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DFB-Team

Deutsche Nationalmannschaft: Gründung, Trainer, Erfolge - Alles zum DFB

  • vonJakob Lobes
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Die deutsche Nationalmannschaft kann auf vier Weltmeister-Titel zurückblicken. Wie sich der DFB zu einem der erfolgreichsten Fußballverbände entwickelt hat.

  • Die deutsche Nationalmannschaft hat bereits zahlreiche Erfolge zu verbuchen.
  • Der DFB wurde 1900 in Leipzig gegründet.
  • Der Fußballverband gründete sich nach dem 2. Weltkrieg in Stuttgart neu.

Frankfurt - Der Deutsche Fußball-Bund e. V. (abgekürzt DFB) ist der Dachverband von insgesamt 26 Fußballverbänden in Deutschland, denen wiederum knapp 24.500 Fußballvereine angehören. Den Sitz hat der Verein in Frankfurt am Main. Als nationaler Fußballverband organisiert der DFB die deutschen Fußballnationalmannschaften und bestimmt die Bundestrainer.

Die Gründung des DFB

In Deutschland gilt der Fußball als Sportart Nummer eins. Das merkt man an der Verbreitung in der Bevölkerung und an den Einschaltquoten bei Fußballübertragungen. Dies war jedoch nicht immer der Fall. Der Fußball und sein Verband haben sich erst mit der Zeit entwickelt. Im Jahr 1899 kam beim „Allgemeinen Deutschen Sportfest“ der Beschluss für eine Gründung eines Fußballverbandes zustande. Am 28. Januar 1900 in der Gaststätte „Mariengarten“ in Leipzig kam die Bezeichnung Deutscher Fußball-Bund (DFB) heraus und das Fundament für die Gründung war gesetzt.

Im Gründungsjahr zählte der DFB 86 Mitglieder. Kurioserweise wurde Prof. Dr. Ferdinand Hueppe des DFC Prag erster Präsident. Prag gehörte damals zu Österreich-Ungarn und konnte somit in der deutschen Liga mitspielen. Im Jahr 1908 wurden schon die ersten Länderspiele mit der Nationalmannschaft organisiert. Der Verband wuchs in den darauffolgenden Jahren rasch heran - hunderte Mitglieder kamen dazu.

Mit der Naziherrschaft wurde der DFB jedoch größtenteils bedeutungslos, zum 1. Juli 1940 löste sich der Verband auf. Die Neugründung erfolgte genau neun Jahre später am 1. Juli 1949 in Stuttgart.

DFB und die Damen

In Sachen Gleichberechtigung hat es der DFB lange zu wünschen übrig gelassen. Fußball wäre als Sportart für Frauen unsittlich, so hieß es von dem Verband. 1955 wurde sogar ein Verbot für Frauenfußball ausgesprochen, das sich bis zum 31. Oktober 1970 hielt. Die Statistik im Artikel wird zeigen, dass Frauen jedoch erfolgreicher bezogen auf Titelsammlungen waren, obwohl sie erst knapp über 50 Jahre spielen dürfen. Auch eine Entwicklung, die ihre Zeit gebraucht hat.

Wie viele Mitglieder hat der DFB?

Beim DFB sind insgesamt 7.169.3237 Mitglieder registriert (Stand 2020). Organisiert sind diese in 24.481 Vereinen mit 145.084 aktiven Mannschaften. Die Vereine verteilen sich dabei auf 21 Landesverbände. Eine Übersicht zu den Vereinen pro Landesverband:

  • Bayern (4.510)
  • Niedersachsen (2.699)
  • Westfalen (2.156)
  • Hessen (2.107)
  • Württemberg (1.764)
  • Niederrhein (1.209)
  • Mittelrhein (1.095)
  • Thüringen (1.041)
  • Südwest (1.037)
  • Rheinland (1.024)
  • Sachsen (868)
  • Sachsen-Anhalt (729)
  • Südbaden (702)
  • Brandenburg (662)
  • Baden (616)
  • Schleswig-Holstein (557)
  • Mecklenburg-Vorpommern (469)
  • Hamburg (401)
  • Berlin (382)
  • Saarland (366)
  • Bremen (87)

DFB: Die größten Erfolge der deutschen Nationalmannschaft

Die DFB-Auswahl zählt in Sachen Fußball weltweit zu den erfolgreichsten Nationalmannschaften. Sie wurde bereits vier Mal Weltmeister (1954, 1974, 1990 und 2014), drei Mal Europameister (1972, 1980 und 1996) sowie einmal Konföderationen-Pokal-Sieger (2017). Hinzu kommen zahlreiche Halbfinal- und Finalteilnahmen bei Welt- und Europameisterschaften. Nur Brasilien war häufiger Weltmeister als die deutsche Nationalmannschaft.

