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Rainer Koch im ZDF.
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Rainer Koch im ZDF.

DFB

Keller gegen Koch beim DFB: Das blanke Misstrauen zwischen Profis und Amateuren

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Präsident Keller gegen Vize Koch, Profifußball gegen Amateurvertreter - im DFB sind die Fronten aktuell komplett verhärtet.

Frankfurt - An der Torwand im ZDF-Sportstudio hat sich Rainer Koch wacker geschlagen. Dreimal verpasste der DFB-Vizepräsident nur knapp einen Treffer. Zuvor im Gespräch mit der Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein war es dem 62-Jährigen eher nicht gelungen, einen Befreiungsschlag zu setzen.

Zu ungeheuer komplex ist die Problemstellung, als dass das Publikum noch bis in die letzte Verästelung hinein kapieren würde, wer die Guten und wer die Bösen sind. Falls irgendwer im Deutschen Fußball-Bund und der Deutschen Fußball-Liga überhaupt noch mit Überzeugung behaupten könnte, er gehöre zweifelsfrei zu den Guten.

DFB: Koch und Keller klammern sich weiter an ihre Ämter

Am Freitagabend gehörte der bayerische Landesverbandschef Koch zu den Teilnehmern einer Konferenz, die dabei fast einstimmig ein Amtsenthebungsverfahren gegen den DFB-Präsidenten Fritz Keller forderten. Koch darf das als Rückhalt der Amateurvertreter, deren erster Mann er ist, deuten und tat das im Sportstudio auch vehement.

Sein Misstrauen in den ihm in gegenseitiger Abneigung verbundenen DFL-Chef Christian Seifert und dessen Botschafter Peter Peters ist ebenso monumental wie andersherum und mündete in der in dieser Form ein klein wenig populistisch anmutenden Forderung: „Wir brauchen endlich Geld vom Profifußball.“ Der sei von den Amateuren nun mehr als ein Jahr lang unterstützt worden, ohne dafür eine Gegenleistung erbracht zu haben. „Kein Cent“ sei geflossen.

NameFriedrich Walter „Fritz“ KellerRainer Koch
PositionPräsident DFBVizepräsident DFB
BerufWinzer, Weinhändler, Gastronom, HotelierJurist
Alter64 Jahre (2. April 1957)62 Jahre (18. Dezember 1958)
GeburtsortFreiburg im BreisgauKiel

Die Fronten sind komplett verhärtet. Koch, auf den der Druck aus dem Profilager extrem erhöht wurde, wird nicht zurücktreten, weil er die Landeschefs hinter sich weiß. Auch Keller klammert sich weiter ans Amt. Der 64-Jährige tat kund, dass er im Fall einer Niederlage vor dem DFB-Sportgericht wegen seines Nazi-Eklats die nächsthöhere Instanz, das DFB-Bundesgericht, anrufen wird.

Karl-Heinz Rummenigge nennt DFB-Präsidentschaft „Job, der einer Harakiri-Aktion gleichkommt“

Der Sportgerichts-Vorsitzende Hans E. Lorenz ist inzwischen davon abgekommen, den Prozess im schriftlichen Verfahren abzuhandeln. Es laufe auf eine mündliche Verhandlung hinaus, sagte Lorenz am Sonntag dem sid.

Derweil hat der von Lothar Matthäus in Stellung gebrachte Karl-Heinz Rummenigge eine DFB-Präsidentschaft von vorneherein abgelehnt: „Ich suche nicht einen Job, der einer Harakiri-Aktion gleichkommt“, sagte der 65-Jährige bei Sky. Womöglich wäre das auch ein kühnes Unterfangen geworden, hatte sich der international bestens vernetzte Bayern-Chef doch im Jahr 2013 strafbar gemacht, als er zwei Uhrengeschenke aus dem Scheichtum Katar am Münchner Flughafen nicht verzollen wollte. Allein die Annahme einer teuren Uhr hätte für einen DFB-Präsidenten Anlass genug gegeben, seinen sofortigen Rücktritt einzureichen. Reinhard Grindel lässt schön grüßen.

Beim DFB tobt ein unerbittlicher Kampf zwischen Profis und Amateuren

Im ZDF-Interview stützte Rummenigge Fritz Keller als „ehrbaren Menschen“, dem er wünsche, dass er so behandelt würde, „wie es sich für einen Präsidenten des DFB gehört“. Man sieht auch an dieser Aussage, verbunden mit dem bösen Mailverkehr zwischen Seifert und Koch aus der vergangenen Woche: Der Kampf der Profis gegen die Amateure könnte spektakulärer und unerbittlicher nicht sein.

Sollte Keller gehen müssen, bot sich die Anti-Korruptionsexpertin Sylvia Schenk in der „FAZ“ als Übergangslösung an, um den DFB „in ruhiges Fahrwasser zu bringen“. Die Frankfurterin gilt sowohl mit den Granden im DFB als auch denen in der DFL als gut verbandelt. (Jan Christian Müller)

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