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Thomas Müller.
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Thomas Müller.

Nationalmannschaft

EM 2021: Licht und Schatten beim Unentschieden gegen Dänemark

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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  • Frank Hellmann
    Frank Hellmann
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Die deutsche Nationalmannschaft beweist beim 1:1 gegen Dänemark am Innsbrucker Tivoli zwar Fortschritte, aber auch die Rückkehrer Thomas Müller und Mats Hummels garantieren vor der EM 2021 noch keine Erfolgserlebnisse.

Innsbruck - Der idyllische gelegene Innsbrucker Tivoli ist Joachim Löw immer noch gut bekannt. Vor seiner Epoche als Bundestrainer coachte der Südbadener auf Vereinsebene den damaligen FC Tirol Innsbruck, und zumindest der schöne Ausblick auf die Bergspitzen der Nordkette besteht noch heute. Vor seiner letzten Turniermission als Verantwortlicher der deutschen Nationalmannschaft hat Löw aber mehr das 1:1 (0:0) gegen Dänemark interessiert, dass ihm für den EM-Auftakt gegen Frankreich am 15. Juni in München mal wieder Licht und Schatten seiner Mannschaft zeigte. Nach dem überfälligen Führungstor von Florian Neuhaus (48.) führte eine Unachtsamkeit in der deutschen Abwehr zum Ausgleich durch Yussuf Poulsen (71.).

Mats Hummels verliert Laufduell

Anfangs wirkte es so, als hätten die Arbeiten im Trainingslager im seit Tagen sonnenverwöhnten Seefeld auf vielerlei Ebenen angeschlagen, denn die DFB-Auswahl wirkte deutlich besser organisiert als bei den teils irritierenden Vorträgen im Frühjahr in der WM-Qualifikation oder Nations League. Doch auch die Rückkehr der Routiniers Mats Hummels und Thomas Müller hat die Wackler für ein gesamte Partie nicht abgestellt: Diesmal war es eine viel zu große Lücke im zentralen Mittelfeld, eine unglückliche Grätsche von Niklas Süle und ein verlorenes Laufduell von Mats Hummels , die einen Gegentreffer begünstigte. Und so ist weiter ungewiss, ob die deutsche Elf im ersten Gruppenspiel der paneuropäischen EM gegen den Weltmeister Frankreich bestehen kann.

Die Marketingstrategen vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) hatten über Gegengerade und Kurve der heutigen Heimstätte von Wacker Innsbruck schwarz-rot-goldene Plastikfolie gezogen und darauf in weißen Versalien „Jogis Jungs“ geschrieben. Vor diesem eigentümlichen Hintergrund begann Löws Ensemble überaus schwungvoll und angriffslustig. Auffällig: Das deutliche bessere Coaching, wobei wenig verwunderlich die reaktivierten Weltmeister die verbalen Taktgeber waren. Rückkehrer Müller besetzte in einem 3-5-2-System den zentralen Part hinter den beiden Spitzen Serge Gnabry und Leroy Sané. Der 31-Jährige nahm sich wie beim FC Bayern die Freiheit, die verschiedensten Räumen zu deuten. Herumtreiber Müller besaß wenig zufällig die erste Kopfballchance – der Ball landete in den Armen des dänischen Torhüters Kasper Schmeidel (14.).

Serge Gnabry trifft die Latte

Während die Dreierkette mehr als eine Stunde lang konzentriert verteidigte, kam auch bald das Angriffsspiel besser ins Laufen. Der fleißige Neuhaus flankte klug in den Rücken der dänischen Abwehrhünen Jannik Vestergaard und Simon Kjaer, doch Sané traf das Spielgerät nicht richtig (27.). Dann war es Joshua Kimmich, dessen Freistoßhereingabe alle Mitspieler verfehlten (35.). Noch näher kam Gnabry dem Führungstreffer, als der Münchner Angreifer nach geschickter Körpertäuschung die Kugel mit links ans Lattenkreuz jagte (44.). Insgesamt hinterließ die DFB-Auswahl einen guten, weil einerseits kompakten, andererseits auch spielfreudigen Eindruck.

