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DFB-Frauen: Ein Corona-Fall zur Unzeit

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Von: Frank Hellmann

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Fehlt der DFB-Auswahl mindestens in der Vorrunde: Lea Schüller.
Fehlt der DFB-Auswahl mindestens in der Vorrunde: Lea Schüller. © Sebastian Gollnow/dpa

Das tückische Virus erwischt Mittelstürmerin Lea Schüller, die Bundestrainer Martin Voss-Tecklenburg fordert: „Für Lea spielen“.

Immerhin: Der Hinweis zum Tragen einer Maske prangt an zentraler Stelle an der Scheibe in jedem der Londoner Omnibusse. Das Problem: Gefühlt 99 Prozent der Fahrgäste führen das Utensil nicht mehr bei sich. Insofern geht die Delegation des deutschen Frauen-Nationalteams eigentlich mit gutem Gegenbeispiel voran, weil im Teamquartier der Mund-Nasen-Schutz bei allen Zusammenkünften getragen wird. Dennoch hat das tückische Virus ausgerechnet vor dem wichtigen EM-Gruppenspiel gegen Spanien (Dienstag, 21 Uhr/ARD) bei den deutschen Fußballerinnen Einzug erhalten.

Mittelstürmerin Lea Schüller ist erster deutscher Corona-Fall bei diesem Turnier. Sie verspüre nur „leichte Symptome. Sie wurde umgehend isoliert“, teilte der DFB mit. Laut dem Uefa-Protokoll ist nach fünf Tagen ein Freitesten möglich – Symptomfreiheit vorausgesetzt. Das letzte Gruppenspiel bei der Frauen-EM 2022 gegen Finnland (16. Juli) kommt für Deutschlands beste Angreiferin kaum infrage, ein Mitwirken im angestrebten Viertelfinale erscheint ebenfalls unwahrscheinlich. „Für uns heißt das in erster Linie, dass wir als Team noch näher zusammenstehen und für Lea spielen. Wir können das Risiko nicht zu 100 Prozent minimieren, und von daher ist es nur wichtig, dass es Lea gutgeht“, sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg.

Alle Protagonist:innen haben im deutschen Quartier Einzelzimmer in einem Seitenflügel bezogen. Man will den Spagat zwischen nötiger Vorsicht und ein bisschen Freiheit wagen – und setzt dabei auf die Eigenverantwortung. Voss-Tecklenburg: „Wir testen weiterhin, aber ich muss sagen, dass wir ohnehin sehr verantwortungsvoll mit der Situation umgehen.“ Sie selbst war am Wochenende mit dem Rad unterwegs, während sich die Spielerinnen mit Freunden, Eltern oder Angehörigen zum Spaziergang trafen. Alle sind angehalten, sich bei solchen Zusammenkünften im Freien aufzuhalten.

Für die DFB-Frauen kommt der Ausfall von Schüller zur Unzeit. Mit schnellen Schritten lenkt sie das Pressing; eine Aufgabe, die die gerade von einer Corona-Erkrankung genesene Alexandra Popp in dieser Form nicht erfüllen kann. Vermutlich wird die Kapitänin aber beginnen. Eine Alternative wäre auch die Frankfurterin Laura Freigang. hel

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