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DFB-Frauen im Losglück

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Von: Frank Hellmann

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Machbare Gegnerinnen fürs DFB-Team in Gruppe H: Marokko, Kolumbien, Südkorea.
Machbare Gegnerinnen fürs DFB-Team in Gruppe H: Marokko, Kolumbien, Südkorea. © AFP

Eine viel leichtere WM-Gruppe als mit Marokko, Kolumbien und Südkorea hätten die deutschen Fußballerinnen kaum bekommen können.

Ohne Pathos kommt eine WM-Auslosung nicht mehr aus. Und so sprach mit Fatma Samoura die Generalsekretärin des Weltverbandes Fifa aus, was inzwischen vor jedem Großereignis im Frauenfußball verkündet wird. Dass die WM 2023 in Australien und Neuseeland (20. Juli – 20. August) nicht nur die beste, sondern auch „die bunteste, spektakulärste und am besten besuchte aller Zeiten“ werde. Das Attribut bunt trifft es zumindest aus deutscher Sicht ziemlich gut, denn mehr Vielfalt als eine Gruppe mit Marokko, Kolumbien und Südkorea hätte es kaum geben können. Eine viel leichtere Konstellation hätte der zweifache Weltmeister auch nicht erwischen können, um sich mitten im australischen Winter für die nächste Titelmission warmzuspielen.

Drei Teams, die in ihren Konföderationen aus Afrika, Südamerika und Asien zwar jeweils Vizemeister geworden sind – was vortrefflich zum Vize-Europameister Deutschland passt – doch das oberste Level verkörpert kein Team. Entsprechend geschickt formulierte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg: „Das ist eine Gruppe mit drei unbekannten Mannschaften, es ist eine große Herausforderung für uns, die Gegner im Vorfeld gut zu analysieren.“ Die Kontrahenten zu schlagen, sollte fast eine Selbstverständlichkeit sein.

Erst im Achtelfinale wird es bei dem auf 32 Teams aufgeblähtem Turnier richtig ernst, wenn vermutlich Frankreich oder Brasilien warten. Weltmeister USA könnte frühestens im Finale lauern. Für DFB-Kapitänin Alexandra Popp steht nach den Glückslosen fest: „Wir haben den Druck, als klarer Favorit Gruppenerster zu werden.“ Mindestens das Halbfinale soll es schon werden, nachdem Popp und Co. bei der WM 2019 bereits im Viertelfinale strauchelten. Damals war die Bundestrainerin noch kein halbes Jahr im Amt.

WM der weiten Wege

Nun sind die Voraussetzungen besser, wenn die WM für ihr Ensemble am 24. Juli 2023 in Melbourne gegen Marokko beginnt. „Wir haben noch nie gegen sie gespielt“, sagt Voss-Tecklenburg über den WM-Neuling. Danach geht es am 30. Juli in Sydney gegen den zweiten Außenseiter Kolumbien weiter, denen die Bundestrainerin „ganz viel Herzblut und Leidenschaft“ bescheinigt. Das dritte Gruppenspiel steigt am 3. August in Brisbane gegen Südkorea, wo der im Westerwald beheimatete Colin Bell seit 2019 als Nationaltrainer arbeitet. Der gebürtige Engländer und frühere Profi von Mainz 05 hat Fußstapfen als Trainer beim 1. FFC Frankfurt hinterlassen, als er 2015 die Champions League gewann. Der 61-Jährige ist vom Fleiß, Lernwillen und Einsatz seiner Nationalspielerinnen beeindruckt. Gerade wegen Bell warnt Voss-Tecklenburg: „Südkorea ist eine sehr, sehr spielstarke Mannschaft, die einen feinen technischen Fußball spielt, mit einem ‚deutschen‘ Trainer.“

Fast unmöglich scheint es, dass die EM-Heldinnen erneut ein Millionenpublikum am TV in der Heimat mitnehmen. Die deutschen Spiele laufen wegen der Zeitverschiebung wohl am frühen Morgen, die genauen Anstoßzeiten werden noch festgelegt. Wichtigste deutsche Aufgabe ist zunächst, ein Basecamp in Australien zu suchen. Das Team wird definitiv keinen Abstecher nach Neuseeland unternehmen müssen bei einer Veranstaltung der weiten Wege, die unter Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit suboptimal ausgestaltet ist. Voss-Tecklenburg wird sich bei einer einwöchigen Inspektionsreise in Down Under selbst von Unterbringungsmöglichkeiten und Trainingsplätzen überzeugen.

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