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Positiv getestet: Niklas Süle. Foto: dpa
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Positiv getestet: Niklas Süle.

Deutsche Nationalmannschaft

Corona im DFB-Team: Konsequenzen für Niklas Süle

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Jetzt hat das Virus auch die DFB-Auswahl erwischt. Welche Konsequenzen der Fußball jetzt aus der Infektion von Niklas Süle ziehen muss. Ein Kommentar.

Nun hat es also den ersten Fußballnationalspieler erwischt, Niklas Süle vom FC Bayern München ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Trotz vollständiger Impfung. Das kann niemanden ernsthaft überraschen. Es war eine Frage der Zeit, bis die längst wieder stärker wütende Corona-Pandemie auch Deutschlands Fußballelite erschüttert und es hier zu den gefürchteten Durchbrüchen kommt. Das liegt in der Natur der Sache. Denn der Fußball, auch auf höchstem Niveau, ist nur ein Teil, ist ein Abbild der Gesellschaft. Zumal die berühmte Bubble schon lange geplatzt ist. Schlimm genug.

Es hatte sich angedeutet, dass es wieder hässlich wird in diesem Herbst, die Zahlen steigen dramatisch an, die der Patient:innen auf den Intensivstationen und bei jenen, denen leider Gottes nicht mehr geholfen werden kann. Die Todeszahlen sind höher als vor gut einem Jahr – genauso wie die der Infizierten.

Coronavirus auch in der Bundesliga angekommen

Klar kommt da der Fußball nicht ungeschoren davon, das Virus tobt durch die Bundesliga. Die Alarmglocken sollten längst lauter schrillen. Der beste Bundesligatrainer, Julian Nagelsmann, erkrankte trotz Impfung und musste seinen FC Bayern München aus der heimischen Küche aus betreuen. Die Teams der TSG Hoffenheim, Mainz 05, des VfB Stuttgart oder der Spvgg Greuther Fürth wurden durch Covid temporär erheblich dezimiert. 

Noch mehr Beispiele? Erst am Montag (08.11.2021) wurde die Drittligapartie der Würzburger Kickers gegen Braunschweig wegen mehrerer Fälle in den Reihen der Bayern abgesagt, am Sonntag fiel das Spiel des SV Sandhausen in der zweiten Liga beim FC St. Pauli ins Wasser, weil bei den die Kurpfälzern gar 18 Personen positiv getestet wurden, zwölf Spieler und sechs enge Mitarbeiter hinter dem Team. Alle vollständig geimpft.

Genau hier beginnt es, tückisch und trügerisch zu werden, denn die Vakzine bieten keinen vollständigen Schutz vor Ausbruch der Krankheit. Wer geimpft ist, kann sich trotzdem anstecken und das Virus weitergeben, er ist aber in aller Regel vor einem schlimmeren Verlauf geschützt. Insofern macht eine Impfung absolut Sinn, und es grenzt an Rücksichtslosigkeit sich selbst, aber vor allem seinen Mitmenschen gegenüber, sich trotzdem dagegen zu entscheiden. Herzliche Grüße an Joshua Kimmich.

Fußball-Profis leben nicht mehr in vielzitierter Blase

Forderungen nach der „2G-Regelung für alle Akteure im Fußball“, wie von Pauli-Präsident Oke Göttlich formuliert, sind nachvollziehbar und richtig. Greifen aber, siehe Niklas Süle und Co., in der Gesamtbetrachtung zu kurz. Deshalb sollten sich die Protagonisten, selbst in Pandemie-Zeiten mit einer Sonderrolle gesegnet, ganz schnell am Riemen reißen und ihr als vorbildlich gelobtes Hygienekonzept in aller Konsequenz und Strenge aufleben lassen.

Die Fußballprofis leben nicht mehr in der vielzitierten Blase, sie gehen wieder lockerer durchs Leben, nehmen vieles nicht mehr so ernst. Das ist nur menschlich, auch hier sind sie nur ein Spiegel der Gesellschaft. Doch sie haben eine Vorbildfunktion, der sie gerecht werden müssen. Die Entwicklung muss verlangsamt werden, ansonsten drohen auch dem Fußball wieder harte Einschnitte – und Spiele mit wenigen Fans oder im Geisterhaus sind da noch das geringste Übel. Die aktuellen Debatten über Vollauslastungen der Stadien wirken vor diesem Hintergrund nahezu grotesk. (Ingo Durstewitz)

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