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Drängt schon länger auf Veränderungen: Nationaltorhüterin Almuth Schult.
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Drängt schon länger auf Veränderungen: Nationaltorhüterin Almuth Schult.

Gleichberechtigung im Fußball

DFB lanciert Frauen-Kampagne

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Fußballverband wirbt für mehr Teilhabe von Frauen in der Sportart - und kommt den Kritikern entgegen

Der einprägsame TV-Spot beginnt mit einer provokanten Frage. Warum muss es beim Fußball immer die maskuline Form sein, die der Duden vorgibt? Könnte es nicht auch „Fußball, die“, also die feminine Variante sein? Vieles, was Fußball zu Fußball macht, ist schließlich weiblich: Die Technik, die Begeisterung, die Gemeinschaft, die Taktik. Mit dieser These hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Tag des DFB-Pokalfinale der Frauen zwischen Eintracht Frankfurt und dem VfL Wolfsburg (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) eine Online-Kampagne gestartet, die nicht nur die Kommunikation für die Frauen-Nationalmannschaft, die Bundesliga, den Pokal und den Mädchenfußball bündeln soll, sondern auch für mehr Teilhabe von Mädchen und Frauen im Fußball werben soll.

Die Initiative ist über die nächsten Monate geplant und soll Zielgruppen außerhalb des Fußballs ansprechen. „Wir wollen über die Kampagne Aufmerksamkeit erzeugen und Begeisterung wecken“, teilte DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg mit. Auf der Verbandshomepage gibt es ab sofort einen separaten Bereich, der alle Informationen zu dem Frauenthema bündelt. Vieles dabei klingt ähnlich wie jene acht Forderungen, die ein Netzwerk neun prominenter Frauen um die Unternehmerin Katja Kraus vorstellte. Die ehemalige Nationaltorhüterin hatte im ZDF-Sportstudio den Verband nicht nur wegen der aus ihrer Sicht für die Erneuerung ungeeigneten Interimspräsidenten Rainer Koch und Peter Peters gerügt, sondern auch konkret festgehalten: Es genüge eben nicht, dass der DFB „Regenbogenfahnen aufhängt oder Vielfaltspots schaltet“.

Handlungsdruck ist hoch

Nun reicht der Verband den streitbaren Frauen symbolisch die Hand, nachdem auch die dem Neuner-Netzwerk beigetretene Nationaltorhüterin Almuth Schult bemängelt hatte, sie bekomme keine Antworten, was wirklich getan werde. Beide Initiativen arbeiten zwar nicht direkt zusammen, verfolgen aber ungefähr dasselbe Ziel. Entsprechende Gelder stehen beim DFB offenbar bereit.

Ein erhöhter Handlungsdruck ist nicht zu leugnen. Die DFB-Frauen sind bei den letzten Turnieren (EM 2017, WM 2019) jeweils im Viertelfinale gescheitert, beim Olympischen Fußballturnier diesen Sommer fehlt der Olympiasieger Deutschland. Und in der Women’s Champions League sind die Zeiten längst vorbei, dass deutsche Teams dominiere. Was die Vermarktung einer Liga angeht, setzt längst England als Ausrichter der nächsten Frauen-EM die Maßstäbe.

Aus diesem Grund ist auch das Projekt „Frauen im Fußball – Strategie 2027“ entstanden, das die Vereinsarbeit, Kommunikation, Marketing, Trainerausbildung und Talentförderung bis hin zu Frauen im Haupt- und Ehrenamt behandeln soll. Das Strategiepapier wird im Herbst veröffentlicht.

Schließlich soll von einer Frauen-WM 2027, für die sich Deutschland gemeinsam mit den Niederlanden und Belgien bewirbt, ein nachhaltiger Effekt ausgehen. „Wir wollen nicht den Fehler von der Heim-WM 2011 wiederholen, dass danach einfach Schluss ist“, beteuert Doris Fitschen, die damalige Nationalmannschaftsmanagerin, die inzwischen das Kernteam Frauen-Nationalmannschaften und –Bundesliga leitet. Auch für die ehemalige Nationalspielerin sind die Ziele klar formuliert: sportlicher Erfolg, mehr Sichtbarkeit, mehr aktive Spielerinnen und mehr Frauen in Führungspositionen.

Eigentlich hätten sich in den nächsten Tagen sich Männer- und Frauen-Nationalteam im EM-Basisquartier in Herzogenaurach persönlich kennenlernen sollen, aber die Corona-Regeln erlauben eine solche Zusammenkunft (noch) nicht. Was die nächsten Jahre umgesetzt wird, ist dann auch davon abhängig, wie ernst es dem nächsten Präsidenten mit dem gesellschaftlich wichtigen Thema ist. Würde erstmals in der Geschichte eine DFB-Präsidentin gewählt, hätte sich die Frage sicherlich erledigt. Dann könnte es auch weiter „der Fußball“ heißen.

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