmann Julian Pollersbeck zur Seite fausten.

Die Entscheidung fiel nach der Pause. Nach einem Eckball überwand Lasogga Paderborn-Schlussmann Zingerle per Kopf, 14 Minuten später sorgte er mit einem Flachschuss im Strafraum zudem dafür, dass die Hamburger nach der bitteren Halbfinalniederlage gegen Werder Bremen vor zehn Jahren erstmals seit dem letzten Pokalerfolg 1987 wieder ins Endspiel nach Berlin einziehen können. (sid)

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