Jogi Löw muss eine Auswahl für die EM 2021 treffen.

Erfolge der deutschen Nationalmannschaft der Herren:

  • - 1954 Weltmeister
    - 1972 Europameister
    - 1974 Weltmeister
    - 1980 Europameister
    - 1990 Weltmeister
    - 1996 Europameister
    - 2014 Weltmeister

Erfolge der deutschen Nationalmannschaft der Damen:

  • - 1989 Europameister
    - 1991 Europameister
    - 1995 Europameister
    - 1997 Europameister
    - 2001 Europameister
    - 2003 Weltmeister
    - 2005 Europameister
    - 2007 Weltmeister
    - 2009 Europameister
    - 2013 Europameister
    - 2016 Olympische Goldmedaille

DFB: Die Trainer der deutschen Nationalmannschaft nach 1945

Sepp Herberger (1950–1964): 1954 führte er die DFB-Auswahl unter ihrem Kapitän Fritz Walter zum Sieg bei der WM in der Schweiz. Der überraschende 3:2-Erfolg im Endspiel gegen das hoch favorisierte Ungarn wird bis heute als „Wunder von Bern“ bezeichnet. Dies war auch der erste Weltmeistertitel für die deutsche Nationalmannschaft.

Helmut Schön (1964–1978): Nach Titeln gilt er als erfolgreichster Bundestrainer der bisherigen Geschichte. Als bislang einziger Trainer führte er die Nationalelf zur Weltmeister- und zur Europameisterschaft. 1972 gewann die deutsche Nationalmannschaft die EM in Belgien und im Jahr 1974 wurde sie bei der WM in Deutschland zum zweiten Mal Weltmeister.

Jupp Derwall (1978–1984): Seine größten Erfolge als Bundestrainer waren der Gewinn der EM 1980 in Italien. In 67 Spielen erzielte seine Mannschaft 44 Siege, spielte zwölfmal unentschieden und kassierte nur elf Niederlagen. Derwall ist der bisher einzige Bundestrainer der deutschen Fußballgeschichte, der bei seinem ersten Turnier gleich einen Titel gewinnen konnte.

Franz Beckenbauer (1984–1990): Mangels Trainerlizenz wurde Beckenbauer damals zum Teamchef ernannt. Im Jahr 1986 wurde die deutsche Auswahl in Mexiko Vizeweltmeister. Bei der WM 1990 in Italien führte Beckenbauer die deutsche Nationalmannschaft zum Weltmeistergewinn. Damit schaffte er einen in Deutschland bislang einmaligen Erfolg: Er wurde als Spieler und als Teamchef jeweils Fußballweltmeister und Vizeweltmeister.

Berti Vogts (1990–1998): Ihm und seiner Mannschaft gelang der Sieg bei der EM 1996 und sie wurden Vize-Europameister 1992. Unter Vogts belegte die deutsche Nationalmannschaft im Februar 1997 – gemeinsam mit Brasilien – Platz eins in der FIFA-Weltrangliste. Er ist der erste Bundestrainer, der nach der deutschen noch andere Nationalmannschaften (Kuwait, Schottland, Nigeria und Aserbaidschan) betreute.

Erich Ribbeck (1998–2000): Während Ribbecks Amtszeit wurden 24 Spiele bestritten, die geringste Anzahl aller bisherigen Bundestrainer. Dabei verbuchte die deutsche Auswahl zehn Siege, sechs Remis und acht Niederlagen, womit Ribbeck der einzige Bundestrainer war, der weniger als die Hälfte der Länderspiele unter seiner Führung gewinnen konnte. Zudem nahm in seiner Verantwortung die Nationalmannschaft überhaupt an keiner Weltmeisterschaft teil.

Rudi Völler (2000–2004): Völler wurde 2000 Teamchef und ihm assistierte Michael Skibbe. Ursprünglich war Völler nur als Übergangslösung vorgesehen. Unter seiner Leitung wurde die Nationalmannschaft bei der WM 2002 in Südkorea und Japan überraschend Vize-Weltmeister. Nach dem Ausscheiden der deutschen Auswahl bei der EM 2004 in der Vorrunde erklärte Völler 2004 seinen Rücktritt.

