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Borussia Dortmunds Hoffnungsträger: Erling Haaland. und Marco Reus (re.)
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Borussia Dortmunds Hoffnungsträger: Erling Haaland und Marco Reus (re.)

DFB-Pokal

DFB-Pokal Halbfinale: Ein Ziel, zwei Favoriten, vier Hoffnungen

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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  • Frank Hellmann
    Frank Hellmann
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RB Leipzig gegen Werder Bremen, Borussia Dortmund gegen Holstein Kiel: Die Rollen in den DFB-Pokalhalbfinals sind klar verteilt – doch die Außenseiter begehren auf.

RB Leipzig: Es steht außer Frage, dass RB Leipzig mit Julian Nagelsmann einen Fußballlehrer beschäftigt, der sich auf Pressekonferenzen kraft seiner rhetorischen Fähigkeiten bestens verkaufen kann. Vor dem DFB-Pokalhalbfinale beim SV Werder Bremen (Freitag 20.30 Uhr/ARD) erreichte ihn gleich mehrfach die Frage, wie groß denn nun die Bürde sei, sich bei seinem selbst bestimmten Abschied zum FC Bayern mit seinem ersten Titel verabschieden zu müssen. Nagelsmann versicherte ungerührt, dass es ihm gar nichts ausmache, dass Vorstandschef Oliver Mintzlaff den Pokalsieg – es wäre der erste Titel für das 2009 entstandene Red-Bull-Konstrukt – vor dem Weggang nach München einfordert. Den Druck empfinde er als relativ normal, sagte der 33-Jährige. Eine „Extra-Motivationsspritze braucht da keiner: Wenn man die Chance hat, das Ding zu gewinnen, will man das auch – Gleiches gilt für mich.“ Das bereits auf den 13. Mai, Christi Himmelfahrt, vorverlegte Endspiel in Berlin würde die Reputation des immer noch jüngsten Übungsleiters im Oberhaus unweigerlich weiter steigern.

DFB-Pokal Halbfinale: RB scheiterte unter Rangnick im Finale

RB-Übervater Ralf Rangnick hatte bei seinem Abschied 2019 das Finale gegen den FC Bayern (0:3) deutlich verloren. Erfreut ist Nagelsmann, dass seine Nachfolge so zügig geklärt ist: Wie der Verein mitteilte, übernimmt Jesse Marsch vom Schwesterklub Red Bull Salzburg zur neuen Saison. Der 47-jährige US-Amerikaner hatte als Co-Trainer unter Rangnick in der Messestadt gearbeitet, die Nagelsmann nach nur zwei Jahren wieder verlässt. Ihm hätten übrigens die meisten Freunde, Bekannten und Weggefährten zum nächsten Karriereschritt gratuliert. „Dass es der eine oder andere nicht verstehen kann“, nehme er hin. „Man kann es nicht jedem recht machen.“

Überdies sind es Luxusprobleme im Vergleich zum Kollegen Florian Kohfeldt, dessen Lage „nicht angenehm“ sei, wie Nagelsmann mitfühlend verriet. „Ich mag ihn als Typ, ich halte ihn für einen guten Trainer. Er kann damit umgehen, sonst würde Werder Bremen nicht noch in der Bundesliga spielen. Ich wünsche ihm, dass es wieder gut ausgeht, aber deswegen werden wir nicht weniger Gas geben.“ Sein kraftstrotzendes Ensemble mit dem Bullenlogo auf der breiten Brust hatte am 10. April in der Liga recht locker mit 4:1 gewonnen, ohne auch nur annähernd an die Leistungsgrenze zu gehen. Nagelsmann erinnerte vorsichtshalber daran, dass „Werder eine Pokalmannschaft“ und er mit der TSG Hoffenheim dort auch schon mal ausgeschieden sei. Saison 2017/2018, zweite Runde. Damals wurde Bremen übrigens noch von Alexander Nouri trainiert, mit dem Nagelsmann einst den Trainerschein machte. (hel)

Werder Bremen: Außenseiter gegen Leipzig

Werder Bremen: Dort, wo die Weser einen großen Bogen macht und sich das Bremer Stadion an den Fluss schmiegt, ist es zuletzt ungewohnt unruhig gewesen. Von „turbulenten Tagen“ sprach Florian Kohfeldt selbst, weil nach sieben Liganiederlagen die Entlassung des fast 20 Jahre im Sport-Verein Werder gebundenen Trainers im Raum stand. Bis Montag ließen sich die gegenüber Kohfeldt kritisch eingestellten Aufsichtsräte und die dem Übungsleiter eher wohlgesonnene Geschäftsführung Zeit mit einer Entscheidung. Vorerst darf der 38-Jährige weitermachen. Die Geschehnisse seien kein „business as usual“, räumte der Coach ein, möchte nun aber seine Spieler von diesem Druck für das Halbfinalheimspiel gegen den Favoriten RB Leipzig abkoppeln.

Die sollten einfach die Köpfe freibekommen. Deshalb werden bei den Grün-Weißen auch einige Abläufe geändert: keine Übernachtung im Teamhotel, weniger Sitzungen, kürzere Ansprachen. „Niemand muss das Gefühl haben, dass er den Druck auf den Schultern hat, für mich zu spielen“, bat Kohfeldt am Donnerstag vor seinem ganz persönlichen Endspiel.

