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DFB-Einzelkritik: Süle schläft, Schlotterbeck rennt hinterher

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Von: Thomas Kilchenstein

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Frustrierter Kapitän: Torwart Manuel Neuer (links).
Frustrierter Kapitän: Torwart Manuel Neuer (links). © dpa

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft verpatzt ihren Start bei der WM 2022 gegen Japan. Die DFB-Spieler in der Einzelkritik.

Gut dabei: Rüdiger immer aufmerksam

Antonio Rüdiger : Sein erster Diagonalpass kam nicht an. Das war der einzige Makel. Souveräne Vorstellung, immer aufmerksam, immer auf der Höhe, bügelte gerade in der Anfangsphase so manche Nachlässigkeit der Kollegen aus. Hatte die erste deutsche Chance, sein Kopfball (7.) strich am Pfosten vorbei. Streute in seinem Sprint auch mal einen Usain-Bolt-Move ein. Stoppte Japan fast allein. Fast ...

Ganz okay: Raum, Neuer, Kimmich und Gündogan solide

David Raum: Lange Aktivposten in der Offensive. Nahezu jeder Angriff lief über seine Seite, war kaum zu stoppen. Fast logisch, dass er den Elfmeter herausholte. Mit den bekannten Schwächen in der Defensive, manche Flanke könnte besser kommen.

Joshua Kimmich: Kurbelte von Anfang an unermüdlich an, viel am Ball, immer anspielbar. Lange Chef im Ring, bereitete mit einem feinen Pass auf Raum im Grunde das 1:0 vor. Im zweiten Abschnitt ging er mit unter, da kam dann zu wenig. Konnte das Unheil nicht mehr abwenden.

Manuel Neuer: Lange Zeit nahezu beschäftigungslos. Das änderte sich nach einer Stunde. Sensationell seine Parade gegen Ito (73.), beim Ausgleich von Doan (76.) chancenlos. Ließ sich das 1:2 um die Ohren schießen. Hätte er da nicht raus gemusst?

llkay Gündogan: Begann sehr nervös und fahrig.Verlor früh (8.) im Mittelfeld den Ball an Kamada, schon stand es 0:1 - wenn Maeda nicht im Abseits gestanden hätte. Glück gehabt. Übernahm dann nach und nach Verantwortung, schoss im ersten Abschnitt viermal aufs Tor. Traf aus elf Metern (33.) zur Führung. Musste das 2:0 (60.) machen, Außenpfosten.

So lala: Musiala kann Nervosität nicht verbergen

Jamal Musiala: Konnte anfangs seine Nervosität nicht verbergen, da lief nicht viel zusammen, er versuchte einiges, manches missriet. War aber lange der einzige Offensive mit Zug zum Tor, seine flinken Bewegungen rissen Lücken. Im zweiten Abschnitt deutlich präsenter, feines Solo (52.), hätte ein Tor verdient.

Schwächelnd: Gnabry, Süle, Hofmann, Goretzka, Müller, Havertz und Schlotterbeck verpatzen WM-Start

Serge Gnabry: Hatte vor und nach der Pause zwei gute Szenen, ansonsten kaum zu sehen, tauchte viel zu oft ab. Dann boten sich ihm in der 71. Minute beste Gelegenheiten, auf 2:0 zu erhöhen. Ließ sie alle aus. Das sollte sich bald rächen, bitter rächen.

Niklas Süle: Hatte anfangs viel zu viele Bälle in der Offensive, das ist nicht seine Stärke. Er kann verteidigen, gerade gegen die eher schmächtigen Japaner. Als es eng wurde, war er keine große Hilfe. Schlief vorm 1:2, rückte zu spät raus und hob das Abseits auf. Verstolperte in der Nachspielzeit eine passable Gelegenheit.

Jonas Hofmann: Hatte die Möglichkeit zum 2:0, scheiterte aber frei vor und an Torwart Gonda. Ansonsten kam er zum ungünstigsten Zeitpunkt, da war das deutsche Spiel festgefahren.

Leon Goretzka: Siehe Hofmann. Vermochte in den 30 Minuten, die er spielte, keine Impulse zu setzen, rieb sich im Klein-Klein auf. In der Schlussminute strich sein Schuss um Haaresbreite am Pfosten vorbei.

Thomas Müller: Ende September letztmals in der Startaufstellung bei den Bayern. Ließ meist einfach nur die Bälle prallen, weitgehend wirkungslos.

Kai Havertz: Hat er überhaupt mitgespielt? Fiel nur einmal auf, als er ein Abseitstor erzielte, ansonsten im Grunde nicht auf dem Platz. Als Spitze überhaupt nicht im Spiel, als Spitze verschenkt.

Nico Schlotterbeck: Der obligatorische „Arroganzanfall“ (Per Mertesacker) unterlief ihm früh, blieb folgenlos. Ansonsten bemüht, kompromisslos, hielt Raum den Rücken frei. Als Japan aber ernst machte mit Schwierigkeiten. Ließ vor dem 1:2 Asano einfach laufen, warum grätschte er nicht wenigstens? So reicht es auf diesem Niveau nicht.

Zu spät gekommen: Götze, Füllkrug und Moukoko können DFB-Team nicht retten

Mario Götze, Niclas Füllkrug, Youssoufa Moukoko. kil

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