Fußballfans stehen auf den Tribünen im Ostseestadion.
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Fußballfans stehen auf den Tribünen im Ostseestadion.

Fans stinksauer nach Corona-Eklat

DFB-Pokal: Corona-Regeln missachtet! Riesen-Ärger wegen Zuschauern - Nächstes Debakel in Dresden?

  • Richard Strobl
    vonRichard Strobl
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Für das DFB-Pokal-Spiel zwischen Hansa Rostock und dem VfB Stuttgart sind 7500 Zuschauer zugelassen worden. Doch schon Minuten nach dem Anpfiff wurden viele Regeln missachtet.

  • Hansa Rostock empfing im DFB-Pokal den VfB Stuttgart.
  • Im Stadion durften 7500 Zuschauer mit dabei sein.
  • Dabei wurden den Bildern nach die Corona-Regeln nicht immer beachtet. Andere Fans sind stinksauer.
  • Nun soll es bald eine einheitliche Lösung für ganz Deutschland geben.

Update vom 14. September, 10.55 Uhr: Der DFB-Pokal ist wohl der spannendste Wettbewerb im deutschen Fußball. Jedes Jahr machen kleine Vereine den Großen in der ersten Runde das Leben schwer und ab und an gibt es sogar eine Überraschung. Dieses Jahr achten die Fans jedoch mehr auf die Tribünen, auf denen je nach Bundesland mehr oder weniger Zuschauer Platz nehmen dürfen - oder auch gar keine.

Corona-Eklat im DFB-Pokal: Rostock-Spiel sorgt für viel Ärger - Pokal-Wochenende als Testlauf

Während beim Spiel zwischen Hansa Rostock und dem VfB Stuttgart 7.500 Fans im Ostseestadion zugelassen waren und mit mangelndem Abstand im Stadion sowie einem Fanmarsch für viel Ärger sorgten (siehe Update 13. September, 18.50 Uhr), sah es bei den Vereinen in Bayern genauso aus wie nach dem Re-Start. Vor einer Geisterkulisse musste sich etwa der TSV 1860 knapp gegen Eintracht Frankfurt geschlagen geben. Nun pocht die Mehrzahl der Bundesländer auf eine einheitliche Lösung für den Zuschauer-Flickenteppich.

Wie das ZDF aus der Arbeitsgemeinschaft der Chefs und Chefinnen der Staatskanzleien erfahren haben will, sollen so bald wie möglich bundesweite Leitlinien bestimmt und umgesetzt werden. Diese sollen dann als Vorlage für lokale Behörden dienen. Das Konzept würde eine Auslastung der Sportstätten von 30 bis 40 Prozent der Kapazität von Stadien und Sporthallen zulassen, der Leitfaden soll künftig Grundlage für alle bundesweiten Sportveranstaltungen mit Publikum sein.

Die Arbeitsgemeinschaft hofft trotz des Regierungsbeschlusses, bis Ende Oktober einen Vorschlag auszuarbeiten, deutlich früher klare einheitliche Bedingungen schaffen zu können. Das Pokal-Wochenende gilt somit als XXL-Testlauf, bei dem in manchen Stadien bereits eine Vielzahl von Fans zugelassen sind. In Dresden sollen 10.000 Zuschauer der Partie am Montagabend gegen den HSV beiwohnen.

Nach Informationen des ZDF einigte sich die Runde der Chefs der Staatskanzleien, abgesehen von der Zulassung von rund 30 bis 40 Prozent der Zuschauer unter Einhaltung der Hygieneregeln, auch darauf, auf Gäste-Fans zu verzichten. Zudem bleibt der Ausschank von Alkohol vorerst untersagt.

DFB-Pokal: Viel Entrüstung nach Corona-Skandalen in Rostock und Magdeburg

Update vom 13. September, 18.50 Uhr: Nicht nur beim Spiel zwischen Hansa Rostock und dem VfB Stuttgart waren am Sonntag Zuschauer im DFB-Pokal erlaubt. Auch bei der Partie 1. FC Magdeburg gegen Darmstadt 98 waren Fans im Stadion zugelassen. 5000 durften ins Stadion. Allerdings zeigten sich hier offenbar ähnliche Probleme wie zuvor beim Spiel in Rostock. Auch in Magdeburg standen Fans dicht gedrängt auf den Rängen.

Wieder äußerten Fans schnell ihr Unverständnis via Twitter. Einer schrieb etwa: „5000 Leute dürfen im DFB-Pokal-Spiel zwischen #fcmsvd unter strengsten Auflagen ins Station.. schön und gut, aber das man alle Personen in EINE BLOCKREIHE quetscht... Wer hat sich das nur ausgedacht?“

Erstmeldung vom 13. September 2020: Rostock - Die Fußball-Fans in Deutschland konnten sich an diesem Wochenende über den Start des DFB-Pokals freuen. Weiterhin steht auch der Profi-Fußball im Schatten der Corona*-Krise. In den meisten Stadien waren deshalb auch an diesem Wochenende keine Zuschauer zugelassen - ein großer Wettbewerbsnachteil für die Heimmannschaft. Besonders bei unterklassigeren Vereinen geben die Fans im Stadion oftmals das entscheidende Plus. Allerdings blieben nicht alle Stadien leer.

DFB-Pokal: Corona-Eklat in Rostock - Fans stinksauer „Unfassbar“

Bei einigen Spielen sind Zuschauer zugelassen worden. In Chemnitz durften rund 4600 Fans ins Stadion, in Rostock sogar 7500. Der 1. FC Magdeburg darf um 18.30 Uhr vor 5000 Besuchern gegen Darmstadt 98 spielen. Doch gerade über die Zustände in Rostock gab es schon wenige Minuten nach Anpfiff Verwunderung.

Vor dem DFB-Pokal*-Spiel gab Hansa-Sportvorstand Martin Pieckenhagen zu Protokoll, dass die 7000 Zuschauer im Stadion eine „Rießenchance für den Fußball“ seien. Das Spiel sei eine „große Probe für uns in Rostock, ob wir es mit Zuschauern hinbekommen.“ Schon vor der Partie war man in Rostock also angespannt, wie man offen zugab. „Das ist eine sehr, sehr große Herausforderung mit dem, auf was wir alles achten müssen. Wir hoffen, dass wir das Ostseestadion irgendwann wieder voll haben. Das ist der erste Schritt.

DFB-Pokal in Rostock: Zuschauer stehen eng an eng im Stadion

Ob es wirklich der erste Schritt zu noch mehr Zuschauern sein wird, muss sich allerdings erst zeigen. Via Twitter drückten schon wenige Minuten nach dem Anstoß im Ostseestadion ihre Verwunderung über das aus, was sie dort zu sehen bekamen: „Wie viele Zuschauer dürfen nochmal beim VfB ins Stadion?“, fragte etwa ein User vielsagend zu einem Foto von den vollen Zuschauerrängen in Rostock, auf dem die Zuschauer scheinbar eng an eng das Spiel verfolgten. Unter dem Post sammelten sich etliche Kommentare, in denen andere Fans ihr Unverständnis ausdrückten. Einer schrieb etwa: „Da muss ich mir an den Kopf fassen. Abstände, Masken...nicht vorhanden".

Ein anderer User schrieb via Twitter: „Unfassbar - in Rostock ist Corona scheinbar Geschichte“. Ein anderer ging auf die Folgen für den Fußball* ein und meinte schlicht: „Es muss eine einheitliche Regelung her, für die Profiligen und den Pokal. Alles andere ist Wettbewerbsverzerrung.“ (rjs) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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