Jürgen Klinsmann (2004–2006): Klinsmann wurde 2004 Trainer mit einem prominenten Trainerstab, dazu gehörten Co-Trainer Joachim Löw, Torwarttrainer Andreas Köpke und Teammanager Oliver Bierhoff. Bei der WM 2006 im eigenen Land kam Klinsmanns Nationalmannschaft bis ins Halbfinale. Im Spiel um den dritten Platz besiegte die DFB-Auswahl Portugal mit 3:1. Klinsmann verlängerte seinen auslaufenden Vertrag jedoch nicht, er erklärte kurz nach dem Turnierende seinen Rücktritt. Von 2011 bis 2016 war er zusätzlich Trainer der Fußballnationalmannschaft der USA.

Joachim Löw (seit 2006): Löw ist derzeitiger Bundestrainer und das mit der zweitlängsten Amtszeit. Er führte die Mannschaft zunächst zur EM 2008 in Österreich und der Schweiz, bei der sie das Endspiel erreichte. Sein Assistent war bis 2014 der ehemalige Bundesligaprofi Hansi Flick - ebenfalls kein Neuling im Fußball. Bei der WM 2014 in Brasilien feierte die Nationalmannschaft einen grandiosen 7:1-Sieg im Halbfinale gegen den Gastgeber und zog ins Finale ein. Dort wurde sie schließlich Weltmeister.

DFB: Rekorde der deutschen Nationalmannschaft und Nationalspieler

Rekordnationalspieler ist Lothar Matthäus mit insgesamt 150 Spielen für Deutschland. Außerdem stand er am häufigsten als Mannschaftskapitän der Nationalelf auf dem Spielfeld. Miroslav Klose hält mit 71 Toren den Rekord für die meisten Länderspieltore in der deutschen Nationalmannschaft. Zudem hat er 16 Tore bei Weltmeisterschaften erzielt, so viele wie noch keiner zuvor. Mit zehn Toren durch verwandelte Elfmeter ist Michael Ballack Rekordhalter im Elfmeterschießen.

Das 7:1 gegen Brasilien ist das torreichste Halbfinale der Geschichte in der WM. Manuel Neuer hat von allen DFB-Torhütern die meisten Länderspiele bestritten. Derzeit sind es 96 Spiele (Stand 04.03.2021). Das schnellste Tor in einem Länderspiel für Deutschland erzielte bislang Lukas Podolski in einem Freundschaftsspiel gegen Ecuador. Er traf schon nach neun Sekunden ins Tor und hält damit einen Rekord im deutschen Fußball.

Die deutsche Nationalmannschaft bei der EM 2021 unter Löw unter Druck

Die deutsche Nationalmannschaft mit ihrem Kapitän Manuel Neuer muss sich im März beweisen. Nach der historischen Niederlage im November 2020 (ein 0:6 gegen Spanien) wird es für Jogi Löw eng. Seinen Bonus als Weltmeistertrainer droht er zu verlieren, vieles hängt vom Ausgang der EM 2021 statt.

Der Bundestrainer muss sich also gut überlegen, wen er genau mitnimmt, sofern er bis dahin noch sein Amt hat. Seine Taktik mit der Verjüngung der Mannschaft war oftmals kritisiert worden. Besonders beeindruckt haben die neuen Spieler nämlich nicht. So könnte es zur Rückkehr der Ex-Weltmeister Thomas Müller (31), Mats Hummels (32) und Jérôme Boateng (32) kommen. Die Stars von 2014, die bei der Weltmeisterschaft 2018 als Tabellenletzte raus flogen, könnten zurückkommen.

Die EM 2021 findet in zwölf verschiedenen Ländern statt. Ob Zuschauer erlaubt sein werden, ist nicht klar abzusehen, da Corona immer noch ein aktuelles Thema ist. Immerhin wurde das Turnier nicht abgesagt, und das Auftaktspiel am 11. Juni bestreiten Italien und die Türkei gegeneinander. Die DFB-Mannschaft wird sogar in München gegen Frankreich im eigenen Land auftreten können. Andere deutsche Stadien sind als Austragungsorte nicht eingeplant. (Jakob Lobes)

Rubriklistenbild: © dpa / Christian Charisius

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