1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball

DFB: Schweinsteiger bringt namhafte Bierhoff-Nachfolger ins Gespräch

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Johannes Skiba

Kommentare

Nach dem Aus von Oliver Bierhoff beim DFB nach der enttäuschenden WM 2022 kursieren nun die ersten Namen für eine Nachfolge Bierhoffs.

Frankfurt – Der Frust nach dem Gruppen-Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2022 in Katar sitzt noch tief. Mit der Entlassung von DFB-Funktionär Oliver Bierhoff wurde bereits wenige Tage nach dem Ausscheiden eine erste personelle Konsequenz gezogen. Über die Nachfolge Bierhoffs wird nun viel diskutiert. So hat auch Ex-Nationalspieler und WM-Experte der ARD Bastian Schweinsteiger vor dem Achtelfinalspiel Portugal gegen die Schweiz zwei Namen ins Spiel gebracht.

Für Schweinsteiger stellen zwei ehemaligen Bayern-Spieler eine gute Lösung dar: „Ich denke an Menschen wie Michael Ballack und Stefan Effenberg. Das sind Typen, die richtig anpacken können.“ Schweinsteiger hebt wohl bewusst die Mentalität von Ballack und Effenberg hervor. Ein Kernelement, das in der jüngsten Vergangenheit in Reihen des DFB, kaum zu finden war – weder bei Funktionären noch bei Spielern.

Stefan Effenberg, GER, FC Bayern Muenchen (FCB) vs. SC Freiburg (SCF), Fussball, Bundesliga, 10. Spieltag, Spielzeit 202
Ein Kandidat für die Bierhoff-Nachfolge: Der ehemalige Nationalspieler Stefan Effenberg. © Walther/imago

Effenberg und Ballack: Ehemalige Nationalspieler mit Mentalität und ohne Erfahrung

Doch genügen allein ein selbstbewusster Charakter und großer Ehrgeiz, um diese wichtige Führungsposition beim DFB zu übernehmen? Auch wenn sowohl Effenberg als auch Ballack durch ihr früheres Dasein als Fußballspieler von Weltformat über unbestreitbare Fachkompetenz verfügen, haben beide ihre Weltklasse auf Funktionärsebene noch nicht nachweisen können.

Bastian Schweinsteiger.
Bastian Schweinsteiger. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Michale Ballack war seit seinem Karriereende 2012 noch nie bei einem Verein oder Verband tätig. Stefan Effenberg versuchte sich bislang in zwei Positionen. 2015 übernahm der das Traineramt beim SC Paderborn. Nach 15 Spielen war jedoch wieder Schluss. 2019 managte er den Chaosverein KFC Uerdingen und verließ den Klub auf eigenen Wunsch nach 8 Monaten. Es ist fraglich wie Ballack oder Effenberg ohne nennenswerte Erfahrung in dieser Position den strukturell und sportlich seit Jahren kriselnden Fußballverband auf Dauer helfen könnten. Eine impulsgebende Beraterfunktion beim DFB scheint dem Profil der beiden Kandidaten eher gerecht zu werden.

DFB: Trotz WM-Aus mit Flick und vielen Baustellen zur Heim-EM 2024

Ähnliche Fragen stellen sich es bei einem möglichen Engagement Schweinsteigers, der sich in der Diskussion selbst ins Gespräch brachte: „Ich habe meinen Namen gehört. Da war ich überrascht.“ Unabhängig von konkreten Namen befand Schweinsteiger, dass der Nachfolger von Oliver Bierhoff „eine andere Ansicht“ als Trainer und Spieler haben müsse, sowie insgesamt „einen neuen Spirit“ verbreiten solle. Auch die Zusammenarbeit und Chemie mit Bundestrainer Hansi Flick, dessen Vertrag noch bis zur Heim-EM 2024 läuft, muss stimmen.

Die Diskussionen über den Erben Bierhoffs wird sicherlich noch eine Zeit lang anhalten, da der DFB bei dieser Personalie keinen Schnellschuss machen möchte. Die Zeit drängt also erstmal nicht. Nichtsdestotrotz warten auf den Nachfolger viele Baustellen, die nicht alle gleichzeitig angegangen werden können. Da für die deutsche Nationalmannschaft allerdings keine Qualifikation für die Heim-EM 2024 ansteht, wird zumindest der Einstieg des neuen Funktionärs verhältnismäßig ruhiger verlaufen können.

Auch interessant

Kommentare