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Will für eine zweite Amtszeit kandidieren – „wenn man einen so unbequemen Kerl wie mich überhaupt möchte“: DFB-Präsident Fritz Keller.
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Will für eine zweite Amtszeit kandidieren – „wenn man einen so unbequemen Kerl wie mich überhaupt möchte“: DFB-Präsident Fritz Keller.

DFB-Führung

DFB: Schmutziger Machtkampf im Präsidium setzt sich fort - Kündigung wird zum Politikum

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der Büroleiter von DFB-Präsident Fritz Keller soll entlassen werden. Der Fall wirft Fragen auf. Und ein schlechtes Licht auf die Verbandsspitze.

Frankfurt - Es kracht mal wieder mächtig im Deutschen Fußball-Bund, die Situation könnte kaum desolater sein. Wöchentlich wechseln die Machtverhältnisse in der erbitterten Auseinandersetzung zwischen Generalsekretär Friedrich Curtius und Präsident Fritz Keller. Der Ausgang ist ungewiss. Der einflussreiche Vizepräsident Rainer Koch aus Bayern dürfte nicht zum ersten Mal als Kulissenschieber eine zentrale Rolle spielen.

DFB: Kellers Büroleiter kämpft gegen Kündigung

Aktuell kämpft Kellers Büroleiter Samy Hamama nach laut „Bild“ fristloser Kündigung um seinen Job. Der erst kürzlich gegründete Betriebsrat unterstützt derzeit den Mitarbeiter, der 2016 vom Weltverband Fifa zum DFB kam. Nächste Woche beschäftigt der delikate Fall die DFB-Ethikkommission. Hamama gilt als einer der wenigen Vertrauten von Keller im Verband. Personalverantwortung trägt aber nicht der nunmehr geschwächte ehrenamtliche Präsident, sondern dessen hauptamtlicher interner Gegenspieler Curtius, dessen Zukunft im DFB ebenfalls keineswegs als stabil angesehen werden kann. Eigentlich soll der 45-Jährige ab 1. Januar 2022 der starke Mann der neuen DFB GmbH & Co. KG werden, in die auch die A-Nationalmannschaft überführt wird. 

Hintergrund der Kündigung ist, dass Hamama sich Zugang zu einer Rechnung verschafft haben soll, die später im ZDF veröffentlicht wurde und Curtius nicht zum Vorteil gereicht. Es handelt sich laut „Bild“ um eine Summe von 20 111,50 Euro, die der ehemalige externe DFB-Berater Kurt Diekmann für seine Dienste in Rechnung stellte.

Einige Fragen lauten nun: In wessen Auftrag handelte Hamama? Wer steckte die Informationen ans ZDF durch? Wie reagiert nach der verbandsinternen Compliance nun die Ethikkommission? Wie geht Keller mit der Situation ohne Büroleiter um, die er im Grunde als direkten Angriff interpretieren muss. Und: Welche weiteren unangenehmen Wahrheiten könnten im Zuge der Beurlaubung von Hamama – der schon als Büroleiter von Kellers im Frühjahr 2019 zurückgetretenen Vorgänger Reinhard Grindel tätig war, mit diesem aber ein weit weniger vertrauliches Verhältnis pflegte - noch an die Öffentlichkeit geraten?

DFB: Welche Rolle spielt Koch?

Auch die künftigen DFB-Abgeordneten in Uefa-Exekutive und Fifa-Council, Rainer Koch und Peter Peters, haben wenig Interesse an einer weiteren Eskalation, ehe sie am 20. April beim Uefa-Kongress im schweizerischen Montreux gewählt werden sollen. Liga-Mann Peters steht gemeinsam mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) unverbrüchlich an der Seite von Fritz Keller. Der Amateurvertreter Koch spielt eine weniger klare Rolle, zuletzt präsentierte er sich an der Seite von Keller bei einer Pressekonferenz laut polternd-fordernd zu weiteren Öffnungen für den Amateurfußball. Curtius kann wohl kaum so zuverlässig auf Koch zählen wie Keller auf Peters.

Keller äußerte in einem Sky-Interview, er würde für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stehen, „wenn man einen so unbequemen Kerl wie mich überhaupt möchte – wenn man möchte, dass alles so bleibt, wie es immer war, dann bin ich fehl am Platz“. Im selben Sky-Gespräch kritisierte er, dass eine persönliche Unterredung mit Joachim Löw, in dem er mit dem Bundestrainer nach dem 0:6 in Spanien dessen Rücktritt nach der EM 2021 diskutiert hatte, an die Medien „ausgeblubbert“ worden sei. Das Verhältnis von Löw und Keller gilt seitdem als extrem angespannt. Wie so viele Verhältnisse im DFB. (Von Jan-Christian Müller)

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