Der Lohn für die konstruktiven Bemühungen folgte kurz nach Wiederanpfiff, als der bis dahin eher unauffällige Robin Gosens eine Flanke schlug, die über einige Umwege bei Neuhaus landete, der im sechsten Länderspiel seinen zweiten Treffer erzielte. Richtig laut wurde es auf der Pressetribüne noch, als die Scouts eine Rettungsaktion von Hummels beklatschten (58.). Doch der Applaus von den DFB-Angestellten sollte zu früh kommen: Beim Ausgleich grätschte auch der 32-Jährige vergeblich, nachdem zuvor aber Süle beim Pass von Christian Eriksen schlecht aussah.

Antonio Rüdiger schon angekommen

 Löw hatte im ersten Testspiel der Vorbereitung klare Fingerzeige gegeben, wie sein Matchplan für den Turnierauftakt gegen Frankreich aussieht. Offenbar soll eine Dreierkette den Traumsturm um Kylian Mbappé ausbremsen. Ziemlich sicher wird der nicht austrainierte Süle dann seinen Platz an Antonio Rüdiger verlieren, der am Mittwoch als erster der vier am Champions-League-Finale beteiligten Akteure mit einem „Willkommen Champion“ im Quartier in Seefeld begrüßt wurde.

Raum für Debatten wird diese Formation noch bieten, weil neben Kimmich nur noch ein Mittelfeldplatz frei ist, auf den Toni Kroos, Ilkay Gündogan und vielleicht auch schon Leon Goretzka Ansprüche anmelden dürften. Alle drei standen gegen Dänemark nicht auf dem Spielberichtsbogen, bieten sich aber für einen Einsatz gegen Lettland in Düsseldorf am kommenden Montag an. Dann wird die deutsche Elf laut Löw noch ein anderes Gesicht bekommen.

Aber welches? Im Mittelfeld zeigte Florian Neuhaus nicht nur wegen seines Tores eine gute Leistung und war sehr umtriebig unterwegs. Der Mönchengladbacher könnte eine Alternative sein, sollte Leon Goretzka nach seinem Muskelfaserriss nicht zeitig fit werden und auch Toni Kroos nach seiner Covid-19-Erkrankung noch mehr Zeit brauchen als bis zum 15. Juni beim EM-Auftakt gegen Frankreich. Zumal der Dortmunder Emre Can wegen Adduktorenproblemen passen musste und ebenfalls gar nicht erst auf dem Spielberichtsbogen auftauchte.

Joachim Löw sieht Licht und Schatten

Bundestrainer Joachim Löw sagte hinterher: „Es gab Licht und Schatten. Das war mir aber schon vorher klar. Die Abstimmung, die Laufwege waren noch nicht so drin. Wir hätten das Spiel aber gewinnen können. Wir hatten noch Chancen zum 2:0.“ Was angesichts des Chancenverhältnises stimmte. Nach dem dänischen Ausgleich traf zudem Kimmich noch den Pfosten.

„Wir arbeiten uns eine Vielzahl von Chancen raus, belohnen uns aber nicht entscheidend“, rügte Löw, „es wird ein Thema sein, wie wir die Dinge konsequent zu Ende spielen können. Daran müssen wir arbeiten. Das Problem haben wir.“ Im Training seien solche Situationen aber schwer zu simulieren. Nun ja.

Zu Gast im kleinen und ansonsten zuschauerfreien Tivoli-Stadion waren auch die derzeitigen Interimschefs des DFB, Rainer Koch und Peters Peters sowie Schatzmeister Stephan Osnabrügge. Ihr Zustand in der Führung des Verbandes ist derzeit schlechter als der des DFB-Teams. Den relativ sinnfreien Slogan „Jogis Jungs“, der in riesigen Lettern auf der Gegentribüne und einer Kurve prangte, dürften die beiden sich nicht ausgedacht haben. Sonst wäre auch das ein veritabler Grund zum gemeinsamen Rücktritt.

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