DFB-Pokal Halbfinale: Florian Kohfeldt unter Druck

„Keiner muss mir etwas an Vertrauen oder Loyalität beweisen. Auf ein Pokalhalbfinale könne man sich freuen, „denn so ein Spiel spielt man nicht jeden Tag“. Er selbst dirigierte den sechsfachen Pokalsieger vor zwei Jahren bis ins Halbfinale gegen den FC Bayern (2:3), als ein skandalträchtiger Elfmeterpfiff des Berliner Schiedsrichters Daniel Siebert die Bremer um alle Chancen brachte. Ein ebensolcher Pokalfight ist das Mindeste, was Bremens Bosse erwarten, die nur ein „Treuebekenntnis light“ fürs Pokalwochenende ausgestellt haben. Geschäftsführer Frank Baumann forderte erneut „eine Reaktion“ der Mannschaft ein. Ansonsten erfolgt eine Neubewertung der Lage, „was uns die größte Wahrscheinlichkeit gibt, die sportlichen Ziele zu erreichen“.

Dann würde für den Ligaendspurt wohl noch ein Notretter installiert. Der im Verein als Technischer Direktor tätige Thomas Schaaf ist eine Option – am Freitag feierte der gemeinsam mit Otto Rehhagel erfolgreichste Werder-Trainer übrigens seinen 60. Geburtstag. In seinen vielen Interviews vermied er es, weitere Unruhe zu schüren. Ganz im Gegensatz zum Ex-Manager Will Lemke und Ex-Aufsichtsrat Jörg Wontorra, die den Gesamtzustand des Vereins, aber auch den Umgang mit dem Trainer heftig kritisierten. Der vertraglich bis 2023 gebundene Kohfeldt findet die Vorgänge allerdings „legitim“. Er hat seinen ganz eigenen Weg, das Pokalduell nicht mit Bedeutung zu überladen: „Wir spielen nur ein Spiel. Wir sind keine Politiker, die weitreichende Entscheidungen treffen müssen.“ So kann man es natürlich auch sehen. (hel)

Borussia Dortmund: Favorit gegen Kiel

Borussia Dortmund: Selbstverständlich wollen sie bei Borussia Dortmund ins DFB-Pokalfinale einziehen und in der Folge mit dem einzig noch möglichen Titel diese durchwachsene Saison irgendwie in eine gute verwandeln. Der volle Fokus aber, dieser Eindruck drängt sich auf, liegt bei den Schwarz-Gelben nicht auf dem Samstagsspiel (20.30 Uhr/ARD) im eigenen Stadion gegen Holstein Kiel. Zum einen, weil die Borussia auch in der Liga wichtige Ziele zu verfolgen hat, den Sprung auf einen Champions-League-Platz, zum anderen, weil sich neuerdings um Trainer Edin Terzic ein Gerücht rankt. Am Noch-Chefcoach, der in der kommenden Saison eigentlich wieder ins zweite Glied rücken und dem aus Gladbach kommenden Marco Rose assistieren soll, hegt angeblich der VfL Wolfsburg (hat noch Oliver Glasner unter Vertrag) Interesse. „Ihr könnt gerne damit weitermachen, aber ich möchte dieses Spiel nicht mitspielen“, kommentierte Terzic. Nun gut.

Er richte den Blick nur aufs Pokalduell mit dem Zweitligisten. Denn: „Den FC Bayern zu schlagen, das schaffen nicht viele Mannschaften. Die Kieler haben eindrucksvoll gezeigt, wozu sie in der Lage sind.“ Michael Zorc wollte sich derweil nicht festlegen, was wichtiger ist, der Einzug ins Pokalfinale oder in die Champions League. Für den BVB-Manager gilt: „Wir wollen beides.“ (dani)

Holstein Kiel: Außenseiter gegen Dortmund

Holstein Kiel: Kiel ist bundesweit einer der wenigen Sportstandorte, an dem sich der Fußball mit der Nebenrolle abfinden muss. Klar, die KSV Holstein kickt bereits im vierten Jahr in der zweiten Liga mit, klopft gar laut ans Tor zur deutschen Eliteklasse, die allergrößte Aufmerksamkeit in der Hafenstadt an der Ostsee aber erfährt der THW Kiel, das Nonplusultra des Handballs – nicht nur hierzulande, auch in Europa. Da kann es also leicht passieren, dass wie jüngst bei Sky versehentlich das DFB-Pokalhalbfinale zwischen der Dortmunder Borussia und dem THW Kiel angekündigt wird. Ups.

Die Kieler Kicker, also jene von der KSV Holstein, nahmen diesen Fauxpas gelassen hin, das kennen sie ja irgendwie, diese Nebenrolle. Sie twitterten in Richtung ihrer titelverwöhnten Handballkollegen: „Ihr habt natürlich mehr Erfahrung in Halbfinals.“ In der Tat: Würden die Kieler „Störche“ am Samstag (20.30 Uhr/ARD) im Westfalenstadion ins Endspiel des deutschen Cupwettbewerbs einziehen, wäre das nicht nur eine Sensation, sondern auch ein Novum in der Klubhistorie.

Das Team von Trainer Ole Werner ist klarer Außenseiter, kehrte zudem erst vor kurzem aus einer 14-tägigen Quarantäne auf den Platz zurück. Freilich: Mit der Rolle des Underdogs kennen sie sich aus im hohen Norden. Schon der FC Bayern bekam das zu spüren, schied in der zweiten Runde nach einem umkämpften Spiel im Elfmeterschießen aus, ebenso wenig später der hessische Zweitligist Darmstadt 98. Ole Werner, der Erfolgscoach, bringt die Gemengelage auf den Punkt: „Der BVB ist der zweitgrößte Klub Deutschlands, das Spiel ist für uns eine riesige Chance.“ Die KSV Holstein: für einen Abend die Nummer eins der Stadt. (dani)

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