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DFB schafft im Amateurbereich Regelung für trans-, inter- und nicht-binäre Menschen

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Von: Melanie Gottschalk

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Der DFB geht mit der neuen Regelung im Amateurfußball einen wichtigen Schritt.
Der DFB geht mit der neuen Regelung im Amateurfußball einen wichtigen Schritt. © osnapix/imago

Ab der kommenden Spielzeit tritt beim DFB eine Regelung für das Spielrecht von trans-, inter- und nicht-binäre Menschen im Amateurfußball in Kraft.

Frankfurt – Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat einen wichtigen Schritt gemacht. Wie der Verband am Donnerstag (23. Juni) mitteilte, tritt ab der kommenden Saison 2022/2023 eine neue Regelung zum Spielrecht von trans-, inter- und nicht-binären Spieler:innen in Kraft. Die neue Regelung wurde der Mitteilung zufolge in die DFB-Spielordnung, die DFB-Jugendordnung sowie die DFB-Futsal-Ordnung aufgenommen.

Es ist vorgesehen, dass Spieler:innen mit dem Personenstandeintrag „divers“ oder „ohne Angabe“ und Menschen, die ihr Geschlecht angleichen lassen, künftig selbst entscheiden können, ob ihnen die Spielberechtigung für ein Frauen- oder Männerteam vom DFB erteilt werden soll. „Dies gilt auch für transgeschlechtliche Spieler:innen, die nun zu einem selbstbestimmten Zeitpunkt wechseln können oder zunächst in dem Team bleiben, in dem sie bisher gespielt haben“, heißt es in der Mitteilung des DFB.

DFB mit neuer Regelung: „Der Fußball steht für Vielfalt“

Damit regelt der DFB eine wichtige Angelegenheit im Amateurfußball, denn bisher gab es keine einheitlichen Regeln. Wie der Kicker bereits 2021 berichtete, wurde trans-, inter- und nicht-binäre Menschen der Zugang zum Fußball oft erschwert oder unmöglich gemacht. Mit der neuen Regelung soll es nun deutlich einfacher werden.

Thomas Hitzelsberger, ehemaliger Fußball-Profi und DFB-Botschafter für Vielfalt, begrüßte diesen Schritt: „Der Fußball steht für Vielfalt, und auch der DFB setzt sich dafür ein. Mit der Regelung des Spielrechts schaffen wir weitere wichtige Voraussetzungen, um auch Spieler:innen unterschiedlichster Geschlechteridentitäten das Spielen zu ermöglichen“, sagte er.

DFB schafft Regelung für trans-, inter- und nicht-binäre Menschen: „Ein gutes Signal“

Positive Rückmeldung zur neuen Regelung des DFB im Amateurfußball kommt ebenfalls vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD). „Wir freuen uns sehr, dass der Deutsche-Fußball-Bund als einer der wichtigsten Sportverbände in Deutschland sein Spielrecht für trans-, inter- und nicht-binäre Spieler:innen geöffnet hat. Es ist ein gutes Signal, dass die geschlechtliche Selbstbestimmung im deutschen Amateurfußball zukünftig gestärkt wird“, sagte Alfonso Pantisano aus dem Bundesvorstand des Verbandes.

Die nationalen Sportfachverbände und besonders die internationalen Spitzenverbände sollten sich laut Pantisano an den Richtlinien des DFB orientieren. „Es ist menschenrechtlich geboten, die geschlechtliche Selbstbestimmung von Sportler:innen zu respektieren und vor allem auch zu schützen. Das Wettbewerbs- und Spielrecht sollte sich immer an der geschlechtlichen Selbstbestimmung der jeweiligen Sportler:innen orientieren“, wird er in der Meldung zitiert. (msb)

Die neue Regelung für trans-, inter- und nicht-binäre Menschen im Amateurbereich ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Doch auch im Profi-Bereich kämpft der DFB aktuell auf vielen Ebenen.

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